Um den Fuchs komplett zu verwerten, wurde dieses mal auch der Schädel präpariert. Er dient nun in der Tierarztpraxis in der ich arbeite als Anschauungsobjekt rund um das Gebiss eines Hundes. Hund und Fuchs haben die gleiche Zahnformel und so kann man besser veranschulichen, warum auch beim Hund eine regelmäßige "Zahnhygiene" nicht zu vernachlässigen ist...

 

 

Oberkiefer Innenseite
Unterkiefer
Schädel mit Ober- und Unterkiefer
Der Fuchs vom Grabensitz

Wie gesagt, ich betreibe keine intensive Fuchsjagd, doch wenn es passt dann freue ich mich auch über einen gut geschossenen Fuchs.

 

Diese Fähe lag im Knall und Eywa durfte sie dann nach dem Ansitz bringen. Eywa liebt es, nach dem Ansitz los geschickt zu werden um irgend etwas zu bringen. Meistens holt sie dann mein Ansitzkissen und heute wars halt ein Füchslein

 

"Fuchs, du hast die Gans gestohlen..."

Heute Morgen am Wildacker II. Hinter mir höre ich gegen 7.00 eindeutig Sauen lang ziehen. Sie grunzten, quiekten, schmatzen, prusteten. Leider wollten sie nicht zu mir auf den Wildacker kommen....

Um 7.30, am Ende des Wildackers so auf etwa 80 Metern Entfernung, wie aus dem Nichts herbei gezaubert, ein Jungfuchs. Ich betreibe keine besonders intensive Fuchsjagd, Fallenjagd ist bei uns im Forst verboten, Baujagd ist eh nicht meins. Ich hab zwei Luderplätze und wenn sich da mal ein Füchslein sehen läßt und es klappt dann erlege ich auch einen. So wie heute halt.

Der Fuchs zeichnete deutlich und lag dann tot in den Himbeeren. Gute Gelegenheit für`s Schnexxli um mal zu schauen wie das denn ist, mit der Bringtreue, wenn vorher KEIN Ritual stattfindet, NIEMAND menschliches ob er will oder nicht eine Duftautobahn hinterläßt um den Fuchs auszulegen, der Fuchs nicht x-mal gewaschen und geföhnt nach "Wilde Orchidee" riecht, sondern riecht wie ein Fuchs eben riecht, frischtot und warm ist.

So war der Plan, so wurde es gemacht. Schnexxli geholt und an der Kanzel mit "Such voran" los geschickt. Eywa bekam Wind, es riss sie förmlich herum und.... sie stellte den Kamm und stand vor. Halllohooo, totes Wild wird nicht vorgestanden, totes Wild wird gebracht. Maximal eine kurze Bedenkzeit weil erst seeeehr kurz tot ist genehmigt. Dann muss Hundi merken was Sache ist und hat zu bringen. Ende der Diskussion!

Merkwürdig, seeehr merkwürdig. Dann ging alles ganz schnell. Der tote Fuchs war nicht tot und Eywa musste lernen, das auch Füchse Zähne haben die sie nicht nur zum Beutefang kompromisslos einsetzen.

Eywa war einen Moment sehr verblüfft, doch als der Fuchs sich in ihrem Ohr verbiss, wurde aus Verblüffung ziemlicher Zorn. Raubwildschärfe wäre also gegeben. 

Eywa war so zornig das sie den Fuchs erstmal nicht wieder auslassen wollte. Sie trug ihn zum Auto und versuchte noch, ihn mit in die Box zu nehmen. Da allerdings war mein Zugeständnis ob ihres Ungehorsams den Fuchs nicht auslassen zu wollen, ziemlich zügig zuende.

Fuchs geht NICHT mit in die Hundebox. Basta!

Ein Blick genügt: MEINS!!!

Nachdem mir nun schon mehrfach Rehwild beim Angehen der Sitze absprang beschloss ich heute etwas früher raus zu gehen.

 

Ich traf noch auf unseren Mitjäger dem es mehr als peinlich war das er jetzt ausgerechnet in dieser Ecke noch schnell Luder ausbrachte. Noch ein paar Worte gewechselt und schon krabbelte ich auf meinen Sitz.

 

Ich hatte gerade 3 Seiten in meinem Buch gelesen, als der Jährling über die Hangkante auf mich zu tingelte. Als alles passte, lies ich fliegen. Böckchen weg, Bühne leer. Nach den üblichen imaginären Zigaretten (ich rauche schon seit 6 Jahren nicht mehr), oder auch 20 min Wartezeit suchte ich den Anschuss. Lungenschweiß. 

 

Weil es so warm und schwül war, beendete ich den Ansitz und begann recht zeitnah damit, das Böckchen mit Hilfe von Eywa zu suchen. Für das Schnexxli war die Bergehilfe eine willkommende Abwechslung. Stramm lag sie im Riemen und nach 170m nahm sie ihren Bock in Besitz.

 

Braaaaaves Schnexxli

 

Das Reh springt hoch, das Reh springt weit...

Mitten drin statt nur live dabei...

Ich hatte zwar schon viele Ansitze, leider aber noch keinen Erfolg. Sehr zäh, dieses Jagdjahr, das muss ich schon sagen...

Nichts desto trotz war ich heute Abend wieder draußen, Schnexxli wie (fast) immer mit dabei. Normalerweise liegt sie unter dem Sitz/der Kanzel oder wartet, je nach Wetterlage, im Auto.

 

Heute Abend nahm ich sie zum ersten mal mit in die Kanzel. Jooooo, das war sehr spannend. Der ganze Hund von den Ohren bis zur Schwanzspitze aufmerksam, ihrer feinen Nase entging das Reh nicht, welches sie mir anzeigte noch lange bevor ich es sah.

 

Bei bestem Büchsenlicht trat eine Geis aus dem dichten Bewuchs, schlenderte über den Forstweg und begann auf der anderen Seite im hohen Gras zu äsen.

 

Ich konnte mich nur schwer entscheiden auf wen ich nun mein Augenmerk lenken sollte. Auf die Geis, die sich wie aus dem Lehrbuch präsentierte: Noch ziemlich grau, nur der Träger rot, eingefallene Flanken, die Spinne dick und prall oder Eywa die neben mir saß, zwar ruhig aber doch angespannt und wie Espenlaub zitternd die Geis mit Blicken verschlang.

 

Vorsichtshalber wanderte meine Hand auf Eywa`s Rücken. Um sie zu beruhigen einerseits und andererseits um jedes noch so feine Anspannen der Rückenmuskulatur frühzeitig zu bemerken. Ich weiß zwar, wie Eywa reagiert wenn sie unter dem Sitz liegt und Wildkontakt hat doch das bedeutet nicht das sie in luftiger Höh genauso cool bleibt. Wenn sie aus nur 20m Entfernung freie Sicht auf Beute hat, Wind von ihr hat, jede Bewegung sehen kann dann riskiert man lieber nix und verhindert somit u.U einen verhängnisvollen Sprung ins Nichts.

 

Die Geis war fast eine ganze Stunde vor uns. Scheinbar sind die Kitze noch sehr jung und begleiten ihre Mutter noch nicht. Schade, denn ich hätte gerne einmal einen Blick auf ihren Nachwuchs geworfen...

 

Wenn des Nebels graues Band

...und Nebel hatten wir im Steigerwald reichlich in den letzten Tagen. Zäh, hartnäckig, nass und kalt. Mal dicht, mal sehr dicht. Kaum weniger dichte Momente.

Entsprechend trist fiel auch die Strecke am ersten Jagdtag aus. Wild wurde reichlich gesehen, doch der Nebel verbat das ein oder andere Waidmannsheil.

Trotz Plusgraden fror ich innerhalb kürzester Zeit jämmerlich. Da konnten weder Fußwärmer, noch dicke Jacke und Schal viel dagegen tun. Die Feuchtigkeit kriecht eben durch alle Klamotten. Früher oder später.

Die Schützen gingen sehr diszipliniert vor, kein Reh, keine Sau, kein Wild der Welt ist es wert unüberlegt und zu risikobereit zu schießen.

Der zweite Jagdtag verlief fast baugleich zu dem ersten. Die Strecke war etwas besser, der Nebel dort wo ich saß, durchaus akzeptabel und ich hatte auch Anblick.Geis und Kitz wechselten mich vertraut an. Waffe hoch, Kitz "aufgenommen", Abzug durch ziehen, "Pääääng". "Päääääng?". Nix Pääng. Statt dem lieb gewonnenen Pääääng, plätscherte nur ein trauriges "Click" an meine Ohren. Wie jetzt, "Click" statt "Päääng" Was war das denn?????
Obwohl das Click echt nicht laut war, gaben Geis und Kitz Vollgas und waren somit zz (ziemlich zügig) aus dem Kugelfang und somit meiner Reichweite. 

Versager? Ein technisches Problem der Waffe? Die Mossberg ist niegel-nagel-neu, das kann/sollte eigentlich (noch) nix kaputt sein. Die Patrone raus repetiert und begutachtet. Abgeschlagen ist sie, aber im Vergleich zu einer, die Pääääng anstatt Click gemacht hat, nur sehr oberflächlich. Probeschuss!!! Doch wann? Mitten während der Jagd, am Ende der Jagd? Ich entschied mich fürs Ende. 
Also es lag weder an der Waffe noch an dieser Patrone. Der Probeschuss mit eben der nicht ausgelösten Patrone funktionierte einwandfrei. Der Verschluss war wohl nicht ganz zu...

Das passiert ab und an, zumal ich Linksschütze bin, aber mit einem Rechtssysthem arbeite. Da bleibt man schon mal an der Jacke hängen und schon ist`s passiert...

Der letzte Jagdtag im Steigerwald wurde ein richtig guter. Weniger Nebel.
Die Strecke war spitzenmäßig, Rehwild und Schwarzwild zu nahe zu gleichen Anteilen. Ich hab ein Reh gefehlt...rolleyes 

Für Eywa gab es eine erfolgreiche Nachsuche auf ein Kitz.

Heute dann heimatnah. Mein Stand verheißt nicht wirklich viel Gutes. Altholz mit einem winzigen Streifen "Dickung". Auf der anderen Seite des Forstweges große Dickungen. Dort waren die Hunde gut beschäftigt. Jagten hin und her, sprengten Rotten, brachten Rehe und Füchse. Auf unserer Seite des Weges war und blieb es seeeehr ruhig. 

Die Treiberwehr kommt und zieht in meine "Dickung" Mit viel Engagement wird der kleine Streifen von den Burschen umgedreht. Die Treiberwehr ist noch nicht richtig arin in der Dickung, da stiehlt sich auf leisen Schalen ein Reh zwischen den Treibern, deren Hunde sich lukrativieren Gebieten widmeten, hinter 4 Büschen heraus. Es sieht mich an, dreht auf dem Absatz um und verschwindet wieder zwischen den Treibern. Seeeeehr geschickte Problemlösung von dem Reh...

Einige Zeit später: Ein leises Knacksen erweckte meine Aufmerksamkeit und lenkte sie an den Rand der "Dickung". Dort stand, verunsichert und nervös, ein einzelner Frischling von etwa 40kg. Er steht suboptimal zwischen zwei Kiefern, spitz zu mir, mit meinem Auto als Kugelfang. Ich stellte nahezu alle Körperfunktionen ein. Ich traute mich kaum zu atmen oder zu blinzeln. Hatte ich doch das Gefühl, der Frischling blickt ganz genau in mein Gesicht. "Ich weiß das du da bist, doch ich weiß nicht WO du bist" interpretiere ich sein Verhalten.
Irgendwann, gefühlte Stunden später zog er weiter und als er fast an mir vorrüber ist, fahre ich hoch, zieh mit und lass fliegen. Der Frischling bricht im Feuer zusammen, klagt kurz und schlegelt heftig. Für einen Moment überlege ich einen zweiten Schuss anzubringen, doch der ist nicht mehr nötig. Noch eine Weile meckern die Häher, dann wirds wieder still bei mir, von Schüssen der Mitjäger, dem Laut der Hunde, dem "HOPP-HOPP-HOPP" der Treiberwehr mal abgesehen.

Der Jagdtag endete mit einem sehr zufriedenstellendem Ergebniss. Wieder lagen Reh- und Schwarzwild je zur Hälfte.

Kleiner Wehmutstropfen: Beim Aufbrechen eines Reh`s hab ich mir gotts jämmerlich in den Finger geschnitten. Mit einem neuen, ultra scharfen Mora-Messer. Genau übers Gelenk. Auahhhhhhhhh 

Kaum daheim, der Anruf mit der Bitte um eine Kontrollsuche auf ein Reh. Wenigstens war das ganze Gerödel samt Hund noch im Auto.

Laut der Eywa hat der Schütze daneben geschossen. Ich glaub ihr das, denn sie ist ein guuutes Schneggsli.

Heimatnahe Drückjagdtage

Zur Abwechslung mal nicht in urgemütlichen, aber sehr spartanischen Forsthäusern mitten im nirgendwo, sondern zuhause, im eigenen Bett übernachten ist auch nicht schlecht.  

Der Tag nach "Xsaver". Bayern hats nicht so schlimm wie befürchtet getroffen, trotzdem galt mein erster Blick am "Tag danach" morgens um 5 zuerst meinem Handy und dann meinen e-mails. "Xsaver" brachte Schnee und Kälte mit, es hätte durchaus sein können, das die Jagd kurzfristig abgesagt wird.

Alles gut, keine Absage, obwohl noch ein ganz anständiges Lüftchen wehte. 
Lustig waren die 80 km ins Nürnberger Land nicht wirklich. Immer wieder stärkere Böen, glatte Strassen, Berufsverkehr und "Führerscheininhaber", die wirklich wissen wollten ob es sich um eine optische Täuschung handelt oder die Strassen tatsächlich so glatt waren, wie sie aussahen, sorgten bei mir am frühen Morgen schon für hohen Blutdruck...

Leicht genervt kamen wir trotzdem unversehrt am Sammelplatz an, andere Verkehrsteilnehmer, die von A nach B wollten oder mussten, hatten da weniger Glück...

Bedingt durch das Wetter und den Umstand, das von weiter anreisende Teilnehmer leider im Stau standen, verschob sich der Start der Jagd doch fast eine Stunde nach hinten.

Mein GöGa hatte einen sehr erfolgsversprechenden Stand, der meinige war für das Wetter suboptimal. Nur eine Rückegasse als Schussfeld. Sie war zwar relativ breit, aber nicht breit genug wenn flotte Rehe kommen, die man wegen dem Wind nicht anwechseln hört. Flugrehe, die ich erst registriere wenn sie an mir eben vorbei fliegen, beschieße ich grundsätzlich nicht. Nicht mal ansprechen ("Ey, et bleib hald amoohl schdeh") würde da noch helfen. Ich glaube kaum das die Rehe zurück gekommen wären um zu tun, was ich ihnen aufgetragen hatte....

Ich hatte das ein oder andere Flugreh.... Irgendwann kam dann ein recht langsames Reh über die Gasse geschlichen und ich lies fliegen. Schon mein Gefühl sagte: "Mist verdammt, nicht gut abgekommen" Der Blick später auf den Anschuss gab meinem Gefühl recht. Also erst mal zu GöGa, dessen Kitz einsammeln, mein Reh krank werden lassen und später nachsuchen.

Eywa konnte das Kitz bei der anschließenden Nachsuche dann fangen und abwürgen, Gott sei Dank.

Eine weitere Suche stand an. Ein Frischling, der vermutlich in Richtung des nächsten Schützen von Hunden gestellt wurde. Am Anschuss wenig Wildbrettfetzen und an einem Baumstumpf eine eigenartige "Schlonze". Eywa suchte an, Pirschzeichen über eine längere Strecke nicht vorhanden. Dann doch 2 stecknadelkopfgroße Tropfen Schweiß im Schnee. Große Freude, Eywa schafft gut. Nach dem Schweiß spannt sie ein und stürzt sich 50 Meter später in eine Gruppe junger Fichten. Ich seh sie etwas beuteln und will gerade jubeln, da kommt Eywa mit dem Etwas an der Drossel gepackt rückwärts aus den Fichten. Nun, gefunden hat sie ja eindeutig etwas. Nur, sie hatte da ein Reh an der Gurgel und keinen Frischling....

Ratlose Gesichter.... Wo ist der Frischling und wo um alles in der Welt kommt dieses Reh jetzt plötzlich her? Die Aufklärung folgte auf dem Fusse. Prinzipiell war Eywa richtig unterwegs. Der Frischling wurde recht nah bei der Stelle wo Eywa das Reh fand, von den Hunden gestellt und einem Hundeführer abgefangen. Einerseits bin ich nicht zu 100% glücklich, da ich nicht weiß ob der Schweiß den wir fanden vom Frischling oder dem Reh war und ob Eywa die Fährten changiert hat, was sie eigentlich zu unterlassen hat, andererseits wäre das Reh ansonsten verludert denn wie so oft, es wurde kein weiteres nachzusuchendes Reh gemeldet....

Egal, der junge Förster der uns begleitete, war von Eywas Arbeit sehr angetan. Sucht sie doch für einen Hochwindschnüffler sehr ruhig und mit tiefer Nase. Beeindruckt hat ihn auch, das ein Vizsla sich ein Reh packt und es sich um die Ohren haut...

Heute die erste Drückjagd im Rauenzeller Forst. Mein Stand war super-klasse-gut, nur die Beute spielte nicht recht mit. Sie glänzte schlicht und ergreifend mit Abwesenheit....

Mein GöGa hatte es da ein klein wenig besser. Geholfen hat ihm das trotzdem nicht. Es hätten statt 5 auch 50 Rehe sein können, tief fliegend auf 130 Meter durchs Stangengehölz bleibt halt nix anderes übrig, als der Beute seufzend hinter her zu schauen.

Auch heute gab es eine Nachsuche für Eywa. Am Anschuss Panseninhalt, kaum Schweiß. Mit einer Hetze rechnend suchten wir an, kamen nach 130 Meter an das soeben verendende Stück.

Die Strecke war zufriedenstellend: 18 Rehe, 1 Fuchs. Die Sauen hatten sich wohl rechtzeitig aus dem Staub gemacht....

Wieder einmal läuft die Waschmaschine auf Hochturen, hängt an allem was auch nur ansatzweise als Haken dienen kann, irgend ein Krempel zum Trocknen: Hinter dem Ofen der Schweissriemen und das Geschirr, an der einen Ecke des Bücherschrankes Eywa`s Weste, an der anderen meine "Antirutschdecke" für schmierige Standböden, im Esszimmer über den Stühlen Faserpelzhose, Warnjacke, Handschuhe.
Das wichtigste aber sind die beiden Lauscher, die hinter dem Ofen auf dem, einem meiner "Trophäen" hängen und darauf warten, jetzt dann an meine beiden Lieblingsjagdhelfer der vierbeinigen Art spendiert zu werden: Für den Csillag, weil er wieder mal geduldig und stoisch den 3/4 Tag im Auto verbrachte und für Eywa, die Sauen sucht und Rehe findet  

Mittwoch Abend geht es bis Sonntag wieder in den Steigerwald, ich freu mich schon rießig.

 


Bernerjagd

Abendansitz im Emmental

Mit einem gemeinsamen Training unserer Hunde in Ungarn, begann eine Freundschaft, die auch zu grenzübergreifenden Jagdeinladungen führte.

 

War ich mit Eywa diesen Winter zur Fasanenjagd in Ungarn, so kam Bea im Mai für eine Woche zu uns, in der Hoffnung einen Sommerbock erlegen zu können.

 

In der Schweiz gibt es sehr unterschiedliche Jagdkonzepte. Ein Kanton, in dem keine öffentliche Jagd stattfindet, neben Kantonen mit Reviersysthem wie bei uns und Kantonen mit dem Konzept der Patentjagd.

 

Im Kanton Bern, der Heimat von Bea, wird mittels Patenjagd gejagt. Die Rehjagd im Kanton Bern beginnt am 01.10 und endet am 15.11. Es bleibt also nicht viel Zeit um gelöste Patente zu erfüllen. In der Regel gibt es feste Jagdgruppen mit maximal 5 Jägern die maximal 2 Gäste einladen dürfen. 

 

Bea`s Einladung zur Bernerjagd auf Rehwild hat mich daher um so mehr gefreut, ich sehe es als eine große Ehre teilhaben zu dürfen, auch wenn vieles so ganz anders ist als bei uns in Deutschland.

 

Einer der größeren Unterschiede ist es, das im Kanton Bern und in der gesamten Schweiz wie ich meine, der Schrotschuss auf Rehwild erlaubt ist. Auch kann man in Bern nicht einfach mal eben wann immer man lustig ist, jagen gehen. Die Jagdtage sind gesetzlich geregelt.

 

Mo-Mi-Sa darf gejagt werden, an den restlichen Tagen gehört der Wald der Allgemeinheit. Da es im Kanton Bern keine Reviere gibt, gelten bezüglich des Abendansitzes besondere Regeln. So müssen bis spätestens 17.00 die Kraftfahrzeuge der Jäger abgestellt und die Jagdstände besetzt sein. Da im Kanton Bern jeder Berner Jäger überall im Kanton jagen darf, sollen durch die zeitliche Regelung Störungen und Unruhe durch Diskusionen welche Jagdgruppe denn nun hier ansitzt und wer weiter ziehen muss, vermieden werden. Ansitzeinrichtungen gibt es so gut wie keine, fast immer wird vom Sitzstock aus geschossen.

 

Montag, der 21.10.2013

 

Der erste Jagdtag für mich. Ich muss zugeben, ich war unheimlich nervös. Es gibt soooo viele Dinge zu beachten, fast alles ist ganz anders als bei uns in Deutschland.

 

Um 08.30 war Treffpunkt an einem Hornusserhaus. Schon wieder eine Besonderheit der Schweiz. Hornussen. Ein, nein DER Volkssport der Schweizer Bevölkerung.

Natürlich wollte ich von Bea genauestens über das Hornussen aufgeklärt werden. Bea gab ihr Bestes aber ich muss gestehen, ich habe -wenn überhaupt- nur 1/3 ihrer Erklärungen verstanden...

 

Ich versuche das wenige welches ich verstanden habe, weiter zu geben:

Gespielt wird das Spiel auf einem Rasenplatz der ähnlich markiert ist, wie das Spielfeld von American Football. Es gibt 2 Mannschaften. Die eine Mannschaft muss versuchen einen nussähnlichen Puck aus Horn (Hornnuss), mit einem hokeyähnlichen Schläger soweit wie möglich zu schlagen. Das an sich wäre ja noch nicht so ungewöhnlich. Doch an dem hokeyähnlichen Schläger befindet sich am unteren Ende eine Art Schur. Am Ende der Schnur ist eine "Platte" befestigt. Die Hornuss muss mit dieser Platte getroffen werden.....Und das macht es dann schon eher außergewöhnlich.

 

Die gegnerische Mannschaft versucht natürlich zu verhindern das die Nuss weit fliegen kann. Dies tut sie mit Scheiben aus Pappkarton. Soviel zum Hornussen, aus meinem Mund und was ich von Bea´s Beschreibung meine verstanden zu haben.

 

Doch, weg vom Hornussen und zurück zur Bernerjagd...

 

Am Treffpunkt wurde sehr akribisch der bürokratische Teil abgehandelt. Ich wurde belehrt, die Gästekarte wurde ausgefüllt, meine Papiere wurden genauestens abgeglichen. 

 

Es folgte ein recht ausgedehntes Frühstück. Jeder der Gruppe hatte ein Körbchen voll mit leckeren Sachen dabei: Käse, selbst Geräuchertes, frisches Brot.

Roland, der Chef der 5 köpfigen Gruppe bestehend aus: Lanz, Robbi, Anton, Bea und eben Roland hat mir recht schnell den Leitsatz der Gruppe nahe gelegt: 

 

"Wir sind auf der Jagd, nicht auf der Flucht..."

 

Dann ging es los, zum ersten Treiben. In jedem Trieb mimt einer der Schützen den Treiber, begleitet von niederläufigen Stöberhunden bis maximal Wachtelgröße. In Bea`s Jagdgruppe sind die beiden Teckel Csöpi und Hubi, sowie die Wachtel Theo und Gina die Jagdhelfer. Im ersten Trieb fungierte der Chef der Gruppe, Roland, mit Theo und Gina als Treiber. Bald jagte Theo laut etwas an, doch leider entfernte sich die laute Jagd schnell von unserem Einsatzgebiet. Ich saß mit Eywa unter einer dicken Tanne, lauschte dem Rufen des Treibers und dem Laut von Theo, freute mich einfach hier zu sein, auch wenn ich nicht ein einziges Haar zu Gesicht bekam.

 

Nach dem Abblasen folgte eine kurze Besprechung und wir setzten um in ein anderes Waldstück Dieses mal war Bea der Treiber, untersützt durch meinen Lieblingsteckel Hubi und Teckeldame Csöpi. Schnell jagte Hubi laut an. Der Laut ging hin und her, von mir weg und auf mich zu, dann fiel ein Schuss, ein zweiter hinterher und Hubi brach die laute Jagd ab. Gespannt wartete ich auf das Hornsignal, mit welchem die Jäger sich unter einander mitteilen was geschossen wurde:

 

1 Hornsignal = Fuchs tot

2 Hornsignale = Kitz tot

3 Hornsignale = Geis tot

4 Hornsignale = Bock tot

1 langes-mehrere kurze-ein langes Hornsignal = Hahn in Ruh`

 

Nachdem 1 Hornsignal ertönte, war allen anderen klar das ein Fuchs zur Strecke kam. Der restliche Trieb bleib ohne Erfolg. Csöpi jagte noch einmal laut an, leider jedoch aus dem Trieb hinaus.

 

Nun folgte die Mittagspause. Rasch wurde der Grill angschürt, Wurst, Fleisch, verscheiden Gerichte in Pfannen und Töpfen heiß gemacht. Es wurde Kaffee und Tee getrunken, diskutiert um des Kaisers Bart und viel gelacht. Mit dem Schwyzer Dütsch kam ich erstaunlich gut klar. Okay, die Jungs gaben sich große Mühe, nur wenn die Diskussionen hitziger wurden konnte ich nicht mehr folgen.

 

Schon war es Zeit zum Abendansitz zu fahren. Ich saß in einer Viehweide die nach unter stark abfiel, gegenüber wieder anstieg und von einer breiten Hecke begrenzt wurde. Bea saß recht nah neben mir und konnte von ihrer Positioin aus hinter meine Hecke schauen. "Geis mit 2 Kitz", schrieb sie mir kurz nach 18.00. Gespannt richtete ich mi8ch ein, in der Hoffnung die drei würden durch die Hecke auf meine Seite der Weide kommen. Doch die Bühne blieb leer. Kurz vor 19.00 fiel bei Bea ein Schuss. Eywa, die den ganzen Ansitz über wie eine Statue neben mir lag und aufmerksam die Ohren stellte, schaute mich kurz fragend an und fiepte dann leise. "Nein meine Kleine, ich war das nicht, tut mir leid"

 

Bea konnte einen braven 6er Bock erlegen. Schnell war die "rote Arbeit" getan, der Bock in die Wildkammer gebracht und wir gegen 20.30 müde, hungrig, zufrieden und durch gefroren am Esstisch im schönen Biel/Bienne, in Bea`s Heimatstadt.

 

 

Mittwoch, 23.10.2013

 

Der heutige Jagdtag führte uns ins schöne Emmental, etwa 1 Autostunde von Biel entfernt. Es versprach ein langer Jagdtag zu werden, das Auto wurde wieder voll geräumt mit dem halben Hausrat. Tags zuvor habe ich eine Hühnersuppe gekocht die wir uns in der Mittagspause auf dem Grill wärmen würden. Für Frühstück wurde auch gesorgt: Brot, Rehleberpastete, Käse, Landjäger. Auch die anderen in der Gruppe brachten reichlich Vorräte mit. Verhungern würden wir auf keinen Fall, komme was da wolle...

 

Das Wetter war nicht auf unserer Seite. Es schüttete schon seit der Nacht mal mehr mal weniger ausdauernd wie aus Eimern. Doch der Berner Jäger lässt sich nicht beirren. Es wird gejagt, Schluss-Aus-Fertig!

 

Aber, auch heute wieder Rolands ernst zu nehmender Grundsatz:

 

"Wir sind auf der Jagd, nicht auf der Flucht"

 

Doch irgendwann ist jeder satt und es gibt noch viel zu jagen, also packten wir es an. Im ersten Trieb lies ich Eywa im Auto. Es schüttete junge Hunde und Katzen....

Anton, der "Frischling" der Gruppe war mit Gina und Theo als Treiber unterwegs. Theo brachte mir einen Fuchs. Leider bemerkte ich das Füchslein viel zu spät und so zog er unbehelligt von dannen. Gina und Theo jagten fleißig, doch in diesem Urwald, bürstendick standen die Chancen fürs Wild recht gut und die für uns Jäger eher bescheiden....

 

Im zweiten Trieb, Bea und die Teckel waren Treiber, kam das "Hahn in Ruh" sehr schnell. Ein bürstendicker Brombeerverhau machte ein Vorwärtskommen von Hund und Treiber unmöglich....

 

Mittagspause. Feuer machen bereitete dieses mal aufgrund des Wetters erheblich mehr Mühe doch irgend wann klappte auch das. Es gab wärmende Hühnersuppe, Schweinsfilet, Spearrips, Hühnerschnenkel, Brot, Kaffee, Tee und vieles mehr.

 

Im dritten Trieb änderte man die Strategie und die Anzahl der Hunde. Als Treiber liefen Anton und Bea mit allen Hunden bis auf Eywa. Das Rehwild zeigte sich wenig beeindruckt und blieb unsichtbar. Dafür gab der Regen nun alles und trotz Regenhaut und Hut waren wir in kürzester Zeit nass bis auf die Haut.

Die Entscheidung, den Abendansitz ins Wasser fallen zu lassen fiel uns Frauen nicht sehr schwer doch die Männer blieben eisern am Ball. Mit Erfolg, wie wir erfuhren.

Anton, "Dönno" genannt konnte im aller letzten Büchsenlicht ein Kitz erlegen.

 

Wmh, Dönno, wmh!

 

Die Hunde und wir haben jetzt 2 Tage Pause. Zeit für die Klamotten, mal wieder trocken zu werden, Zeit für die Teckel den Muskelkater aus zu kurieren, Zeit für uns um neue Strategien zu ergründen um doch noch das ein oder andere Reh zu erlegen.

 

Bea braucht noch eine Geis, Roland hat seinen Abschuss schon fertig, Dönno braucht noch Geis und Bock, Robbie hat noch nichts geschossen.

Samstag soll es wieder ins Emmental gehen. Dann aber mit besserem, ja gutem Wetter. Dieses mal MUSS es einfach klappen...

 

26.10.2013

 

Rehe sehen, ist eine Sache. Rehe erlegen, steht auf einem ganz anderen Blatt...

An meinem vorläufig letzten Jagdtag in Kanton Bern klingelt um kurz vor 06.00 der Wetter. Noch einmal soll es ins schöne Emmental gehen.

 

Der Mittwoch im Emmental ist ja im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen, doch der heutige Samstag sollte laut Wetterbericht ja ein sehr schöner Spätherbsttag werden, mit viel Sonne und milden 18-20 Grad.

 

Nun, erst mal sah es hier, im Seeland, so gar nicht nach einem schönen Tag aus. Zu sagen es wäre neblig, das wäre die Untertreibung des Jahres gewesen. Als wir das Haus verliessen, sah man die Hand vor Augen nicht. Im Kriechgang fuhren wir dahin, zeitweise ein wenig ratlos was den richtigen Weg betraf. Doch kaum im Emmental angekommen, wandelte sich das Bild. Der Nebel war verschwunden, golden leuchteten die Wälder, Kühe auf den Weiden taten was glückliche Kühe auf Weiden eben tun. Teils lagen sie dampfend in der Sonne und käuten wieder, teils standen sie unter Bäumen und naschten von reifen Äpfeln. Die schmale Strasse schlängelte sich durch kleine Weiler, vorbei an einsamen Höfen, hinauf und immer weiter hinauf, tief ins Emmental hinein. Dort gibt es keinen Tourismus, hier findet das wahre Leben tief mit ihrer Heimat verwurzelter Menschen statt, die zu Fremden zwar freundlich, aber zurück haltend sind. "Dönno" stammt aus dem herrlichen Emmental. Ein netter junger Mann, der viel sagt obwohl er nicht viel spricht....

 

Schnell sind die beiden Bänke und der Tisch aufgebaut. Viele Worte fallen nicht, jeder weiß was er zu tun hat, auch ich habe meinen Part, den ich wie als wenn ich schon lange dazu gehöre, schweigend übernehme.

Wieder das von mir schon so sehr geschätzte Ritual des gemeinsamen Frühstücks vor der ersten lauten Jagd. Mittlerweile komme ich mit Rolands Schweizer Dialekt recht gut zurande, doch als Rallo (Roland), Dönno, Fred und Röbbo (Robert) die Strategie festlegen, komme ich nicht mehr mit und verliere völlig den Faden. Als ich wieder etwas verstehe, geht es nicht mehr um die Jagd. Zumindest nicht mehr um die Jagd nach vierbeinigen Rehen. Eher geht es um den Fang von zweibeinigen Schmalrehen... Männer halt, sie könnens doch irgend wie nicht lassen...

 

Zeit für den ersten Trieb. Bea und die Dackel sind die Treiber. Schon bald höre ich Hubis Laut. Erst von mir weg, dann auf mich zu. Ich mache mich fertig, stehe auf und lausche. Hubi hat die Spur verloren. Er ist stumm wenn er die Fährte verliert und wird erst wieder laut wenn er sie wieder findet. Hubi`s Laut setzt wieder ein, noch näher, als ein Reh mit großen Sprüngen unerreichbar für meine Flinte aus der Dickung rechts von mir kommt, und durch den Streifen Fichtenaltholz in die linke Dickung verschwindet. Zwei Minuten später folgt exakt auf der Fährte, spurlaut und eifrig der kleine, dunkelsaufarbene Dackelrüde. Ich mag ihn sehr, den kleinen Kobold mit dem Wesen eines Herzensbrechers. Ein Nachkomme von Hubi könnte mich schwach werden lassen. Irgend wann einmal, wird meine Teckelzeit kommen.

 

Ich überdenke meine Platzwahl. Sollte ich mich nicht ein paar Meter höher platzieren? Während ich noch überlege, ertönt der hohe, aufgeregte Spurpieps von Csöpi. Während Hubi bei älteren Fährten eher stumm bleibt, sieht Csöpi das nicht so eng ihr charakteristisches Gebell ertönt auch bei etwas älteren Fährten.

 

Sie muss direkt auf das Reh getreten sein, denn die Geis schoss förmlich aus der Dickung, exakt dort wo mir Hubi zuvor das andere Reh brachte. Hubis Reh hätte ich schießen können, wenn -ja wenn ich an Ort und Stelle gewesen wäre. Csöpis Reh dagegen war viel zu schnell unterwegs. 

 

Nachdem dort oben nun zwei Rehe unbehelligt von dannen ziehen konnten, packte ich meine sieben Sachen samt Eywa und positionierte mich 50 Meter weiter oben. Natürlich kam dann kein Reh mehr...

 

Der zweite Trieb endete so ergebnislos wie der erste. Schon war es an der Zeit, das Feuer für das Mittagessen anzuschüren. Es gab Rindersteaks von Dönno (wir hatten in der Eile des Gefechts unsere lecker marinierten Rehsteaks zuhaus vergessen), Bratwürste von Röbbo die er hat verbrennen lassen, Wildsaugeschnetzteltes mit Öddäbbflstock (Kartoffelbrei), es gab Kotelettes und Poulett (Huhn). Kartoffelsalat, Brot, Kräuterbutter, Tee, Kaffee und Apfelkuchen.

 

Ich genoss die Pause, Das Alpenpanorama dank des guten Wetters, das Miteinander, die Art und Weise wie man mich "ins Boot" geholt hat, einbezogen hat, mir weiter half wenn ich mal wieder nichts mehr verstand, wie man mich neckte und ich zurückflachsen konnte ohne schief angeschaut zu werden.

 

Fröhlich zogen wir, trotz gut gefüllter Mägen, in den dritten Trieb. Ich saß in einem Jungwuchskomplex. Gute Platzwahl, prinzipiell. Doch zur "lauten Jagd" gehört auch eine sehr große Portion Glück. Bei so wenig Jägern muss man schon verdammt viel Glück haben, wenn ein Reh in der A: passenden Schrotschussentfernung, B: in der passenden Geschwindigkeit und C: mit passendem Schussfeld daher kommt. In diesem Trieb fehlte es nicht an A und B. C lies mich im Stich...

 

Schon war es Zeit für den Abendansitz. Bea und ich saßen nah beieinander und darum genossen wir beide die Zeit bis es Zeit wurde zu sitzen mit Gesprächen über Gott und die Welt.

 

Während wir uns unterhielten, güllte ein Bauer seine Wiese.Suboptimal, denn genau an dieser Wiese wollte Bea eigentlich ein Reh schießen. Zum Umsetzen blieb keine Zeit mehr, nach 17.00 dürfen die Fahrzeuge nicht mehr bewegt werden. 

 

Mein Ansitz war auf einer Viehweide mit Grundwasserpumpstation. Auf dem Deckel der Station kann man prima sicher auflegen und auch Schüsse über größere Entfernungen sauber ausführen. Wieder hatte ich Anblick. Um kurz vor 19.00 tauchte am ziemlich rechten Waldrand ein Reh auf. Nach einem Blick durch die Optik meines Stutzens legte ich selbigen wieder weg. Über 200 Meter muss ich nicht ohne Not auf ein Reh geschossen haben. Auch Bea hatte Anblick. 3 Rehe direkt unter den Apfelbäumen eines Bauerhofes. In der Schweiz gilt die 100 Meter Regel. im Umkreis von 100 Metern um ein befriededes, bewohntes Gelände darf nicht geschossen werden...

 

So verging auch der letzten Jagdtag der Bernerjagd 2013 für mich ohne jagdlichen Erfolg. Erfolgreich war meine Schweizer Woche aber alle mal. Ich habe eine tolle Jagdgruppe kennen gelernt, mit mehr als herzlich aufgenommen werden und ich darf wieder kommen. Jedes Jahr im Oktober, wenn es wieder heißt: 

 

1 Hornsignal = Fuchs tot

2 Hornsignale = Kitz tot

3 Hornsignale = Geis tot

4 Hornsignale = Bock tot

1 langes-mehrere kurze-1 langes Hornsignal = Hahn in Ruh

 

 

"Such verloren, bring Apport"

"So ist`s recht, mein braver Hund"

Zurück in "meinem" Wald.

Kalt war`s heut morgen und windig. Ostwind. Seit Tagen schon.So langsam baue ich Schicht für Schicht meine Winterklamotten wieder zusammen.

Das Gras am Wegrand ist schon mit weißem Reif überzogen. "Bunt sind schon die Wälder, gelb die Stoppelfelder", der Herbst hat aufgehört an die Tür zu klopfen, er steht bereits mitten drin in der guten Stube und richtet sich häuslich ein. Bereit, eine ganze Weile zu bleiben. Wegen mir darf er das gerne, nur den unangenehm pfeifenden Ostwind bräuchte ich nicht zwingend.

Raschelnd fällt mehr und mehr Laub zu Boden, hier und da prasseln Eicheln durchs Laub bevor sie auf dem Boden landen. Manchmal treffen auch ein paar wenige mit viel Geschepper das Kanzeldach und jedesmal fahre ich zusammen. Schussfest bin ich eigentlich schon, eichelfest scheinbar nicht...

Wir sind gut früh dran heut morgen, eigentlich ganz schön sehr früh, bis zur Dämmerung ist noch bestimmt eine Stunde Zeit. Ich mag die Zeit vor der "bürgerlichen Dämmerung" sehr. Oft schließe ich die Augen und warte darauf, das mein Gehörsinn die "Blindheit" ausgleicht. Ich kann Mäuse rascheln und pfeifen hören, ein Käuzchen irgendwo, der Wind wispert mal laut, mal leise seine Geschichten im Eichenlaub. Schritte, irgendwo in einer nahen Dickung. Verkehrslärm von der kleinen Kreisstrasse hinter mir. Stille. Ich rieche den Herbst mit seinem typisch herben Geruch nach Kälte, Feuchtigkeit, Pilzen und nassem Laub

Meine Jagdfreundin ist mit von der Partie. Wir jagen abwechselnd bei ihr und bei mir. Sie bejagt leidenschaftlich gerne Raubwild, also setzte ich sie an den gut besuchten Luderplatz.

Dort hatte ich schon des öfteren regen Fuchsbesuch, jedoch hat man als Linksschütze von dem Sitz aus so seine Kalamitäten...
B. ist Rechtsschütze, hat also wesentlich bessere Karten als ich.

Nur langsam wird es dämmrig, je heller es wird desto weniger wird der Wind. Ich verabschiede ihn lächelnd. Ich sitze in einer geräumigen Kanzel an einer Forststrasse. Hinter mir eine kleine Fläche Eichenaltholz mit Salzlecke und Mahlbaum, vor mir eine von mir im letzten Jahr mühsam erarbeitete Schussschneise. Ein guter Platz, konnten wir dort im letzten Jahr 3 Rehe und einen Frischling erlegen.

Immer wieder geht mein Blick auf den Forstweg, scheinen diese Wege doch recht oft magische Anziehungskraft auf Raubwild zu haben. Ich wurde nicht enttäuscht und konnte gegen 07.15 einen recht kräftigen Jungfuchs erlegen. Der Fuchs lag im Feuer. Zufrieden mit mir und meiner kleinen Welt hieß ich den Tag willkommen. Amseln zeigten auf der Forststrasse emsige Geschäftigkeit, Eichelhäher lärmten wie eine ganze Klasse voller umtriebiger ABC-Schützen, ein Schwarzspecht bearbeitete den morschen Stumpf einer vor sehr vielen Jahren gefällten Eiche.

Eine Bewegung an der Salzlecke erregte meine Aufmerksamkeit. Spitze Ohren, rotes Fell, buschige Lunte: Ein Doppelgänger? Ein Deja vu?
Nein, keine Fata Morgana, sondern noch ein äußerst kräftiger Jungfuchs mäuselte im Laub um der Salzlecke. "Diana" kann ein äußerst launisches Weib, aber auch sehr großzügig sein. Heute zeigte sie sich gönnerhaft. Der Fuchs rollierte im Knall.

Sehr zufrieden verbrachte ich die restliche Zeit bis zum Abbaumen.

Wie meistens nach dem Ansitz, darf Eywa auf meiner Spur nach Dingen suchen, die ich Schussel so ab und an "verliere". Sie kennt das Spiel genau und kann es kaum erwarten das ich sie los schicke. Wie ein geölter, roter Blitz sausst sie von dannen und nimmt die 300 Meter bis zur Kanzel in Rekordgeschwindigekt. Stolz kommt sie, vor Begeisterung wild wedelnd, mit dem Füchslein zu mir zurück. Vorsitzen fällt ihr vor lauter wilder Wedelei sichtlich schwer und drum verzichte ich auf die 100% korrekte Ausführung. Ich mag sie schon sehr, den ungarischen Wischlappen razz 

Auch den zweiten Fuchs suchte, fand und brachte das Schneggsli mit Begeisterung.

Mögen wir zwei noch viele schöne, aufregende Jagderlebnisse gemeinsam erleben.

 

 


"Suuuuuch verwund"

100 Meter Riemenarbeit, kurze Hatz

Morgens in "meinem" Wald. Eywa bleibt derzeit während des Ansitzes im Auto. Warum? Mein Hund ist ein Weichzapfen und bibbert schon jetzt vor sich hin. Ihr scheint das egal zu sein, mein schlechtes Gewissen sagt: Lass doch den armen, armen Hund im warmen Auto...  

Ich muss mal schauen, ob ich ihr einen Mantel bauen kann der zum einen warm ist, zum andern aber weder raschelt noch signalfarbmäßig durch die Landschaft schreit...

Als ich also heute Morgen das Schneggsli im Auto zurück lies, sagte sie mir deutlichst, was sie davon hielt  

Der Morgen begann vielversprechend: Wild zog vor-hinter und neben mir durch die Dickungen. Fuchs und Hase, vermutete ich, zu größerem Wild passten weder die Schrittfolge, noch die Lautstärke.

Als es hell wurde, stand wie von Geisterhand her gezaubert ein prächtiger Fuchs in optimaler Schussentfernung. Ein Kohlfuchs, Rüde, geschätzte 7-8kg. Der hat im Winter bestimmt einen tollen Balg, wenn er mir dann noch einmal so optimal begegnet, dann gehört er mir.

Jagen an Wegekreuzungen umgeben von Dickungen hat einen ganz besonderen Reiz. Man hört viel, sieht nix, ist ständig auf Spannung und trotzdem jedesmal überrascht, wenn dann plötzlich etwas aus der Dickung springt und sich auf den Grasweg stellt.

So ging es auch mir, als plötzlich auf etwa 150 Meter das Kitz von links aus der Dickung auf den Grasweg sprang. Wenn ich Wild schon länger anwechseln sehe, bin ich die Ruhe selbst. Kommt es aber quasi aus dem Nichts und ist plötzlich da, dann kann ich das Adrenalin spüren. Mein Puls schnellt hoch, das Herz klopft rasend schnell, die Atemfrequenz steigt. Im Wald hat man selten lange Zeit um Wild lange zu beobachten. Wenn man Glück hat, so wie ich heute, dann trödelt ein Reh langsam über einen Weg. Sehr oft jedoch, geht es "hopp-hopp" und schon ist es wieder weg. Häufig geht das so schnell, das ich noch nicht mal zum Glas oder zur Waffe langen kann.

Der Schuss bricht, das Kitz liegt, ich repetiere und sehe zu meinem Entsetzten das Kitz in der Dickung verschwinden. Keine Chance um nach zu schießen. "Ruhe bewahren", die Devise meines Jagdfreundes. Ich warte, eine Stunde lang. Der Fuchs kommt wieder, bewegt sich die Fluchtrichtung des Kitzes. Wehe der frißt mein Kitz auf, dann, dann, dann werd ich sauer  

Nach der Stunde Wartezeit schleiche ich an den Anschuss. Der ist nicht zu übersehen. Schön, kleine Bergehilfe für Eywa. Schade das Csillag nicht mit dabei ist, ihm habe ich schon so lange ne Bergehilfe versprochen.

Ich mach Eywa fertig, schalt mein Garmin ein und rechne mit einer 30 Meter Totflucht als wir die "Nachsuche" beginnen. Wie man sich doch täuschen kann.....

Immer wieder finde ich Schweiß, aber kein Kitz weit und breit. Hat das doch der Fuchs in der letzten Stunde schon verschleppt????? Das Kitz hat Widergänge angelegt, Eywa verweist ein Wundbett. XYZ Meter später geht das Kitz aus dem Wundbett und will flüchten. Eywa fängt es und lässt nicht wieder los. Ich kann das Kitz abfangen. Eywa ist wie im Rausch mit Kiefern aus Stahl. So hab ich das Schneggsli noch nicht erlebt. Der Blick von ihr, diese riesen großen Augen als sie das Kitz packt, die Körperspannung, jeder Muskel ist angespannt, sie zittert wie Espenlaub. Es brauchte eine ganze Zeit bis ich das Kitz bergen konnte ohne das Eywa sofort wieder nach dem Kitz griff.

Man hört ja oft "Jägerlatein", von Wunderschüssen und ähnlichen Kuriositäten. Erzählt wird viel, am besten ist, man glaube die Hälfte und ziehe davon noch mal 3/4 ab, dann könnte man hin kommen.

Unser Kitz hatte einen sog. Hohlschuss, bei dem eigentlich alles passt, trotzdem aber kein lebenswichtiges Organ verletzt worden ist. Ich habe noch nie einen Hohlschuss gesehen oder gar selbst fabriziert. Nun bin ich wieder um eine Erkenntnis schlauer. Es gibt sie tatsächlich, die Jägerlateingeschichten um einen Hohlschuss...

 

 


"Himmelsleiter"

Ein Abend im heimschen Pirschbezirk. Irgendwann MUSS doch mal was gehen.

 Der Wind war auch hier wieder ein lausiger Verbündeter, kam von hier, ging nach dort und umgekehrt. Viel Hoffnung machte ich mir nicht als ich den Blatter aus der Tasche kramte. Es passierte wie zu erwarten auch nichts. Erstmal.

 Dann plötzlich, ein roter Farbtupfen in einer Ecke wo eigentlich natürlicher Weise kein roter Farbtupfen zu finden ist. Aufs Fernglas verzichtet und gleich durchs ZF gelinst. Böckchen, Spießerle. Eigentlich darf der da gar nicht stehen, der MUSS mich im Wind haben.

 Auch Schneggsli hat ihn bemerkt, hebt den Kopf und starrt ihn an. Der starrt zurück. Prima Ablenkung, der Bock ist so auf den vermeindlichen Widersacher fixiert, das ihm meine Witterung völlig egal ist. Auch, das der Gegner nicht nach Reh sondern nach Hund stinkt, scheint ihm egal zu sein. Kann nur ein unerfahrener Jährling sein

 Noch steht er verdeckt hinter einer hüfthohen Fichte, doch wenn ich ein wenig rutsche könnte es passen. Ich glaub ich hätte auf dem Sitz Samba tanzen können, der Bock hatte nur Eywa ím Blick und die ihn. Gut für mich, Pech fürs Böckchen. Manche Fehler macht man ihm Leben halt nur einmal....

 Ich konnte ohne Bedenken rum rutschen, lies fliegen, sah noch in der Optik das der Bock die Kugel hatte.
 Die obligatorische Wartezeit dauert viiiieeeel länger, wenn man nicht mehr raucht...

 Runter gekrabbelt, zum Anschuss getapert, huch-das sieht ja plötzlich alles ganz anders aus als wie von da oben. Da stand er-da ging er in die Dickung ich weiß es doch genau, da MUSS Schweiß sein, Himmel Herrgott.

 10 Minuten später geb ich es auf und hol doch das Schneggsli. Die nimmt schon 50 Meter vor dem Anschuss die Nase hoch und schaltet den Turbopropeller an. Aha, soso....

 Nun denn, wenn man sich um 7 Meter vertut kann man lange nach Schweiß suchen.... Fluchtstrecke des Böckchens keine 10 Meter...

 

"Am Bächla"

Totflucht 52 Meter

Anscheindend schaff selbst ich es, mit dem Blatter auch mal die richtigen Töne zu treffen.

Gestern Abend saß ich an jener Wiese, auf der wir vor einer Woche B.s Bock nachgesucht hatten. Die Wiese ist gesamt schätzungsweise 700 Meter lang und bis zur Grenze, einem Bächlein, zwischen 30 und 100 Metern breit. Auf 5/7 der Länge, wird sie durch einen Wirtschaftsweg geteilt. So benamsten wir die Kanzel die genau an dem Bach steht: "Rechts vom Bächla" und "links vom Bächla" Insgesamt ist diese Wiese rießig, ein wunderschönes Biotop mit angrenzendem See.

Der Wind gestern Abend war ein launischer Geselle. Mal von hier nach, von da nach hier, von links nach rechts, im Kreis herum. "Am Bächla" ist wie für mich gebaut. Sitzhöhe passt, Brüstungshöhe passt, die Sitzmöglichkeit so angelegt, das ich als Linksschütze auch bequem nach links schießen kann.

Den Hund kann man supergut mit nehmen und so ablegen, das er fürs Wild unsichtbar ist. Schneggsli lag auch den ganzen Abend bewegungslos mit der Nase im Wind. Recht oft hob sie den Kopf und holte sich allerlei interessante Gerüche. Die gabs da auch zuhauf zu holen: Biber, Hasen, Rehe, Enten.

Also 19.30 ist mittlerweile fast ein wenig spät zum ansitzen. An Wiesen gehts grad noch, im Wald sollte man denk ich, spätestens um 19.00-19.15 sitzen. Jetzt wirds wieder eng zeitlich gesehen. Ich muss direkt von der Arbeit los, hab dann nix gegessen und sitz mit äußert schlecht gelauntem, knurrenden Magen und harre der Dinge. Lange Zeit passiert nichts, außer einem uralten, zerupften Hasen, der gemächlich über die Wiese hoppelt und allerlei Gräser und Blättchen in rekordverdächtiger Geschwindigkeit in sich hinein mümmelt. Weil sonst nix zu sehen ist, beobachte ich den Mümmel lange und ausführlich. Ein Ohr ist zerschlissen, der Balg zerrupft und löchrig. Er sieht recht mager aus, frißt aber wie deutlich zu sehen recht gut, die Zähne scheinen wohl in Ordung zu sein.

Da ich den Mümmel so peinlich genau studiere, kann ich wirklch nicht sagen wann genau das Reh links vom Bächla erschien. Plötzlich war es da, weiblich, Geis oder Schmal???? Da ich noch keine wirkliche Ahnung über die körperliche Verfassung der Rehe hier habe, leg ich mich mal nicht fest. Spinne seh ich keine doch das sagt um die Jahreszeit mal gar nichts aus. Auch das Reh wird eingehend studiert. Recht hell von der Farbe, aufmerksam immer wieder nach oben in den Wald sichernd, scheinäsend zieht sie um her. Ab und an windet sie in unsere Richtung, bemerkt uns aber nicht. Als sie erneut Richtung Wald sichert, schiebt sich noch ein Haupt aus dem Trauf. Nach dem der Rest des Reh`s auch erscheint, wird klar um was es sich handelt. Erst als ihr Kitz vollständig auf der Wiese steht, kann die Geis beruhigt äsen und tut das auch ausführlichst. Gemeinsam ziehen sie über die Wiese, naschen mal hier, probieren mal dort.

Als zwei Bussarde schreiend am Waldrand entlang streichen, legt die Geis die Ohren an wie ein Pferd und springt drohend ein paar Meter in die Richtung der Greife. Nach 30 Minuten verschwinden Mutter und Kind ruhig im Wald.

Soll ich blatten? Wag ich es? Mir fehlt komplett die Erfahrung doch da das Licht nicht besser wird, werf ich meine Bedenken über Bord. Was soll schon passieren, außer das nichts passiert?????
Also Blatte ich. Eywa schaut kurz zu mir hoch, fragend, mit schiefem Kopf. "Was tust du da?", könnte ihr Blick bedeuten. Ja, Schneggsli, das frag ich mich auch... Alles gut, kleine Maus, alles in bester Ordung.

Das Reh muss von hinten über den Bach gekommen sein, anders kann ich mir das nicht erklären. Die Geis und das Kitz davor hat Eywa nicht bemerkt. Dieses Reh hier aber sehr wohl. Sie liegt wie eine Figur aus Porzelan, ihr Fell glänzt in der restlichen Abendsonne, sie zittert ganz leicht, ist und bleibt aber mucksmäußchen still.

Der abgebrochene Ast -oder wars der Biber der ihn angenagt hat?-einer alten Weide hängt in mein Sichtfeld, doch es reicht um das Reh als Bock zu erkennen. Schießen kann ich den so aber nicht. Ich muss warten ob er sich ein wenig mehr in die Mitte der Wiese bewegt. Genau das macht er auch. Nun steht er breit, ruhig sichert er nach oben in den Wald hinein als mein Schuss bricht. Im Augenwinkel sehe ich ganz am anderen Ende der Wiese zwei Rehe abspringen. Mein Bock trollt über die Wiese, bleibt am Trauf kurz stehen und verschwindet dann im Wald.

Schneggsli sitzt und würde wie Glas zerspringen, würde man sie jetzt antippen. Jede Faser ihrer Muskeln ist gespannt wie eine Feder, doch sie bleibt ruhig.

Das Licht wird immer schlechter und drum werd ich zumindest noch den Anschuss suchen und ggf markieren. Wer kann mir dabei besser behilflich sein, als das Schneggsli? Mit ihrer Hilfe ist der Anschuss schnell gefunden. Der Bock hat einen guten Treffer, am Anschuss Lungenschweiß plus Gewebe. Eigentlich wäre das optimal für Bina, die junge KLM Hündin von B. Bina hat schon ein paar solcher Bergehilfen gemacht, im Anschluss aber deutlich gezeigt, was sie von Kunstfährten mit Rinderblut hält....

Also kamen wir einhellig zu dem Schluss, das Bina bis nach der BP keine Suchen mehr machen wird!

Eywa hat das Böckchen schnell gefunden. Sie nahm nicht mal die Nase runter, ihr war am Anschuss wohl schon klar das man dazu keine tiefe Nase braucht. Also gab es für`s Schneggsli wieder eine Trainingseinheit die ihr klar machen sollte, das man auch solche Sachen gefälligst manierlich zu suchen hat.

Fluchtstrecke des Böckchens 52 Meter mit Blattschuss. Schussdistanz etwa 110 Meter.
Der Kleine war etwas zerrupft, scheinbar hat er in der Brunft jetzt doch ein paar mal Prügel bezogen, an der rechten Backe hat er eine frische Forkelverletzung. Aufgebrochen wog der Jährling grad mal 10,7kg, das ist Laut Aussage von B. eindeutig nicht gerade üppig...

 

"Fuchs, du hast die Gans gestohlen..."

Ich konnte kurz nach dem Aufbaumen einen Jungfuchs erlegen. Um keine Unruhe zu machen, blieb ich sitzen und lies den Fuchs an Ort und Stelle liegen.

 

Eywa lag während des Ansitzes frei abgelegt unter dem Sitz. Das Füchslein konnte sie weder vor noch nach dem Schuss sehen oder gewittert haben.

 

Im weiteren Ansitzverlauf besuchte uns noch eine Geis und ein Marder.

 

Nach dem Abbaumen und somit 2h nach dem Schuss, bat ich Eywa darum, das Füchslein zu suchen, zu finden und zu bringen.

 

Mein Wunsch wurde flugs erfüllt.

 

Braaaaaves Schneggsli

 

 

Fasane in Ungarn

Zum ersten mal ging es für mich und Eywa nicht zum Trainieren nach Ungarn, sondern um gemeinsam mit Freunden aus der Schweiz Fasane zu jagen.

 

Nach anstrengender Fahrt kamen wir spät Abends müde, kaputt und des Autofahrens nicht mehr Willens, in unserem Quartier in Alsótold im Norden Ungarns an.

 

Nach dem Genuss von äußerst schmackhaftem Pörkölt wurden die Zimmer verteilt und wir alle fielen erschlagen in unsere Betten.

Leider quälte mich ein hartnäckiger Reizhusten, welcher sich das ganze Wochenende tapfer und hartnäckig hielt so sehr, das ich keine ruhigen Nächte hatte. Zum Glück schlief meine Zimmergenossin und Freundin Andrea stets wie ein Stein, so das ich nicht auch noch sie um den wohlverdienten Schlaf brachte.

 

Am Morgen des ersten Jagdtages ging es mir wirklich nicht sehr gut und ich überlegte einen winzigen Moment lang, ob ich den Tag nicht besser in der Sauna, anstatt bei Nässe und Kälte auf dem Feld verbringen sollte. Zum Glück entschied ich mich für`s Jagen. Ich hätte mich lange drüber geärgert, hätte ich das verpasst.

 

In der Nacht von Freitag auf Samstag kippte das Wetter. Aus moderaten +/- 0° und leichtem Schneefall wurden 3-4° bei lästigem Landregen, welcher die hübsch anzusehende, winterliche Landschaft mit beeindruckender Geschwindigkeit in eine schlammige und wenug einladende Gegend verwandelte.

 

Von unserem Quartier aus mussten wir noch rund 45 Minuten ins Revier fahren. Rotwild stand in Rudeln von 30-45 Stück vertraut am Straßenrand. Im ersten Moment hielt ich sie für Kühe, so unbeeindruckt standen sie da und weideten, ähhhhh ich meinte ästen vor sich hin.

 

Am treffpunkt angekommen, wurden wir "umgeladen". Laut Gabor würden wir mit unseren "Sonntagsjeeps" nicht sehr weit kommen. Zugegeben, so ein wenig stichelte die Aussage "Sonntagsjeep" schon, doch nach den ersten 200 Metern musste ich Gabor uneingeschränkt recht geben. Mit unseren Autos und unsererm fahrerischem Können, zbw wohl eher Nichtkönnen, wären wir im Leben nicht mal ansatzweise auch nur in die Nähe des erstens Triebes gelangt....

 

Am Ende des Tages lagen 30 Fasane auf der Strecke. Ich habe meine aller ersten Fasane erlegt und mich mit 1/6 an der Strecke beteiligt.

 

Die Nacht von Samstag auf Sonntag war noch etwas wärmer und es muss stark geregnet haben, denn der Schnee in Alsòtold, der reichlich lag als wir ankamen, war nahezu verschwunden. Nur ein paar schmutzig braune Reste lagen noch hier und da in den Gräben an den Straßen. Der Wind blies kräftig, schon fast unangenehm. Heute waren es ca 30 Schützen die den letzten Jagdtag auf Fasan nutzen wollten.

 

Die Fahrt vom Treffpunkt ins Revier war noch wesentlich anspruchsvoller und aufregender als am Vortag....

 

Sturzbäche von Schmelzwasser schossen in den sehr tiefen Fahrrinnen die Hänge hinunter, Die Autos gruben sich durch teils gut knietiefen Schlamm und wurden richtig gefordert, damit sie teils im Slide quer zum Hang vorwärts kamen. Doch wir kamen an, die Jungs wissen genau was sie tun müssen. Sie kennen ihr Gelände, kennen ihre Fahrzeuge und haben eine unglaubliche Routine, auch bei diesen Verhältnissen ihre Passagiere sicher ans Ziel zu bringen.

 

Am Ende des zweiten Jagdtages lagen 72 Fasane auf der Strecke. Ich hatte kein Glück.

 

Leider konnte Eywa nicht so arbeiten wie ich mir das gewünscht hätte denn sie war mitten in der Standhitze und da machen sich lange, unbeobachtete Verlorensuchen nicht wirklich gut. So blieb sie in meinem Nahbereich. Trotzdem machte sie eine nette Verlorensuche in einem Schwarzdorngürtel und apportierte den ein oder anderen Gockel aus dem Sichtbereich. Anmerkend muss ich schon sagen, das Eywa sehr wählerisch zu sein scheint, was einen möglichen Vater ihrer Welpen betrifft. Nachdem bereits am ersten Jagdtag ein blonder Labbirüde vehement angeblasen und abgewiesen wurde, hätte sie sich auch gestern noch nur zu gerne einem feschen UD-Rüden hingegeben.

 

Es waren waren zwei bzw drei wunderschöne Tage, die ich gerne bei besserer Gesundheit und ohne standheiße Eywa genossen hätte, doch wir werden das auf jeden Fall wiederholen. Dann aber ohne grippalem Infekt und ohne standheiße Eywa.

Vizslapower

Ein schöner Abschluss

So, nun ist die Rehjagd für dieses Jagdjahr endgültig zuende.

4 Jagdtage in Schwaben sind vorrüber, unglaublich wie die Zeit rennt, wenn man mit Freunden zusammen ist, Spaß hat, gemeinsam jagen geht. Insgesamt hatte ich 5 Ansitze und 2 Drückerle.

Die Bedingungen waren hervorragend: Leichter Frost nachts, tagsüber 0-1°. Geschlossene Schneedecke nicht verharscht, sehr gutes Licht Dank Schnee und kurz vor Vollmond. Sauen sind grad aktiv im Revier, überall haben sie geschoben und gebrochen, Fährten all überall, große Sauen, Rotten, Überläuferbanden.

Schnell hab ich mich Mittwoch Abend nach einem netten Abendessen mit meinen 7 Sachen in der Hütte eingerichtet, den Ofen angeschürt. Also, EIN Vizsla im Bett ist ja recht angenehm, ein praktischer Fußwärmer wenn man Eisbeine hat...
ZWEI Vizsla hingegen.....Wenigstens haben die Hunde gut geschlafen....

Donnerstag Morgen der erste Ansitz. Schnee hat nicht nur Vorteile. In einem Revier in dem man morgens eine Stecknadel fallen hören könnte, ist das Knirschen von leicht angefrorenem Schnee so laut wie ein Presslufthammer. Leise kommt man da nicht zum Sitz. Schon gleich gar nicht, wenn man erst mal den falschen Pirschsteig wählt und an der Kirrung, anstatt an der Kanzel landet... 
Um auch noch den letzten Rest Hoffnung zunichte zu machen, drehte der Wind in einem fort. Der Morgenansitz war für die Mietzekatz. Nach einem guten Frühstück war der Plan, mit den Hunden zu arbeiten. Dieser Plan hat sich schnell von alleine erledigt, denn die Revierrunde brauchte mehr Zeit als gedacht. Danach noch schnell in den Baumarkt, Dinge gekauft um dem Waschbären ein Luderrohr zu basteln und schon gings zum Abendansitz. Die von mir erwählte Kanzel ist fast so etwas wie meine Lieblingskanzel. Ich mit meiner Körpergröße passe dort genau hin. Alles passt:Tiefe des Fußraumes, Brüstungshöhe, Sprossenabstand, Sitzbretthöhe. Perfekt für mich. Wenn ich`s nicht besser wüsste, hätte ich gesagt, die Kanzel wurde für mich gebaut 
Ich kam zwar recht leise zum Sitz, doch der Wind war auch am Abend nicht mein Verbündeter und so zog ich ohne Beute, aber mit kalten Fingern, Nase, Füße unverrichteter Dinge wieder ab.....

Auch der Morgenansitz am Freitag blieb einsam. Abends saß ich an meiner Zweitlieblingskanzel: Dickung links soweit das Auge reicht, eine alte Rückegasse mit der Salzlecke und der Kirrung, rechts Altholz. Einen Haken gibt es dennoch: Beziehen braucht man die Kanzel nur bei Ostwind. Und, an diesem Freitag Abend hatten wir Ostwind  
Beim Angehen der Kanzel fanden sich massig Fährten: Eine richtig große Sau, mehrere Überläufer, Rehe, Füchse und Hasen. Im Altholz war flächendeckend gebrochen. Mit etwas Glück, wer weiß, vieleicht ein Geburtstagsschwein? Ich hatte vor, die sehr guten Lichtbedingungen so lange wie möglich zu nutzen. Aber, erstens kommt es anders, als man zweitens denkt. Ein Reh betrat die Rückegasse und als es breit stand, ließ ich fliegen. Ich hatte das blöde Gefühl nicht gut abgekommen zu sein, doch der Anschuß lies mich aufatmen und ruhig werden. Eywa freute sich sehr über die kurze Bergehilfe, sie packte das bereits verendete Reh an der Drossel, so soll das sein. Braaaaaves Schneckschen  

Nach dem Ansitz gab es lecker Wildgulasch für alle. Inzwischen war auch der Rest der Gruppe eingetrudelt, ein schöner großer Haufen, ich mag sie alle sehr :bussi
Nach dem Abendessen ging es rasch zurück in den Wald in "meine" Hexenhütte. Sandmann hat gute Arbeit geleistet, ich war sooooo müde und erhoffte mir, etwas mehr Schlaf als die letzte Nacht. Da man in der Hütte mangelnds Isolierung gut heizen muss um im unteren Stockbett nicht zu erfrieren, wird man im oberen Bett bei mittlerer bis starker Hitze nicht sehr schonend gegart... 
Drum wurde schnell die obere Matratze auf den Boden gelegt und Männe schlief ebenerdig. Ich sah gute Chancen für mich mit nur einem Hund im Vollkörperkontakt etwas mehr Schlaf als die letzte Nacht zu bekommen. Hat nicht geklappt. Alles Locken, Rufen, Kommandieren half nix, beide Hunde wollten ausschließlich unter meine Decke.....

Samstagmorgen: Mein Wecker klingelte nicht, warum auch immer, gestellt war er :beleidigt. So schoss ich hoch und schaffte es in nur 7 Minuten vom Bett in meine Lieblingskanzel, zwar etwas später als gewollt, aber immer noch rechtzeitig. Ich war ganz froh das nix kam, denn ich brauchte lange, seeeehr lange um halbwegs wach zu werden. Ja ja, das Alter. Man wird nicht jünger und die Zeiten in welchen ich quasi auf Befehl innerhalb weniger Minuten hellwach war, sind eindeutig vorbei...
Auch der Wind spielte schon wieder sein launisches Spiel und kam mal aus dieser, mal aus jener Richtung. Hauptsächlich aber aus Osten und Ostwind ist für diese Kanzel die schlechteste aller Möglichkeiten. Als dann noch eine Gassigängerin mit ihren beiden Hunden vorbei kam, nahm ich dies dankbar als Zeichen den Ansitz zu beenden an. Nach dem Kontrollieren der Kirrungen erwartete mich ein reichaltiges Geburtstagsfrühstück mit allem was das Herz begehrt. Mein Geschenk fand ich einfach nur toll: Ich bekam ein Parforcehorn in B und ES :Herz1 und eine RESCUE Handcreme, sowie RESCUE Lutschpastillen  

Eigentlich war nach dem Brunch ursprünglich Wellness pur in der Sauna geplant gewesen, doch eine handvoll Sauen die sich am Morgen fast klammheimlich in einer Dickung eingeschoben hatten, bewegten uns dazu, die Wellness ein wenig abzuändern. Statt also ins Solebad gings in den Wald. Dummerweise nutze ein Mann das Wetter und den Samstag um spontan Holz zu machen. Unglücklicher Weise machte er das genau dort wohin sich die Sauen verdrückt hatten. So fand der Durchgeher nur noch einen leeren, frisch gebauten Kessel und viele Trittsiegel. Ganz umsonst, neben viel gesunder frischer Luft und ein klein wenig Sonnenschein, war die Aktion doch nicht. Eine Jungjägerin mit Vizsla konnte ein Reh erlegen  

Der Abendansitz verlief unspektakulär. Lecker Essen gab es an diesem Abend beim Kroaten und eine gemütliche Bar im Anschluss und als Abschluss des Tages war schnell gefunden. So klang mein Geburtstag gemütlich bei Kerzenschein, guten Cocktails und netten Gesprächen aus. Es war seit langer Zeit einer der schönsten...
Viel frische Luft macht viel müde, es zog uns alle relativ flott in die Betten.

Die Nacht auf Sonntag war fast etwas gespenstig. Der Wald totenstill, kein Käuzchen schrie, kein Fuchs bellte, kein Ästchen brach, kein Zweiglein raschelte. Taghell wars, Vollmond, fast wolkenloser Himmel, eisekalt.

Heute morgen war "ausschlafen" anberaumt. Statt einem Sammelansitz sollte es am frühen Vormittag ein kleines Stamperle zusammen mit einem der Nachbarn geben. Nix wildes, nur ein paar Schützen, wenig Hunde.
Ich saß auf einem Kopf, vor und links von mir liefen zwei Klingen zusammen. Gutes Schussfeld, viel Kugelfang.
Gleich nach Beginn der Jagd kommen von hinten 2 Rehe vertraut auf mich zu. Eines der beiden bleibt stehen und schlägt unter einer Eiche nach Eicheln. Ich richte mich ein und lass fliegen. 2 Rehe springen ab und verschwinden in einer der tiefen Klingen. Verfl.... noch mal, das musste jetzt sein. Was hab ich angestellt???? Na ja, es hilft ja nix ich muss ruhig bleiben und abwarten.... Einige Zeit später kommt Fine die Klinge herauf. An ihrer Körperspannung kann man gut sehen das sie Witterung von etwas hat. Den Anschuss, die beiden Rehe? Fine nähert sich der Stelle an der ich das Reh beschossen habe. Sie wird langsamer, senkt den Kopf, wedelt freudig. dann bellt sie einmal, schüttelt sich und geht weiter suchen. Was hat sie da gefunden? Einen viel versprechenden Anschuss, am Ende gar das Reh? Aber falls da wirklich mein Reh liegt, wie kann das sein? Es kamen doch nur 2 Rehe und zwei sprangen nach dem Schuss ab. Des Rätsels Lösung kam im Form des Durchgehers.
Den hab ich gebeten mal an die Stelle zu schauen. "Waidmannsheil" erklangs jenseits des Grabens Da lag ein sauber geschossenes Reh. Waren es wohl doch 3 Rehe, statt nur 2, die zu mir kamen.

Auch mein Mann hat ein Reh beschossen welches flüchtete. Am Anschuss viele Haare, wenig Schweiß, der aber im Verlauf der Fluchtfährte deutlich zunahm. Arbeit für Eywa. Was als vermeindlich komplikationsarme Bergehilfe begann, endete in einer 1,5 Stunden langen Suche mit Teilerfolg. Vorweg, das Reh hatte einen tiefen Kammerschuss, der die Kammer nicht richtig auf machte, sondern sie, wenn überhaupt, nur ganz leicht ankratzte. Die Fährte ging einen ziemlich heftigen Steilhang hinunter und es kam wie es kommen musste: Ein winziger Moment der Unachtsamkeit und ich kam im Hang ins Rutschen. So waren Eywa und ich schneller und anders als geplant am unteren Ende des Steilhanges angelangt :stumm:
Der Weg wieder nach oben, zum letzten Schweißfund, dauerte wesentlich länger und war wesentlich anstrengender als die unplanmäßige Schlittenfahrt ganz ohne Schlitten nach unten....
Ich ackerte mühevoll und lange bis ich wieder oben war, war völlig durchgeschwitzt, die Knie zitterten vor Anstrengung. Nach kurzer Verschnaufpause ging es weiter. Meine mühevolle Kletterpartie erwieß sich als komplett umsonst. Eywa wollte den Steilhang wieder runter....

Schweiß nahm war mittlerweile deutlichst weniger vorhanden, mein Abflug im Steilhang und die daraus resultierende "Schneise der Verwüstung" trugen nicht gerade dazu bei, Pirschzeichen im Überfluss zu finden...

Ratlos stand ich irgendwann in einer Sturmfläche im Hang und wusste nicht mehr weiter. Nach einem sehr vagen Wundbett fanden sich keinerlei Pirschzeichen mehr und auch Eywa wirkte ziemlich ratlos. Hilfe nahte durch Andi und Anke. Die Pause bis zu ihrem Eintreffen verschaffte mir und Eywa wieder neue Energie und wir fanden den Anschluss wieder. Dann fiel unten am Kocher, nicht sehr weit weg von uns ein Schuss. Kurz drauf die Nachricht, das das gesuchte Reh am Kocher hinter einem Holzpolter im Wundbett lag und von dem Hund eines Spaziergängers hochgemacht wurde. In seiner Not sprang das Reh in den Kocher. Dort konnte es von dem an dem Drückerle beteiligten und noch zufälligerweise anwesenden Pächter des Nachbarreviers erlegt werden. Als das klar war, brachen wir die Suche ab. Ich hätte Eywa den Erfolg für die gute Arbeit mehr als gegönnt, aber das Reh konnte erlöst werden und das ist die Hauptsache.

 

 

Das Jagdjahr 2012/13

Zusammenfassend war es ein gutes Jagdjahr für uns. Eywa hat schöne und erfolgreiche Nachsuchen gemacht, lernen müssen, das man nicht immer zum Erfolg kommt auch wenn man gut sucht.

 

Sie hat fleißig Enten apportiert.

 

Sonntag auf dem kleinen Entenstrich am Kocher hat sie 3 Erpel aus dem Hochwasser führenden Kocher gefischt.

 

Ein paar Tage Jagdzeit in Bayern bleiben noch, den Abschluss macht die Drückjagd in dem Teil des Reviers in dem mein Pirschbezirk liegt.

 

Wenn die Jagd auf Rehwild für dieses Jagdjahr beendet ist, werden wir uns den Sauen und Füchsen widmen. Ich hoffe sehr das der Winter mit Schnee und Frost doch noch zu uns kommt. 

 

Außerdem geht es noch mal für ein längeres Stupselwochenden nach BaWü denn dort endet das Jagdjahr erst Ende Januar.

 

 

3 Tage Steigerwald

Da ich mich dazu entschlossen habe, Eywa nahezu ausschließlich auf Schweiß zu führen, verbrachte sie die 3 Tage sehr viel damit, sich in Geduld zu üben...

 

Angedacht waren als Arbeiten für sie einfachere bis mittlere Nachsuchen, immer mit Rückhalt vom Profi.

 

In 3 Tagen wurde gut gejagt, die Gesamtstrecke war sehr zufriedenstellend. Ich selbst hatte dieses mal kein Jagdglück. Aber, es kommen ja noch mehr Jagdten...

 

 

Kleiner Entenstrich

3 Flinten + 1 Eywa = 8 Enten. 7 der Enten konnte Eywa auf dem kleinen Weiher mitten im Wald einfach einsammeln. Die 8. Ente stieg geflügelt aus dem Weiher aus und drückte sich im Wald. Nach kurzer Verlorensuche brachte Eywa den Erpel ordnungsgemäß.

 

 

Drückjagd in Franken

Rehwild und Schwarzwild wurde gejagt.

 

Ich konnte ein Schmalreh strecken. Es stand eine Nachsuche auf ein gekrelltes Reh an. Wir landeten an einem Schützenstand, von dem aus ein krank anwechselndes Reh erlegt werden konnte. Dieses Reh hatte einen Krellschuss.

 

Mit 10 Rehen und einem Fuchs war die Strecke nicht besonders hoch, wichtiger ist jedoch, das das Verhältnis Schüsse-erlegtes Wild recht gut war.

 

 

Drückjagd in Schwaben

Wie jedes Jahr, am ersten Samstag im November wird bei einer revierübergreifenden Drückjagd eine Fläche von rund 850ha bejagt. Mit dem Wetter hatten wir ziemlich viel Glück, es hörte punktgenau zu Jagdbeginn auf zu regnen.

 

Nach dem Schnallen der Hunde ging es sofort rund im Busch. Die Hunde jagten anhaltend, laut und giftig, es viele viele Schüsse.

 

Eywa wurde als Durchgehhund mit genommen und lies sich, so die Aussage nach der Jagd, brav und willig mal hierhin und mal dahin in die Dickungen schicken.

 

An Wild kam sie leider nicht, war aber immerhin 17km bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 4km/h unterwegs.

 

Ich hatte so überhaupt keinen Anblick, das meiste Wild kam beim Nachbarn zur Strecke.

 

Am Ende der Jagd lagen insgesamt 20 Sauen und 20 Rehe. 

 

 

Klein, aber fein...

... war die heutige Entenjagd im Schwarzachtal. 15 Schützen, 3 Hunde.

22 Enten

 1/4 der Strecke wurde von Eywa ordnungsgemäß abgeliefert. Eywa hat gut gearbeitet. Ich konnte sie leise ans andere Ufer schicken und leise zum Verlorensuchen ins Feld beordern. Sie brauchte keine 5 Aufforderungen, die sich lautstärkenmäßig immer mehr steigerten bis der Hund sich endlich mal bequemte, das Wasser anzunehmen und dorthin zu schwimmen, wo der Hundeführer den Hund hin haben wollte..., und sie war zu keiner Zeit außerhalb des Geschehens, sozusagen in "geheimer Privatmission" unterwegs... 

Braaaaves Schneckschen.

Eine knapp 11 jährige KLM Hündin hat eine fantastische Verlorensuche absolviert. Sie kam, intelligentem Ungehorsam sei Dank, mit einem Erpel der wohl noch ziemlich unterwegs war bis er verendete, aus großer Distanz zurück.

Braaaves altes Mädchen

 Ich hab mal wieder nix erlegt, (was nicht heißt, das ich nicht geschossen habe...) darf aber trotzdem wieder kommen. Irgendwie muss ja der Vizsla beim nächsten mal wieder dort hin verfrachtet werden....

 

Entenjagd im Teichgut

Wieder ging es zum Einsammeln von Nreitschnäbeln in den Fischzuchtbetrieb Bayer`l.

 

Ein teil der Weiher war schon abgelassen, so mutierte die Suche teilweise regelrecht zur Schlammschlacht. Hierbei zeigte sich, das große, kräftige, langhaarige Hunde nicht immer die besseren Karten hatten.

 

Da dieses mal sehr viele Hundeführer mit jungen, unerfahrenen Hunden anwesend waren, hielt ich mich mit Eywa zu Beginn dezent zurück. Sie muss nicht den jungen Hunden die einfachen Enten vor der Nase weg apportieren...

 

Im letzten Trieb, vielen kleinen, wie auf einer Perlenschnur hinter einander aufgreihten Weihern, konnte Eywa dann 4 Enten, die tötlich getroffen ins dichteste Schilf fielen, suchen und bringen. Leider verletzte sie sich dabei ernuet, so das wir wohl wieder für 1-2 Wochen pausieren müssen. 

 

 

Entenjagd an der Schwarzach

Ich mag diese Art zu jagen sehr. Eine überschaubare Anzahl Schützen, wenige, dafür aber gute Hunde und klare Ansagen.

 

Jedes auf`s Neue freue ich mich auf diese Jagd und heute war es endlich wieder soweit. Auch wenn das Wetter alles andere als angenehm war, denn es regnete ohne Unterlass:

 

17 Flinten

4 gute Hunde

25 Enten

 

Die Hunde haben gut gearbeitet. Es lagen jede Menge Enten recht fest auf der Schwarzach, so das wir nach 2 Treiben und 25 Enten die Jagd einstellten.

 

Es wird noch eine Jagd geben, gegen Jahresende vermutlich. Schon jetzt ist die Vorfreude groß.

 

 

 

 

Entenjagd in Einberg

Entenjagd Nummer 2

 

Insgesamt war ich zufrieden mit Eywa`s Arbeit. Sie hat schön aus Entfernung apportiert, ging auch besser ins Schilf als letztes Jahr. Das Schilf heuer hat es wirklich in sich. Es ist sehr dicht, sehr fest.

 

Insgesamt konnte sie an zwei Tagen etwa 20 Enten apportieren. Dabei waren einige geflügelte Enten.

 

Jetzt ist Pause bis nach der VGP.

 

Eywa muss wohl ein Erdwespennest gefunden haben. Ihre linke Hinterpfote ist fast aufs doppelte angeschwollen. Arme Maus. 

 

 

Entenjagd

Für Eywa und mich war gestern die erste der 4 großen Entenjagdten als Hundeführer.

 

Rund 30 Schützen standen etwa 20 Hunde zur Verfügung. Ein Tel der Hunde waren Stöberer, der Rest Apportierer.

 

Im ersten Treiben konnte Eywa zwei Enten apportieren.

Im zweiten Treiben gab es auf meiner Dammseite ettliches zum Nachsuchen. Eywa gab sich Mühe und konnte 4 Enten bringen. 2 waren Totsuchen, 2 waren kranke Enten, die sie im Schilf gegriffen hat.

 

Im dritten Treiben mussten die Hunde mit schwerem Schilf kämpfen. An diesem Teich muss das Schilf explodiert sein, so dicht und groß war es dort letztes Jahr noch nicht. Eywa konnte 3 Enten bringen. Heute wird dort noch einmal nachgesucht, denn einige Enten flüchteten ins Schilf und müssen erst richtig krank werden, damit die Hunde eine Chance haben.

 

Der letzte Trieb war zwar vom Wasser her der einfachste, für die Hunde aber der schwerste denn sie waren müde und abgekämpft. Bei rund 25 Grad ist das Suchen im dichten Schilf nicht grad easy going....

 

Eywa konnte dort auf dem offenen Wasser eine geflügelte Ente, die, für Eywa sichtig, in ca 60 Meter Entfernung aufs Wasser klatschte, fangen und bringen.

 

Die letzte Ente, wurde dann, obwohl sie tot am Schilfrand lag, zur "Problemente". Eywa lies sich nicht mehr schicken. Sie ging ins Wasser, schwamm die Hälfte der 50 Meter und drehte dann immer an der gleichen Stelle ab. Die Maus war einfach kaputt und müde. Ich versuchte sie dann energisch an den Schilfrand zu beordern, das ging erst Recht schief und ich hatte danach einige Mühe, das Schneckschen wieder freudig ins Wasser zu bekommen.

 

Auch zwei GM`s hatten ihre Mühe mit der "Problemente". Die alte Hündin Aische, lies sich dann aber doch irgendwann so weit schicken, das sie die Ente in die Nase bekam...

 

Wir werden sehen, wie Eywa sich beim nächsten Termin zeigt... 

 

 

Eywa`s erste Sau

Heute Morgen war ich ansitzen. Ich hab noch 7 Rehe zu schießen, so langsam sollte ich mal zu Potte kommen, sonst wirds eng hinten raus....

 Derzeit ist nirgends irgendwas los, das ausgebrachte Fallobst wird (noch) nicht angenommen, in meiner "grünen Hölle" sieht man die Rehe selbst dann nicht, wenn sie 15 Meter neben einem stehen oder ziehen.

 Es knackst und raschelt an allen Ecken und Enden. Nie bewegen sich die Geräusche weit in eine andere Richtung. Mäuse also, kein Grund für hohen Blutdruck.

 Ich sitze in einer sehr geräumigen Kanzel, vor mir "grüne Hölle" der ich mit Leibeskräften eine 70 Meter lange und 10 Meter breite Schussschneise abgerungen habe. Links und rechts von der Kanzel geht ein Forstweg, hinter mir eine Freifläche mit Eichenaltholz, dahinter noch viel mehr "grüne Hölle".

 Ab und an ist der Mahlbaum von den Sauen angenommen, ab und an gehen sie an das Futterrohr oder graben den Mais aus, den ich von Zeit zu Zeit unter dicken Buchenrollern verstecke. Nie regelmäßig, nie ist irgendein Rytmus erkennbar. Das einzige was bombensicher ist, ist, das eben nichts sicher ist....

 Langsam erwacht die "bürgerliche Dämmerung", langsam werden Konturen erkennbar: Knorrige Eichen, die Buchenverjüngung, vor mir die Schussschneise, an deren Ende der Stamm einer solitären jungen Eiche hell glänzt, der geschotterte Forstweg, der sich wie ein helles Band durch die Dämmerung zieht. Immer wieder glase ich nach vorne, links und rechts. Die Freifläche in meinem Rücken spare ich mir. Zum einen müsste ich mich dauernd umdrehen, was meist nie so geräuschlos klappen will wie ich mir das wünsche, zum anderen zieht genau dort hin der Wind. Recht unwahrscheinlich, das sich dort hin ein Reh zum Äsen verirrt...

Auf dem Forstweg zu meiner Rechten bewegt sich ein Schemen. Es folgt noch einer, noch einer und noch ein dritter. Der Blick durchs Glas verrät: SAUEN.
Es ist die große Bache mit 3 ihrer 6 Frischlinge. Die anderen 3 stecken bestimmt noch rechts in der Naturverjüngung.

 Leise und vorsichtig tausche ich das Glas gegen meinen Stutzen und suche die Wutze im Zielfernrohr. Da, da sínd sie ja. Es ist tatsächlich die große Bache. Wie rießig sie in Wirklichkeit doch ist, die Fotos der Wildkamera zeigen die Ausmasse der Bache nicht im entferntesten.

Was für ein Gewusel auf dem Forstweg. Hin und her und her und hin. Rein in die Naturverjüngung, raus aus den Butzen, so geht es minutenlang.
Je länger das Gewimmel dauert, desto ruhiger werde ich. Immer besser wird auch das Licht. Als dann endlich einer der Kleinen frei steht, lass ich fliegen. Der Schussknall läßt alle anderen Geräusche für Sekunden verstummen. Wo sind sie hin gerannt, die Sauen? Rechts vom Weg höre ich die Bache Alarm blasen, für kurze Zeit rascheln und knacksen viele Läufe durch den Bestand, dann ist Ruhe. Ruhe? Nein, ich hör noch was. Links von der Stelle an der ich die Sau beschossen habe, höre ich Äste brechen, Brombeeren rascheln, ein leisen Klagen, einmal nur und dann ist es wirklich ruhig. Während ich nachdenklich in der Kanzel sitze, lärmen die Vögel, die durch den Schussknall kurzfristig verstummt waren, wieder los.

 Wie kam ich ab? Die Sau hat geklagt, die Kugel hat sie also. Aber wo sitzt wohl der Schuss? Diese oder ähnliche Gedanken gehen mir immer durch den Kopf, wenn das Stück nicht das ich beschossen habe, nicht gleich am Anschuss liegt. Mittlerweile gelingt es mir, ruhig zu bleiben und nicht in Panik oder Hektik zu verfallen. Totfluchten gibt es sehr, sehr oft. Im Wald ist nach 2-3 Fluchten ein beschossenes Stück sofort ausser Sicht.

Um kurz nach 07.00 ist mein Mann bei mir. Schwarzwild suche ich grundsätzlich nicht alleine nach und zum Bergen und Aufhängen brauch ich so oder so Hilfe.

Am Anschuß finde ich.... nichts..... wie schon so oft... Lediglich die Ausrisse, die die Schalen der Sauen beim Abspringen hinterlassen haben, sind eindeutiger Beweis, das da wirklich Sauen waren.

Langsam und bedächtig mache ich Eywa für die Riemanarbeit fertig. Als wir in Richtung Anschuss gehen, holt sich Eywa aus der Fluchtrichtung der Sau Witterung. Intensiv wittert sie in die Dickung, dann ziehen wir los. Brombeeren, Eichenjungwuchs, Buchenschößlinge, Totholz, Fahrrinnen der Harvester vergangener Zeiten. Ja so ist das im naturnahen Waldbau halt.

Nach 80 Metern steht Eywa am verendeten Frischlingskeiler und beutelt diesen nach Herzenslust. Es sei ihr vergönnt, dem Schneckschen dem feinen.

Waidmanssheil, kleine Eywa, das hast du guuuut gemach

Des Jägers Lust-des Jägers Frust

Die Luderplätze sind gut bestückt und werden täglich abgeräumt. Zeit für mich, um für einen Übungs und/oder Prüfungsfuchs für Eywa zu sorgen.

 

So bezog ich heute morgen gegen 04.00 mein Domizil im Wald, ein überdachter Drückjagdbock mit Dickungen und Einständen von 3 Seiten. Die vierte Seite beinhaltet den Pirschweg, der zum Sitz führt. Genau neben dem Pirschweg, in etwa 50 Meter Entfernung zum Sitz, suhlen sich schon seit Generationen die Sauen, dort stehen 3 uralte und völlig abgewetzte Malbäume. Man muss höllisch aufpassen, beim Angehen des Sitzes im Dunkeln nicht unfreiwillig in der Suhle zu landen, so nah neben dem Pirschweg liegt sie.

 

Frisch war der junge Morgen und ich war froh, doch noch mal ins Haus gegangen zu sein um eine dickere Jacke zu holen. So richtete ich mich ein, harrte der Dinge die hoffentlich kämen.

 

Es gibt den Ausdruck "es liegt etwas in der Luft" oder auch "es braut sich etwas zusammen". Es lag eine nicht zu beschreibende Spannung über dem "Ratzengarten", so heißt der Teil meines Pirschbezirkes, in dem ich heute morgen saß. Überall raschelte es, Schritte, Äste die knackten. 

 

Angespannt konzentrierte ich mich, versuchte die Richtung der viel versprechenden Geräusche zu ergründen. Gleichzeitig verfluchte ich die Zeit, ich verfluchte sie, weil sie nicht vergehen wollte. Die Zeit wollte nicht voran gehen und der Tag wollte einfach nicht anbrechen. So sehr ich auch schaute, so sehr ich mich bemühte, es blieb duster. Jahrelang, so kam es mir jedenfalls vor.

 

Doch irgendwann muss auch die hartnäckigtse Nacht weichen und langsam erwachte der Tag. Nun konnte ich hier ein Ästchen erkennen, da eine junge Esche, die schräg gewachsene Kiefer, an der einer der beiden Luderplätze ist, dann wurde auch die Salzlecke sichtbar, der Dickungsrand, die kleine Freifläche und die Brombeerhecke.

 

Mit dem erwachen des Tages, verstummten die Geräusche die so vielversprechend waren. 20 Minuten lang war außer ein paar wenigen, vereinzelten Vogelstimmen der ersten Frühaufsteher nichts zu hören.

 

Doch dann kam Leben in das Eichenstangenholz hinter mir. Das Laub raschelte, Äste brachen, schnell war klar, das ist kein Eichhorn, kein Hase und auch kein Fuchs. Das ist Schalenwild und nicht nur eines. Ein Bock der treibt? Sauen vieleicht? Ziemlich sicher sind es Sauen, ich kann ihre "Unterhaltung" hören.

 

Ausgerechnet von links müssen sie kommen. Als Linksschütze fällt es mir schwerer mich auf die linke Seite einzurichten, als auf die rechte. Aber ich habe genügend Zeit, die Sauen sind noch recht weit weg, so wie es sich anhört.

 

Ich schaffe es mich einzurichten, eine gute Schußposition trotz der "schlechten" linken Seite einzunehmen und dann heißt es: Warten. Die Minuten vergehen, eine, fünf, zehn???? Ich weiß es nicht, Zeit wird zur Nebensache. Die Rotte scheint still zu stehen, es ist totenstill aus ihrer Richtung.

 

Dann, endlich, schiebt sich die Bache aus dem Stangenwald. Für einen Moment bleibt sie stehen, das Haupt tief, der Pürzel steil nach oben. Sie bläst warnend und rennt los, über den Pirschweg hinweg in die gegenüberliegende Dickung hinein. Der Nachwuchs folgt ihr auf dem Fuße. Wie Perlen auf die Schnur gezogen, zähle ich 6 Frischlinge um die 25kg rum. Ideale Küchenschweine, aber: Eine sichere Schußabgabe ist nicht möglich. Ich habe nur 2 Meter Schußfeld, es ist immer noch duster und die Sauen fliegen förmlich über den schmalen Weg. Noch kurz raschelt und lärmt es, dann sind sie weg und alles ist still.

 

Was für ein Morgen. Eine Stunde später baume ich ab und kontrolliere die Luderplätze. Natürlich sind sie wieder abgeräumt und langsam glaube ich nicht mehr an einen Fuchs, der sich bedient. Ich bin mir fast sicher, das die Sauen sich das Luder holen.

 

Eywa rennt, wie immer wenn ich sie nach dem Ansitzen aus dem Auto lasse, erst mal los um zu schauen wo ich denn war. Als sie auf die frischen Saufährten kommt, wird sie sehr langsam, stellt den Kamm, zeigt mir an woher sie kamen und wohin sie gingen. Leise ruf ich sie ab, lob sie kurz und bitte sie, wieder ins Auto einzusteigen.

 

Da ich noch einen Pirschweg an anderer Stelle anlegen musste und heute aber keine Zeit mehr habe um ins Revier zu fahren, hatte ich geschickter Weise gleich den Rechen mitgenommen. Eywa durfte mich begleiten und wuselte um mich herum, während ich Laub und Kiefernzapfen beseitigte, die ein leises Angehen des Bodenstandes, welchen ich zum Blatten ausersehen hatte, nahezu unmöglich machten.

 

Nur durch Zufall fiel mein Blick auf Eywa. Sie stand, unbeweglich wie eine Porzelanfigur, mit hoher Rute 20 Meter links von mir und fixierte in Richtung Dickung. Mein Blick folgte dem ihren und ich erstarrte genauso wie mein Hund. In etwa 25 Meter Entfernung zu mir, stand ein Bock. Mit tiefem Haupt drohte er in Eywa`s Richtung, plätzte dann und stand wieder still.

 

Ungläubig schaute ich auf den Bock, schaute auf den Rechen in meiner Hand, schielte zu Eywa, versuchte mittels Verwandelzauber den Rechen in meine Büchse zu verwandeln und als das logischer Weise nicht funktionierte, passierte es. Ich begann zu lachen. Ich lachte und lachte und konnte nicht mehr aufhören.

 

Der Bock bellte empört, doch anstatt zu flüchten, blies er zur Attacke auf den vermeindlich roten Widersacher. Das wiederum, war für Eywa zuviel des Guten und sie machte dem Bock, dem mittlerweile doch schon sein Irrtum aufgefallen war, Beine. Währenddessen lachte ich immer noch, hatte schon Schluckauf und Tränen in den Augen. 

 

Jaaaaaa, so ist das (Jäger-)Leben eben: Mal verliert man und mal gewinnen die anderen.

 

Nach Hause kam ich ohne Beute, dafür aber mit einer weiteren, schönen Erinnerung und einem gewaltigen Lachmuskelkater.

 

 

 

Erstens kommt es anders...

...oder: Schwein gehabt.

Um vom heutigen Morgenansitz zu erzählen, muss ich beim gestrigen Tag beginnen:

Arbeitseinsatz war anberaumt. Es ist unglaublich, wie schnell sich bei entsprechender Witterung die Vegetation verändert. War Anfang Mai noch weit ausreichend Schussfeld vorhanden, kommt man sich nun vor wie im tiefsten Djungel. Der Umbruch im Waldbau macht sich bemerkbar. Ich habe in meinem Pirschbezirk einen anständigen Prozentsatz Naturverjüngung. Meist inselartig, mit Altholzbeständen dazwischen. Sobald die Bäume voll belaubt und/oder benadelt sind, sind alle Schussfelder weitgehendst verschwunden. Pionierpflanzen schießen quasi über Nacht aus dem Boden, Eschenschößlinge die, unbelaubt, überhaupt nicht störend sind, nehmen die Sicht, durch die volle Belaubung tief hängende Eichen und Buchenäste sind plötzlich im Weg.

Man tut gut daran, jede Rückegasse, jede halbwegs brauchbare Freifläche für Rehwild irgendwie attraktiv zu gestalten und eben auch, Schussfelder penibel offen zu halten. Tut man das nicht, kann es passieren das man das ganze Jahr keine 3 Rehe zu Gesicht bekommt, obwohl ein guter Wildbesatz vorhanden ist.

Der Plan war, ein paar Rückegassen mit dem Freischneider wieder bejagbar zu machen, die letzten Arbeiten an der neuen Kanzel zu erledigen, dort die komplett zugewucherte Rückegasse auszuschneiden, an einem vielversprechendem Drückjagdbock eine Fichte zu entasten, deren voll benadelte Äste absolut störend sind und für Eywa das Hindernis zu bauen.

Der Plan war gut, aber: Erstens kommt es anders, als man zweitens denkt.
Schon nach der Hälfte der zweiten Rückegasse, ging plötzlich der Freischneider aus und weigerte sich entschieden, trotz 3/4 vollem Tank, wieder anzuspringen. Ohne Freischneider kann man keine Rückegassen abmähen...
Also beschlossen wir, was blieb auch anders übrig, die Freischneideaktion zu verschieben und nur die größeren Sachen mit der Kettensäge auszuschneiden.
Heißt es nicht, das der Blitz nicht zweimal hintereinander in der selben Stelle einschlägt? Scheinbar wissen davon mittelfränkische Blitze nichts oder nicht viel...
Wir hatten gerade die Bauarbeiten an der Kanzel fertig und wollten uns der Rückegasse wittmen, da wurde die Kette der Säge fest und lies sich, trotz guter Schmierung, nicht mehr lockern.
Die allgemeine Laune war auf dem Tiefpunkt, die Arbeiten wurden eingestellt, meine Frage ob man nicht mit der Astschere und der Leiter noch hie und da ein wenig kreativ sein könnte, wurde mit bösem Blick und einem gezischtem "vergiß es" quittiert.

Heute morgen wurde mein Wecker von mir nicht ignoriert. Zeitig war ich auf und zeitig war ich auch im Revier. Mein Ziel war ein Drückjagdbock zwischen zwei Naturverjüngungsflächen in einem Fichtenaltholzbestand mit gut besuchter Salzlecke. Dort ist ein Böckchen eifrig zu Gange, er plätzt und fegt wie ein ganz großer. Mehrfach hört und hörte man aus dieser Ecke Rehe schrecken, André hat auf dem Eichensitz, welcher nach dem Drückjagdbock steht, schon mal im letzten Büchsenlicht einen Bock vorbei ziehen sehen, doch zum schießen reichte das Licht nicht mehr.
So saß ich denn sehr zeitig, um 3.40. Es begann schon ganz sacht zu dämmern, ich kam grade noch rechtzeitig. Im Wald ist es schon recht schwierig manchmal. Kommt man zu spät, sind die Rehe schon durch gezogen. Kommt man zu früh, wird man bemerkt. Man kann zwar Pirschwege anlegen, doch wenn noch alles still ist im Wald, wenn noch kein Vogel lärmt, man noch Taschenlampenlicht braucht um ohne größere Katastrofen und Unfälle zum Sitz zu kommen, wird man entweder gesehen, oder gehört.

Um 04.00 schreckt rechts von mir, an der Wald-Feldgrenze in etwa 150 Meter Entfernung ein Reh. In dieser Ecke schrecken sie des öfteren. Sauen ziehen da lang, haben einen großen Wechsel hinunter in den Ölbachgrund, ein großflächiges, herrliches moorähnliches Gebiet. Sauenparadies, schwer zu bejagen da sehr unzugänglich. Wir rätseln noch, wie man dahin eine Kanzel bringt, wie man die am besten angehen kann und wie um alles in der Welt man da eine Sau bergen soll, falls man denn mal eine erwischt. Die Nachsuchen werden dort, falls es jemals soweit kommt, mehr als knifflig...

Das Reh schreckt 2 mal, dann ist wieder alles still. 10 Minuten später höre ich, wie etwas rechts schräg hinter mir durch den Ausläufer der Naturverjüngung zieht. Kurz darauf höre ich noch ein Stück ziehen, und noch eines. Mindestens 3 Stücke bewegen sich auf mich zu. Sehen kann ich gar nichts. Es ist zum einen noch viel zu dunkel, zum anderen müsste ich mich quasi um fast 180° drehen und das geht nicht wirklich ohne viel Radau... Ich brauch aber auch nicht länger darüber nachdenken, denn plötzlich ist wieder alles still und ruhig.

So sitze ich die nächsten 10, 15 Minuten bewegungslos und lausche in die Dunkelheit. Erste Vögel markieren mit Gesängen ihr Brutrevier. Ohne Vorankündigung schreckt direkt neben mir ein Reh. Tiefe Stimme, zorniges Bellen, wohl ein erfahrener Bock. Ich fall fast vom Sitz vor Schreck, der Bock kann nicht weiter wie 10 Meter von mir weg sein, ich höre ihn zwischen seinem wütenden Gezeter atmen. Ich höre ihn, aber ich seh ihn nicht. Immer noch zu finster, er steht im Ausläufer der Naturverjüngung, dort steht soviel halbhoher Wuchs, unmöglich ihn zu erspähen und recht unruhig auf dem Sitz hin und her rutschen will ich ja auch nicht.

Eywa hört ihn auch und tobt im Auto. Den Bock störts nicht, er wütet zurück.
Auf mich zu, von mir weg, von links nach rechts, von rechts nach links. Wenn es doch nur schneller hell werden würde. Ein paar einzeln stehende junge Eschen kann ich schon erkennen, ich sehe Brombeeren und deren weiße Blüten. Da! Da raschelt es in den Brombeeren, bewegen sich Buchenjünglinge mehr als das bißchen Wind das verursachen könnte. Oh hoffentlich bleibt er noch ein wenig, der Bock. Wenn er nur noch 10 Minuten aushält, dann reicht das Licht für einen sauberen Schuß. Dann springt er plötzlich wild bellend ab. Nach links weg von mir, ich höre ihn noch eine ganze Weile rumoren, dann ist es gespenstig ruhig. Die Anspannung fällt von mir ab, fast ein wenig enttäuscht atme ich tief durch. Ich setzte mich wieder entspannt hin und lasse das geschehen Revue passieren. Hab ich mich doch zuviel bewegt? Hat er Wind von mir bekommen? Hat Eywa`s Getobe ihn letztendlich vergrämt?

Egal, er wird es mir nicht verraten. Nun sind alle Vögel wach und geben ihren Revieranspruch lautstark kund. Ein Eichhörnchen flitzt die Bäume hoch und runter, bemerkt mich und schimpft mich aus. Lustiger kleiner Troll, aber so langsam könnte er sich wieder beruhigen oder verziehen. Es ist kurz vor 5 Uhr und immer noch recht düster.

In einer uralten Rückegasse vor mir sehe ich eine Bewegung. Es ist tief drin im Wald grad so hell, das ich ohne Glas zwar sehen kann das sich etwas bewegt, aber nicht was es ist. Ein Blick durchs Glas läßt meinen Puls von 70 auf 200 in 0,003 Sekunden hochschnellen: SAUEN!!!! 2 Überläufer um die 40 kg schlendern gemütlich auf der Rückegasse entlang. Ich tausche Fernglas gegen Büchse und die Enttäuschung gibt mir einen gewaltigen Dämpfer. Mitten hinein in mein Schußfeld ragen 4 Äste einer voll benadelten Fichte. Äste, die wir gestern eigentlich hätten weg machen wollen, wenn denn nach dem Totalausfall sämtlicher Maschinen die Laune nicht Richtung -100° gewesen wäre. Die Sauen befinden sich etwa 30 Meter hinter den Ästen, 40 Meter insgesamt weg von mir. Super Schußdistanz, besser gehts nicht. OOhhh wie ich mich jetzt ärgere darüber, das ich nach gegeben habe und nicht doch selbst die Äste abgeschnitten habe. Aber alleine mit der hohen Leiter hantieren, das ist, wenn man Frau Scheider heißt und zu allen möglichen und unmöglichen Unfällen neigt, keine kluge Idee...

So bleibt mir nichts anderes übrig, als den Sauen bestimmt 10 Minuten zu zu sehen, wie sie die ersten reifen Blaubeeren von den Sträuchern naschen. Dann ziehen sie spitz von mir weg, lautlos wie sie kamen, so gingen sie wieder.

Ich wollte nicht mehr sitzen bleiben. Wäre auf der Rückegasse noch mal etwas passendes gekommen und ich hätte wieder nur zusehen können, ich glaube, meiner Laune hätte das keinen Gefallen getan.

Beim Abbaumen wundere ich mich noch über das seltsame Geräusch. Irgendwas klappert an meiner Büchse. Ging etwa der Verschluss auf???? Ältere 98er haben das schon mal aber halt, ich war nicht mit dem Stutzen, sondern mit der Ruger draussen. Da geht kein Verschluss so einfach mal auf. Ich beginne mit der Suche nach dem Geräusch und werde fündig. Die Optik der Ruger war nicht mehr fest.

Mein Ärger über die unnutzbare Möglichkeit verflog sofort. Ich ärgerte mich statt dessen über mich selbst. Ich kontrolliere so oft meine Waffen, beim Einpacken, beim Reinigen, am Schießstand. Noch nie hat sich die Optik gelockert. Aber, es gibt nichts was es nicht gibt und für alles gibt es ein Erstes Mal.
Schwein gehabt, das die Äste in die Rückegasse hingen und ich desshalb nicht schießen konnte. Schwein gehabt, das der Bock nicht geblieben ist bis es hell genug war.
Wer weiß was sich daraus für eine unangenehme Sache entwickelt hätte.

 

 

 

"Der Alte"

Alter Recke, ungerader 6er, der bereits zurück gesetzt hat

Eigentlich waren die Bedingungen zum Jagen eher suboptimal. Heißt es nicht, "wenn der Wind jagt, bleibt der Jäger zuhaus"?

Windig war es, oh ja. Und regnerisch dazu. Allen Widernissen zum Trotz setzte ich mich auf einen Drückjagdbock nahe eines guten Einstandes und in Sichweite einer gut besuchten Salzlecke. Mein Männe zog es vor, mit seinem Buch in einer überdachten Kanzel "unterzutauchen". So guter Dinge ich war, so pessimistisch war Männe.

Kurz vor 20 Uhr fiel ein Schuß. Weit weg, so nahm ich an. Kurz drauf eine sms. Ich dachte mir noch, das er es dann wohl nicht war der geschossen hat und ich seine Frage ob ich das denn gewesen wäre, leider mit nein beantworten muss.

Etwas verwirrt las ich den Text: "Bock beschossen, weg isser" Na gut, hilft ja nix, ich musste schauen kommen. Die Strecke vom Forstweg zur Kanzel ist ne Kante weit weg, also nahm ich Eywa gleich mit. Zeit = Licht. Je mehr Licht desto besser.

Männe hat mir den Anschuß gezeigt und ich fand wie so oft, nicht sehr viel. Ausrisse (Abdrücke der Schalen im weichen Boden wenn das beschossene Stück abrupt abspringt) und ein paar wenige Haare. Kein Schweiß, kein sonstiges Material.

Eywa wird wie immer abgelegt, bevor ich mir den Anschuß anschaue. Im Augenwinkel sehe ich, wie ihr Hals lang und länger wird, die Nase hoch in den Wind gereckt holt sie sich Witterung und die scheint es reichlich zu geben.

Eywa zieht los, nimmt die Fährte an und geht mit viel Konsequenz vorwärts in eine Dickung aus Eichen, Buchen und Eschen. Auf einem morschen Baumstamm finde ich Schweiß. Wir durchqueren die Dickung, sehen schon eine Lichtung durch das djungelartige Gelände schimmern, als der Zug am Riemen aufhört und Eywa freudig wedelnd ihren Bock in Besitz nimmt.

Der alte Recke ist noch mindestens zur Hälfte mausgrau, hat einen starken Träger doch vom Wildbretgewicht vemute ich, das er wohl ein Leichtgewicht sein dürfte. Seine Dachrosen sind groß, die Stangen sehr dünn und nicht besonders gut geperlt. Ein ungerader 6er, deutlich zurück gesetzt. Wie alt er wohl sein mag?

 Aufbegrochen brachte "der Alte" 13kg ohne Haupt auf die Waage. 

 

 

 

Steigerwaldböcke

Jährling

Jedes Jahr im Mai, immer um Christi Himmelfahrt herum, findet das verlängerte, traditionelle Arbeits- und Jagdwochenende um`s "Hessenauer Haus" statt.

 

Es gilt, den über den Winter doch arg geschrumpften Brennholzvorat aufzufüllen, Instanthaltungs- und Instansetztungsmaßnahmen am Hessenauer Haus sind auszuführen, es wird gegrillt, gelacht, es wird, wie jedes Jahr an diesem Wochenende, traditionell Pizza im hauseigenen Brotbackhaus gebacken, wer will arbeitet etwas mit seinem Hund und selbstverständlich wird auch gejagt.

 

Für mich und Eywa war heuer Prämiere zum Maiwochenende im Steigerwald. Entsprechend groß war die Vorfreude in den Tagen vor der Abreise.

 

Donnerstag der erste Frühansitz. Ich saß in einem schönen Wiesengrund, ruhig, abgelegen, nur ein kleiner Bauerhof ganz in der Nähe. Die Wiesen waren noch nicht gemäht, die Nacht war kalt, im Frostbereich. Ein wunderschöner Sonnenaufgang belohnte das frühe Aufstehen reichlich. Erste Vogelstimmen begrüßten den Tag, eine Katze trug ihre erbeuteten Mäuse nach Hause zu ihrem Nachwuchs, wovon man bei der Menge der Mäuse im Maul der Katze wohl ausgehen darf. 

 

Wenn man wie ich, fast ausschließlich im Wald jagt, ist es immer ein wenig aufregend, mit einem Mal so weit schauen zu können. Das Einschätzen der Entfernung ist nicht ohne, meist schätzt man zu kurz, daher ermahnte ich mich innerlich immer wieder zur Vorsicht, die Entfernung nicht zu unterschätzen. Nach links hatte ich geschätze 400 Meter Sicht, nach rechts etwa 200, nach vorne ca 50.

 

Gegen 5.40 kam ein Reh von rechts aus dem Wiesengrund und eilte Richtung Waldrand. Dort verharrte es einen Augenblick, um noch ein paar besonders schmackhafte Kräuter zu äsen. Mehr Zeit war nicht notwendig, um das Reh anzusprechen. Auf eine Distanz von 50 Metern hochblatt geschossen, lag es im Feuer.

 

Der Rest des Tages wurde, bis zum Abendansitz, mit faulenzen, ausspannen und warten auf den Rest der Truppe verbracht.

Abends saß ich wieder an einer Wiese, kleiner dieses mal, und direkt an der Straße. Leider stand der Wind ungünstig und so blieb bis zum Abbaumen die Bühne wie leer gefegt. 

 

Zwei meiner Freunde und Jagdkollegen, konnten an diesem Abend die Strecke von einem, auf drei Rehe erhöhen, so das zum Abschluß des ersten Jagdtages, zwei Schmalrehe und ein Bock in der Wildkühlung auf ihre weitere Bestimmung warteten.

 

Zurück am Hessenauer Haus waren auch die noch fehlenden Freunde und Jagdkollegen eingetroffen. Die Wiedersehensfreude war bei allen groß, so wurde noch viel erzählt und gelacht , daraufhin beschloss man einstimmig, den für Freitag vorgesehenen Morgenansitz ausfallen zu lassen.

 

Der Freitag nach Chrsti Himmelfahrt, ist traditionell der Arbeitstag des Wochenendes. Schon im Vorfeld waren die zu erledigenden Arbeiten besprochen worden, schnell waren zwei Trupps gebildet und nach einem reichhaltigen Frühstück wurden die Ärmel gestülpt und in die Hände gespuckt. Der Anhänger wurde immer und immer wieder mit Grünschnitt befüllt und weg gebracht, der Stapel mit fertig gehacktem Brennholz wuchs an, im Gegenzug wurde der Stapel mit zu hackenden Buchenrollern immer kleiner, zwei der Jungs aus dem "Bautrupp" rückten aus, um aus dem Wald Material für einen neuen Kompost zu organisieren. Es wurden Flächen von Brennnesseln und zuviel Weißdorn befreit, der Kompost wurde errichtet und mit 3 Teebeuteln feierlich eingeweiht.

 

Meine Aufgabe war es, den Brotbackofen beizeiten zu befeuern und darauf zu achten, das gut Glut aufgebaut werden konnte. Ein Brotbackofen ist ein Traum. Ich wünschte mir, ich hätte einen daheim. Nie wieder würde ich Brot kaufen. Die Pizzen waren ein Genuss.

 

Schon war es wieder Zeit für den Abendansitz. Richtig motiviert war keiner, der Arbeitstag war lang und anstrengend, war es doch den ganzen Tag über sehr warm und drückend gewesen.

 

Ich saß dieses mal im Wald an einer Forststrasse. Links eine Wendeplatte, rechts die Forststrasse, vor mir "grüne Hölle", hinter mir eine uralte Rückegasse und eine Minifreifläche. Wieder stand der Wind schlecht. Aus der Richtung, in die der Wind stand, kam ich gelaufen, in die Richtung, die eigentlich die interessante war, stand der Wind.

 

So machte ich es mir gemütlich auf dem Sitz und wollte die Augen ein wenig ausruhen lassen, als ich "trippel-ditrappel-ditripp" Schritte hinter mir hörte.

Vorsichtig drehte ich mich um und traute meinen Augen kaum, da stand ein Reh.

 

Dieses mal traf ich tiefblatt, das Reh lag im Feuer. Noch nie hatte ich so bald nach dem Aufbaumen Erfolg. Da es sehr warm war, wurde das Reh zügig nach dem Schuß geborgen und aufgebrochen. Jetzt galt es, zu warten. Zu Beginn der Dämmerung, machte mich ein Käuzchen darauf aufmerksam, ich möge doch bitte seinen "Ansitz" verlassen denn es habe Hunger und Mäuse gab es wahrlich reichlich unter und um diesen Sitz. Als ich nicht reagierte, wurde das Käuzchen deutlicher, es flog immer tiefere Scheinattacken über meinen Kopf. Als das auch keine Wirkung zeigte, der lästige "Sitzbesetzer" trotz mehrfacher Warnung nicht weichen wollte, machte der Kauz ernst und mir fehlte ein Büschel Haare. Das hat dann gesessen und ich räumte das Feld, machte Platz für den nächsten Räuber.

 

Wieder wurde die Nacht seeehr kurz, dem samstäglichen Morgenansitz erteilte das selbe Schicksal wie seinem Vorgänger.

 

Alle haben wir ausgeschlafen, vor 9.00 lies sich niemand in der Küche zum Kaffeetrinken blicken. Es gab ein schönes, reichhaltiges Frühstück, danach eine lange ausführliche Hunderunde, allerdings ohne mich denn mein Knie spielt für so lange Strecken noch nicht mit. Ich verbrachte die Zeit mit meinem Freund und Jagdkollegen im Schatten im Garten, bei Kaffee, Wasser und guten Gesprächen.

 

Nachmittags wurde mit Aura und Eywa eine Fährte gearbeitet, dann wurde es schon wieder Zeit sich um das Abendessen zu kümmern. Der Koch des Tages war ich, es gab Eier in Senfsosse mit Stampfkartoffeln.

 

Nach dem Essen ging es wieder ins Revier. Mein Sitz am Abend, stand an einer ruhigen, weit im Wald gelegenen und sehr großen Wiese. Wir kamen an einem Bächlein entlang, dessen Ufer links und rechts von blühendem Bärlauch gesäumt waren. Was für ein aromatischer und intensiver Geruch, nein Duft, das doch war. Würzig, prägnant, fast wie an den Knoblauchfeldern im Nürnberger Gemüseanbaugebiet "Knaoblauchsland"

 

Gerne lies ich mein Auto recht weit weg vom Sitz stehen und genoss pirschend das Aroma. Anblick hatte ich an diesem Abend mehr als reichlich. Leider war kein passendes Stück darunter oder die Rehe waren einfach viel zu weit weg um richtig angesprochen zu werden. So blieb ich stiller Beobachter und habe trotzdem jeden Augenblick genossen. Als krönender Abschluß kam eine junge Geis direkt neben meinem Sitz aus dem Bestand und begann direkt vor mir zu äsen. Wären meine Arme lang genug, ich hätte sie zwischen den Lauschern kraulen können.

 

Am letzten Morgen dann, klappte es mit dem Ansitzen. Schon beim Anfahren ins Revier, sprang uns ein lebensmüder Dachs um haaresbreite vors Auto. Mein Sitz war für mich sehr suboptimal, das Sitzbrett viel zu schmal. Die Folge: Ein beleidigter Rücken. Ein Hase leistete mit Gesellschaft, den Forstweg entlang kam ein Fuchs der krank aussah. Leider sah ich ihn nur noch einmal ganz kurz, doch lang genug um meine Vermutung zu bestätigen. Ich hätte den armen Teufel gerne erlöst, doch leider blieb er unsichtbar.

 

Nach dem Ansitz ging es noch einmal in die warmen Federn. Der Morgen war sehr kühl und ich totmüde. Nach einem letzten, gemütlichen Frühstück mit allem was das Herz begehrt, wurde es Zeit das Auto wieder zu beladen und die Heimreise anzutreten. Die Zeit verging, wie so oft im Steigerwald, viel zu schnell. Ich freue mich auf den Winter, wo wir wieder das Hessenauer Haus mit Leben erfüllen und ich hoffe, das es noch viele Arbeits- und Jagdwochenenden um Christi Himmelfahrt geben wird.

 

Zur Strecke kamen zwei Schmalrehe und zwei Jährlinge. Ein Mehrjähriger Bock wurde Opfer des Strassenverkehrs. Weder für Franz`l noch für Eywa, gab es irgend etwas zu tun, alle Stücke lagen im Feuer.

 

 

 

Der Bock geht geht auf

mehrjähriger 6er

Ein kleiner Traum ist war geworden. Nach 7 Jagdjahren, die ich ausschließlich als Begehungsscheininhaber verbrachte, habe ich zum ersten mal die Chance erhalten, ein kleines "Revier" in Eigenverantwortung zu bejagen. Es ist ein gutes Gefühl, eigene Entscheidungen treffen zu können und nicht mehr ausschließlich Befehlsempfänger zu sein.

 

Natürlich gab es zu Anfang des neuen Jagdjahres, dem 01.04., viel zu tun. Neue Ansitzeinrichtungen mussten, und müssen noch, gebaut und aufgestellt werden, es gilt, Wildwechsel zu erkunden, Einstände zu finden. Zu nwissen, "wie und wo der Hase läuft", dauert seine Zeit. Ich schätze mal, dass das erste Jahr etwas verhalten werden wird.

 

Seit dem 1. Mai darf wieder Rehwild gejagt werden. Böcke und Schmalrehe machen den Anfang, am September gesellen sich Geisen und Kitze dazu.

Zu Frühlingsbeginn, wenn das Rehwild nach dem Winter sich hungrig über das erste frische Grün macht, ist die Wahrscheinlichkeit, erfolgreich zu jagen, besonders hoch. 

 

Das Wild ist früh auf den Läufen, welcher Bock welchen Einstand bezieht, wird ausgefochten, die jungen und unerfahrenen Böcke werden von den "Alten" rigoros "rausgeschmissen". Gute Chancen also, einen Jährling auf "Wohnungssuche" zu erbeuten.

 

Nach Möglichkeit werde ich im Mai morgens und abends ansitzen, immer darauf bedacht, so wenig Unruhe wie möglich und so viel wie nötig zu verbreiten.

 

Der erste Mai, verlief für mich ohne Anblick. Mein Mann sah ein Böckchen, kam aber nicht zum Schuß. Abends schnürte ein Fuchs an mir vorbei, eilig und emsig, gilt es doch, hungrige Mägen zu füllen.

 

Ein paar Tage später saß ich an einer alten, grünen Rückegasse Abends an, als ein Bock die Gasse überquerte. Für das saftige Grün der Gasse interessierte sich der Herr nicht, die Blätter eines Strauches hatten es ihm angetan.

 

Um 20.27, streckte ich das erste Wild in meinem Pirschbezirk und es gab gleich mehrere Prämieren:

 

Das erste Stück Wild mit meiner neuen Büchse, einem Mauser Stutzen im Kaliber 5x57,

Mein aller erster 6er Bock und mein bisher bester Bock überhaupt.

 

Da der Bock nicht im Feuer lag, durfte Eywa unser Böckchen suchen. Am Anschuss fand sich nicht viel, nach 70 Meter der erste Schweiß, nach 150 Meter kamen wir zum Stück. Gut gemacht, kleines Hundemädchen. 

 

Ich bin zwar beileibe kein Trophäenjäger, nichts desto trotz bin ich schon ein wenig stolz auf meinen "kleinen Hirsch" 

 

 

Stupseln in Schwaben

Im engsten Freundeskreis stupselten wir.

 

Eywa und ich fungierten als Durchgeher. Im ersten Trieb war ein Hang unser Wirkungskreis. Ehemals Surmfläche, jetzt bis Frau hoch überwachsen mit Brombeeren, jungen Fichten, Birken, Ahorn und so weiter.

 

Am Vorabend gab es einen Wetterumschwung, es schneite kräftig die ganze Nacht und der Schnee blieb auch liegen.

 

Leider war der Hang rehwildfrei. Keine Fährten, keine Liegestellen. Eywa scheuchte einen Fuchs auf und jagte diesen ein Stück, leider konnte er nicht erlegt werden.

 

Auch der zweite Trieb, dieses mal mit einem zweiten Durchgeher zu Eywa`s und meiner Unterstützung, blieb ohne Erfolg.

 

Niemand hat ein Reh gesehen, niemand hat etwas geschossen.

 

In der Nacht zu Sonntag änderte sich das Wetter erneut. Es wurde warm, stürmisch, es schüttete wie aus Eimern. So fiel auch der für Sonntag Morgen geplante Sammelansitz im wahrsten Sinne des Wortes in´s Wasser.

 

So ist Jagd nun mal...

 

 

Noch einmal Steigerwald

Zum letzten Mal in der Saison ging es in den schönen Steigerwald. Ein kleineres Drückerle sollte es werden, etwa 20 Schützen, gute Hunde, 2 Treiben.

 

Das Wetter war, wenn man von dem fehlenden Winter absieht, hervorragend. Sonnig, trocken, nahe zu windstill.

 

Im ersten Treiben brachte mir die Steirische Rauhhaarbracke meines zukünftigen Beständers ein Kitz. Leider waren da grad unglaublich viele Hunde bei mir und um mich herum, leider waren auch welche darunter, die absolut nicht ausreichend mit Signalhalsung/Westen ausgestattet waren, so das ich das Kitz trotz moderatem Tempo nicht schießen wollte. Ich wusste schlicht und ergreifend nicht, wo sich besagte Hunde gerade aufhielten.

 

Der Hundeführer wurde nach Ende des ersten Triebes deutlich darauf hin gewiesen, die Hunde entweder entsprechend der UVV zu kleiden, oder auf den Einsatz der Hunde zu verzichten.

 

Besagter Steier brachte mir gegen Ende des Triebes nochmal ein Reh, dieses mal aber war das Tierchen deutlich zu schnell und außerhalb meines Schußfeldes unterwegs.

 

Im zweiten Trieb hatte ich mehr Anblick. Noch vor Beginn des Treibens kam ein Kitz spitz auf meinen Sitz zu. Ich bemerkte das Reh zu spät, erst 5 Meter vor meinem Sitz. Eywa klapperte vor Aufregung mit den Zähnen und dann entfuhr ihr doch ein "Jiiiep". Das Kitz drehte um und sprang davon. Die Kontrollsuche mit dem BGS nach Jagdende brachte die Erkenntnis, das der Schuß wohl ziemlich daneben ging.

 

Ich sah noch weitere Rehe, hinter mir, keine 10 Meter entfernt von der Grenze. Da ich als Fremder den Verlauf der Grenzen nicht kennen kann, blieben diese Rehe unbeschossen.

 

Eine halbe Stunde vor Ende der Jagd konnte ich dann doch noch erfolgreich ein Schmalreh erlegen. Es lag mit einem sauberen Treffer im Feuer.

 

Eywa blieb während beider Treiben am Stand. Sie wird wohl in Kürze heiß und ist dementsprechend "gut drauf"

 

Am Ende des Tages konnten 18 Rehe und 6 Sauen in die Kühlung verbracht werden.

 

 

Entenjagd im Altmühltal

Noch einmal ging es in diesem Jagdjahr ins schöne Altmühltal, um am Flüßchen Schwarzach Breitschnäbel zu jagen.

 

Die Bedingungen waren äußerst schwierig. Es regnete und schneite, die Schwarzach führte auf Grund der seit Tagen anhaltenden Niederschläge mittleres Hochwasser, die Strömung war sehr stark.

 

Das Jagen an der Schwarzach hat ganz eigene Gesetze. Alle Schützen müssen gleichzeitig am Flüßchen sein, nicht ganz einfach, da sich die Schwarzach meanderförmig durchs Schwarzachtal schlängelt und in diesem Revier viele Bögen schlägt.

 

Ist auch nur ein Schütze zu schnell am Ufer, sind die anderen noch zu weit hinten, sind Enten, die ja erwiesenermaßen auf jeder Feder mindestens 2 Augen haben, an der Böschung, so hat man kaum eine Chance Strecke zu machen.

 

Da der Wasserstand sehr hoch war, eräugten die Enten die Schützen noch früher als so schon. Die Schützen wiederum wissen nicht, wo genau die Enten liegen, stellen sich auf Verdacht auf und hoffen, das die Enten genau entlang der Schützenlinie liegen.

 

Im ersten Trieb hatten wir Pech mit der Aufstellung. Der ganze Schof Enten, ca 40 Stück, lag an der linken Flanke bei den letzten beiden Schützen. Ich stand ganz rechts. Mein Nachbar konnte einen Erpel beschießen, den Eywa dann am gegenüberliegenden Ufer lebend apportierte. Sie hatte mit dem Hochwasser und der Strömung ihre liebe Müh.

 

Trieb 2-4 war entenfrei. In Trieb 5 hatte ich dann meine Chance auf Beute, doch wie das halt so ist: Fränkische Enten sind vorne zu schnell und hinten zu kurz...

Wieder lagen die meisten der Enten ganz links. In diesem Trieb konnte Eywa eine Ente aus dem dem Fluß gegenüber liegendem Altarm der Schwarzach verloren bringen.

 

Im letzten Trieb wurde eine Ente geschoßen und von Eywa wieder am gegenüberliegenden Uferbereich apportiert.

 

Eywa`s Leistung am heutigen Tag war okay, nichts außergewöhnliches musste von ihr vollbracht werden, das ganz normale "Tagesgeschäft" eines Jagdhundes halt.

 

Zur Strecke kamen 9 Erpel und 3 Enten. 1/4 der Strecke wurde von Eywa angeliefert.

 

 

Drückjagd westliches Mittelfranken

Gutes Wetter lies heute reichlich Strecke erwarten. Im Einsatz waren 65 Schützen, 40 Hunde, 18 Durchgeher.

 

Eywa lief als Durchgehhund mit mir mit, sie suchte fleißig, müsste aber noch etwas weiter werden. An Rehwild kam sie leider nicht. Dafür fand sie einen Hasen, stand diesen sauber vor und durch, sprang auf Kommando ein und jagte den Hasen sichtlaut an.

 

Das war das einzige an Wild, was wir in 2 Stunden harter Treiberarbeit zu Gesicht bekamen.

 

Es wurde von vielen Schützen auch reichlich Rehwild gesehen und 5 Sauen. Sehen ist das eine, zum Erfolg kommen, etwas ganz anderes.

 

 

Die Strecke war, vorsichtig ausgedrückt, sehr überschaubar. Ein paar Rehe und eine Sau. Füchse wurden unglaublich viele gesehen, doch sie waren nicht frei gegeben.

 

 

3 Tage Steigerwald

Die Drückjagdsaison ist fast zuende, ein paar wenige Termine noch, dann ist es auch schon wieder vorbei.

 

Leider spielte das Wetter in den letzten Tagen so gar nicht mit. Sehr mild, Regen, Sturm, gestern dann ein Blizzard. Abgesagte Jagdten.

 

Zur ersten Jagd wurde Eywa als Durchgehhund eingesetzt und machte ihren Job recht ordentlich.

 

Ich sah zum ersten mal bei einer Drückjagd Sauen, einen Frischling und einen starken Überläufer. Leider waren die beiden zu weit weg, zu schnell und ohne für mich ausreichendem Schußfeld unterwegs.

 

Desweiteren sah ich einen rießigen, wunderschönen Winterfuchs und 3 Rehe. Zu Schuß kam ich mal wieder nicht. Nicht gerade umwerfend viele Erlebnisse für 3 Tage Jagd...

 

Natürlich mache ich mir über "Diana", Göttin der Jagd, und über die Verteilung ihrer Gunst  so meine Gedanken. Was dabei raus kam? Lest selbst :-)

 

"Das Reh springt hoch,
das Reh springt weit,
warum auch nicht, es
hat ja Zeit.

Drum hock ich hier, so
manche Stund, und
sitz mir meinen Popo
wund.

Mein Blick schweift
nah und in die Ferne,
ein schönes Reh säh
ich jetzt gerne.

Es dürft auch Sau,
Fuchs, Hase sein,
doch ach, ich bleib ja
sooo allein.

 

"Diana", Göttin, Waidesfrau,

nun schick mir bitte auch ne Sau,

damit ich ausnahmsweis und heute,

nicht wieder heim komm,

ohne Beute.

 

Doch wie es aussieht,

mit Verlaub,

auf diesem Ohr,

ist sie wohl taub.


Doch hilft da weder
Heul noch Klagen,
muß morgen es halt
wieder wagen.

Damit sich löst, zum
guten Schluß, aus
meiner Büchs, doch
noch ein Schuß.

Der hoffentlich sein
Ziel gut finde, damit
nicht noch am End
geschwinde, der Hund
her muß, damit er´s
finde.

Doch blieb ich, wie es
aussah leider, auch
dieses mal halt nur ein
Schneider"

 

Andere hatten etwas mehr Glück. Unsere Gruppe konnte sich, an der insgesamt sehr mageren Strecke für 3 Tage Jagd gesehen, mit 5 Rehen beteiligen.

 

 

Drückjagd in Mittelfranken

Eywa war wieder als Durchgehhund im Einsatz. Gejagt wurden Reh-, Schwarzwild, Fuchs und Hase.

 

Die Bedingungen durch das nicht sehr winterliche Wetter waren schwierig, die Straßenverhältnisse suboptimal für weit jagende Hunde.

 

Leider konnten die Hunde ein vielversprechendes Waldstück nicht frei durchstöbern, eine stark befahrene Staatsstrasse verbot den Einsatz von wie auch immer jagenden Hunden.

 

Eywa war gut unterwegs, absolvierte eine Strecke von 16 km bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 7 km/h.

 

Sie jagte ein Reh an, leider konnte es nicht vor Eywa erlegt werden.

 

 

Der Weihnachtsfuchs

Irgendwie waren wir heut morgen ein wenig spät dran. Es dämmerte schon, als ich den Hang hoch zu meinem Sitz schlich. In der Dickung rechts neben mir sprang natürlich polternd ein Reh ab. Der Sitz ist zum Anpirschen recht schwierig, eigentlich muss man weit vor Sonnenaufgang vor Ort sein und Schritt für Schritt, sehr langsam und leise den Sitz angehen und erklimmen. Passt der Wind, hat man oft Waidmannsheil. Oft wird man aber schon vorzeitig vom Rehwild bemerkt. Dann springen die Rehe bellend ab und schrecken noch lange Zeit weiter, damit auch ja alles in der Umgebung vor der Gefahr gewarnt wird.

 

Leise erklomm ich trotz des abgesprungenen Reh`s meinen Sitz und richtete mich ein. Der Wind drehte ungünstig und vereitelte somit einen doch noch erfolgreich verlaufenden Ansitz von mir.

 

Kurz vor 08.00 fiel dann bei meinem Standnachbarn ein Schuß. Ich bin, wie immer wenn es nah neben mir schießt, vor Schreck fast vom Sitz gefallen. Die restliche Zeit bis zum vereinbarten Jagdende wollte und wollte nicht vergehen.

 

Endlich dann bei meinem Standnachbarn angekommen, erfuhr ich, das ein Fuchs geschossen wurde. Ich nutze die Gunst der Stunde und bat den Schützen, den Fuchs liegen zu lassen. Eywa war schon lange nicht mehr am Fuchs und eigentlich noch nie an einem ganz frisch erlegtem Rotrock.

 

Es dauerte nicht lange und Eywa hatte den roten Freibeuter in der Nase. Kurz wurde der tote Fuchs mit Bürste vorgestanden, dann aber gepackt und ordungsgemäß den Hang abwärts bis zum Auto getragen.

 

Braaaaves Mädchen.

 

 

Drückjagd im Steigerwald

Wieder ging es in den Steigerwald. Gejagt wurde auf 250ha Reh- und Schwarzwild.

Unsere Gruppe saß geschlossen ein Waldstück ab, in welchem "Johannes" freie Bahn gehabt hatte.

 

Mein Stand war gut, kleinere Dickungen nicht weit entfernt um mich herum, der Stand war Mittelpunkt sternförmig verlaufender Rückegassen, ich hatte gutes Schussfeld aber auch eine Forststrasse um mich herum.

 

Diese Forststrasse wurde im Verlauf der Jagd zu einem erheblichen Problem, doch davon später mehr.

 

Pünktlich um 10.00 wurden die Hunde geschnallt. Der Verlauf der Jagd war dieses mal ein komplett anderer. Sonst wurden die Hunde geschnallt und es dauerte keine 10 Minuten, dann begann die Laute Jagd, erste Schüsse konnte man hören, alles prima. Dieses mal wurden die Hunde geschnallt und es war Stille im Wald. 10 Minuten, 20 Minuten, 30...Kein mir vertrautes Geläut, kein Schuß in der Nähe, nichts außer das Rauschen des Windes und das vereinzelte empörte Geschimpfe von Eichelhäher und Co.

 

Erste sms werden geschickt: "Hier tote Hose, wie ists bei dir?" "Auch nicht besser, kein Hund, kein Treiber und schon gar kein Wild"

Die Bracken erweitern ihre Kreise, die eher kurzjagenden Hunde kapitulieren. Eywa, die ich grundsätzlich immer erst sehr spät schnalle, saß nach 30 Minuten vergeblicher Suche nach Beute, 5 Meter von mir weg zwischen 2 Bäumen, wie eine Statue und fixierte mich. Sie hypnotisierte mich förmlich von meinem Stand herunter, so als wolle sie sagen: "Mama, was zur Hölle tun wir denn da? Komm, laß uns jagen gehen, mir ist laaaaangweilig" Na ja, wenigstens hat sie die Jagd nicht gestört und sich ruhig verhalten...

 

Nun zu den Problemen, die ich mit der Forststrasse bekam. Grundsätzlich werden am Abend vor einer Jagd ALLE offiziellen und bekannten inoffiziellen Wege zu und in den zu bejagenden Waldgebieten ganz eindeutig mit Flatterbändern und großen Warntafeln "Jagdbetrieb!, Lebensgefahr! Betretungsverbot von-bis! (Uhrzeit)" ganz offiziel gesperrt. Weiterhin sind die Jagdtermine allen Selbstwerbern und Reitanlagenbesitzern bekannt gegeben worden.

 

Scheinbar reichen diese eigentlich mehr als deutlichen Warnhinweise einigen ignoranten, erholungssuchenden Freizeitliebenden nicht aus. Nachdem die Jagd etwa 1 Stunde lief, kamen plötzlich 3 Reiter auf einer der Rückegassen direkt auf mich zu. Sie fragten mich, ob hier heute Jagd sei. Dann verschwanden sie nicht, wie eigentlich angenommen, auf direktem Weg so wie sie kamen, sondern teilten sich auf und bewegten sich kreuz und quer im Bestand. Somit war die Jagd für mich erst mal vorrüber. Das war aber nicht die einzige, ungewollte equitane Begegnung an diesem Tag. Es dauerte nicht lange, dann tauchten weitere Reiter auf der Forststrasse auf, gefolgt von 3 oder 4 Kutschen. Diese zogen ihre Runden, blieben zwar auf den Forststrassen, störten die Jagd aber mehr als empfindlich. Eine sichere Schussabgabe war nicht mehr möglich.

 

Es stellte sich heraus, das die Absperrungen durchtrennt und entfernt wurden, die Schilder lagen bäuchlings im Wald, mit Laub verdeckt. Das wiederum hieß, das keiner der "Zivilisten" unbeabsichtigter Weise im Drückjagdgebiet landete.

Abgesehen von der sehr ärgerlichen Störung der Jagd, finde ich es mehr als bodenlos leichtsinnig, in völliger Verdrängung der tödlichen Gefahr, sich absichtlich und ignorant durch ein Gebiet zu bewegen, in dem geschossen wird und Hunde frei und scharf jagen. Ich hatte das Glück einen Teil der Forststrasse(n) einsehen zu können und sah somit die "Gefahr". Andere aus unserer Gruppe hatten dieses Glück nicht. Was hätte passieren können, darüber will ich lieber nicht nachdenken....

 

Am Ende der Jagd konnte der Beständer 27 Rehe in die Kühlung hängen, Sauen waren nicht gesichtet worden. Die hatten sich wohl vor "Johannes" tiefer in den Bestand zurück gezogen.

 

Ein Nachsuchengespann konnte noch 2 sehr gute Arbeiten zeigen. Eine davon war eher ein Zufallsprodukt. In einem Waldgebiet welches nicht bejagt wurde, war ein "Holzer" dabei Holz zu machen. Er sah, wie sich plötzlich aus einem Graben ein schwerkrankes Reh erhob und flüchtete. Dem armen Tier hing der Unterkiefer in Fetzen. Der Schweißhund wurde angefordert, suchte und fand, nach einer kurzen Hatz konnte das Reh glücklicherweise erlöst werden. Die Wunde war schon stark nekrotisiert, das Reh abgekommen. Da in diesem Wald länger nicht gejagt worden ist, bleibt es wohl ein Rätsel wie und wann das Reh zu dieser Verletzung kam.

 

 

Drückjagd in der Hesselbergregion

Die heutige Jagd war vor allem unglaublich anstrengend. Hauptsächlich hatten wir die Schwarzkittel dazu zu bringen, die größeren und kleineren bürstendicken Dickungen zu verlassen.

 

Nicht zu glauben wie dicht Dickungen sein können. Ich sah teilweise weder die Hand vor Augen, noch meine Beine unterhalb meiner Knie, noch sonst irgend etwas in diesem Verhau an Fichten, Kiefern, Erlen, Birken, Brombeeren und was weiß ich noch alles.

 

Mannsdicke Baumstümpfe, mit Moos bewachsen, sah man erst, als man bereits der Länge nach drüber flog. Vorteil der dicken Dickungen: Man musste sich fast nie vom Boden wieder in die senkrechte berappeln, denn den Boden berührte man bei den zahlreichen Abflügen ins Gemüse so gut wie nie.

 

Man sah den Hund nicht mehr, selbst wenn der in voller Warnausrüstung (gelbe Weste, gelbe, breite Warnhalsung) keine 50 cm vor einem stand. Hätte Eywa ihre Glöckchen nicht umgehabt, ich hätte nicht gewußt wo sie sich grad rum treibt obwohl sie in unmittelbarster Nähe gewesen war. In unserem Treiben war mindestens eine starke Rotte mit anfänglich etwas über 20 Sauen. Ich bin mir sicher, das mir in den Dickungen die Sauen ein paar mal regelrecht um die Füße schlichen, doch gesehen habe ich nicht einen einzigen Schwarzkittel. Oft bewegten sich vor-neben-hinter mir kleinere Fichten und schon kreischten die Terrier giftig los. Auch Eywa jagte ein oder zweimal irgend etwas an und kehrte nach einiger Zeit wieder in die Dickung zurück. Die Dickungen kosteten uns allen enorm viel Kraft. Die 3 PRT jagten bis zur Erschöpfung, doch ihnen waren genauso wie den großen Vorstehern in dem Gemüse "die Pfoten gebunden"

 

So zogen wir mit 6 Hunden und 6 Treibern von Dickung zu Dickung, schafften es -wie auch immer- die Sauen ein ums andere mal aufzurühren und in Bewegung zu halten. Zwischen den Dickungen waren Schützen abgestellt und so manch Schwarzkittel konnte an den Übergängen von Dickung zu Dickung beschossen werden.

 

Man merkt Eywa ihr junges Alter deutlich an. Meine kleine Maus ist müde und kaputt. Als 20 Meter vor ihr ein Reh vorüber sauste, stellte sie einmal kurz die Ohren und lies dann Reh Reh sein.

 

Ich sah außer diesem einen Reh nicht ein einziges weiteres Haar, geschweige denn die Borste einer Sau.

 

Die Strecke war, gesehen an dem was an Sauen hoch gemacht und in Bewegung gehalten worden ist, eher unzufriedenstellend.

 

Es lagen in etwa eine handvoll Sauen und zwei handvoll Rehe. Mehrere Nachsuchen standen noch an. Die Hunde konnten den Jagdtag, von leichteren Blessuren durch das Gelände abgesehen, unbeschadet beenden. Zumindest in unserer Treiberwehr fehlte zum Ende kein Hund.

 

 

Drückjagd in Mittelfranken

Heute war das Wetter bedeutend besser als gestern. Trocken, teilweise sonnig, kaum Wind. Bejagt wurden 250ha, größtenteils Jungwuchs und bürstendicke Dickungen mit viel Brombeere.

 

Bei Beginn der Jagd sauste Eywa raketenstartmäßig ab, fand sofort ein Reh und jagte es in gewohnter Manier an. Ein guter Start für Ewya. Kurze Zeit später. Eywa nimmt plötzlich die Nase in den Wind, rennt los und ist erst mal verschwunden. Dann kommt JIFF-JIFF-JIFF, erst ein Reh und dahinter eine Eywa. Leider bewegten sich die beiden in eine Richtung in der kein Schütze mehr war und das Reh entkam unversehrt. Über das nächste Reh ist Eywa förmlich gestolpert. Reh ab, Eywa ab, wieder in die falsche Richtung. Meine Güte, irgendwann muss es doch einmal klappen, irgendwann muss so ein Reh doch mal vor irgendeine Büchse laufen und vor Eywa geschossen werden können. Langsam aber sicher, hätte Eywa das durchaus verdient.

 

Wir überquerten einen Forstweg, denn wir sollten auch ein Stück rechts des Weges mit durchdrücken. Wir fanden eine Brombeerwüste. Egal, auf gehts und hinein ins Vergnügen. Plötzlich, unbittelbar vor Eywa raschelte es. Eywa gab Gas und ein schwarzer Batzen erhob sich. Ich hätte nicht gedacht das ein so großes Schwein sich so klein machen kann, das kann doch unmöglich in dieser kleinen Kuhle gelegen haben? Hat es aber.... Ich will los rennen, will Eywa unterstützen um mit ihr gemeinsam das Schwein zu jagen. Nur im Team sind wir stark. Ich hatte die Rechnung ohne die Brombeeren gemacht. Die hielten mich an Ort und Stelle, ich bewegte mich keinen Schritt weit. Nach 40 Metern ereilte Eywa das gleiche Schicksal, Brombeeren krallen sich in ihre Weste und beendeten die Schweinejagd ziemlich unsanft noch ehe sie richtig begann. Es dauerte ein ganzes Weilchen bevor wir beide wieder einigermasen dornenfrei aus dieser Wüste kamen. Das Schwein war natürlich über alle Berge. Wie ich später erfuhr, handelte es sich um einen auf ca 80-90kg geschätzten Keiler, der bei seiner Flucht noch einige Schützen unbeschadet passieren konnte und beim Nachbarn verschwand.

 

Natürlich verlor ich einmal die Orientierung und stolperte dem Nachbarn vor die Büchse. Ich war zwar noch auf "unserer" Seite, Eywa jedoch jagte auf der "anderen" Seite ein Kitz an, dem dort positionierten Schützen der Nachbarn vor die Mündung und der läßt es unbeschossen. Nachdem er sich noch über den überjagenden Hund beschwerte, Eywa war ganze 20 Meter im Nachbarrevier, zogen wir weiter.

 

Einem der Schützen aus meinem und Eywa`s Betätigunsgfeld war Diana besonders zugeneigt. 3 Rehe und einen Überläufer galt es, an den Stand des zufriedenen Schützen zu bergen.

 

Schneller als gedacht war "Hahn in Ruh`". Ich sammelte auf dem Rückweg zum Auto noch eine Bracke ein, die sich sichtbar zufrieden in Eywa`s Nachbarbox in meinem Auto kuschelte.

 

Das Ergebnis der heutigen Jagd kann sich für die kleine Fläche durchaus sehen lassen. Erlegt wurden 25 Rehe und 2 Sauen.

 

2 Hunde kamen nach Jagdende nicht zurück. Erst Stunden später kam der erlösende Anruf eines aufmerksamen Autofahrer´s, der die beiden Hunde dingfest machen konnte, kurz bevor sie sich auf die Autobahnauffahrt begaben.

 

 

Drückjagd Zuhause

Die Jagd ist vorüber und es war vor allem eines: NASS



Es schüttete von Beginn des Treibens bis 10 Minuten nach Jagdende ohne Unterlass. Der Wind hielt sich in erträglichen Maßen. Ich saß günstig mitten in einer Sturmfläche, um mich herum Dickungen, kaum Altholz, eigentlich gutes Schussfeld.

 

Gleich zu Beginn überquerte ein sehr eiliges Reh die freie Sturmfläche und blieb haargenau an dem Punkt stehen, an dem aus Sicherheitsgründen (Standnachbar) kein Schußfeld gegeben war. Eywa hat das Reh nicht mitbekommen, sie kam erst einige Zeit später auf die Fährte und war dann erst mal damit beschäftigt nach dem Rehlein zu fahnden.

 

Mein zweites Reh an diesem Tag war ein Kitz. Das Kitz drückte sich rechts von mir in einer Buchenverjüngung und wollte nicht auf die freie Fläche kommen. Ist ja auch kein Wunder. Schließlich bedeuten so helle, weit einsehbare und freie Flächen ohne jegliche Deckung fast immer "Achtung, GEFAHR" und Wild wird es nach Möglichkeit immer vermeiden solche Flächen zu betreten und/oder zu überqueren. Das Kitz war dann plötzlich wie vom Erdboden verschwunden. Als Eywa wieder einmal vorbei schaute, nahm sie auch diese Fährte an und arbeitete sie ein Stück. Als sie dann von einem spurlauten Wachtel überholt wurde, drehte Eywa ab.

 

Die Strecke war mehr als überschaubar. 3 Rehe, das war alles. Sauen waren entweder nicht zu Haus oder waren cleverer als die paar Hunde die im Einsatz waren. Ein paar gut jagende Bracken o.ä währen mit Sicherheit kein großer Schaden gewesen...

 

Jetzt sind daheim sämtliche Stühle mit triefnassen Utensilien belegt und trocknen hoffentlich bis morgen. Morgen geht es weiter, dieses mal dann mit mir als Durchgeher und Eywa als "Treiberhund"

 

 



Drückjagd im Steigerwald

2 Treiben waren angesetzt. Im ersten Trieb hatte ich ein paar Rehsichtungen, konnte jedoch nicht schießen da das Reh entweder zu weit weg, zu schnell oder ohne ausreichend Schußfeld unterwegs war.

 

Eywa war fleißig unterwegs, entschwand immer mal wieder nach hinten und kam auch tatsächlich mit einem Reh sichtlaut wieder zurück. Leider war das Reh zu schnell und die Schußschneise zu schmal, ich kam noch nicht einmal dazu in den Anschlag zu gehen, da waren Reh und Hund schon im Bestand außer Sicht verschwunden.

 

Zwischenzeitlich bekam sie eine Lektion in Sachen "gutes Benehmen ist kein Glücksfall"

Eywa neigt leider dazu, alles was sich "ihrem" Stand nähert, vertreiben zu wollen. Vor allem, was die vierbeinigen Helfer der Durchgeher anbelangt. Heute war sie der Meinung einen DL blöd anmucken zu können. Nun ja, nicht jeder Hund läßt sich Eywa`s Gekeife und über den Fang Gefasse gefallen und so passierte, worauf ich schon längere Zeit insgeheim gewartet habe. Eywa bekam den Arsch voll. 3 Löcher in der Backe und hoffentlich die Erkenntnis, das man als junger Hund besser mal den Ball flach und ab und an einfach mal die Klappe hält...

 

Im zweiten Trieb hatte ich ebenfalls Anblick, doch wieder konnte ich nicht schießen. Eywa jagte ein Reh an, brachte es vor die Büchse meines Standnachbarn. Dieser schoß und .......fehlte das Reh. Schade, schade, schade, ich hätte meinem Hund den Jagderfolg so sehr gegönnt und gewünscht.

 

Eywa macht derzeit eine recht erfreuliche Entwicklung. Sie löst sich zunehmend und sucht eifrig und willig. Mal sehen, wie es so weiter geht mit ihr.

 

 

Drückjagd in Mittelfranken

Gejagt wurde Schwarzwild, Rehwild und Raubwild. Heute begleitete mich Eywa beim Durchgehen. Na ja, eigentlich sollte sie mich begleiten doch es kam etwas anders.

 

Kurz nach dem Schnallen der Hunde, war Eywa verschunden. In einer Windwurffläche wurde ein Reh flüchtig und Eywa war sehr wahrscheinlich auf der Jagd nach diesem Reh. Das restliche Treiben blieb Eywa verschollen. Kurz vor den Auto`s kam sie dann wieder zurück. Ich war gespannt auf die Auswertung der Loggerdaten. Ob sie wohl die meiste Zeit bei den Auto`s war oder hat sie gejagt?

 

Beim Essen sagte mir dann ein Schütze, das er Eywa anhand ihrer Glocken an der Halsung eindeutig zuordnen konnte. Sie hat wohl sauber um und in seinem Dickungskomplex herum gearbeitet.

 

Auch die Loggerdaten bestätigten dies, sie war zwar auch mal Parkplatz, hielt sich dort aber nie lange auf. Scheinbar hat sie das ein oder andere Reh oder auch ein Schwein hoch gemacht wenn man den geraden Linien des Loggers Glauben schenken darf. Sie hat angejagt und dann beigedreht um sich erneut in die Dickung zu begeben. Hat uns gut gefallen.

 

Die Strecke heute: 18 Rehe und 1 Fuchs. Schweine waren da, doch in den rießigen Dickungskomplexen und Windwurfflächen schafften es die Hunde nicht sie aus ihrem Wohnzimmer zu vertreiben.

 

Verlängertes Drückjagdwochenende im Steigerwald

Noch einmal waren 3 Drückjagdtage im Steigerwald angesetzt. Eywa fungierte teils als Durchgehhund, teils als Standschnaller im Nahbereich.

 

Kurz vor Jagdende des ersten Jagdtages, kreutzte ein Reh meinen Stand. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit des Reh`s blieb es unbeschossen. Ein Schmalreh folgte kurz darauf, immer wieder verhoffend näherte es sich meinem Stand. In einer Rückegasse konnte ich das Reh dann erlegen.

 

Zusammen mit Eywa brachte ich "unser" Stück an den sicheren Stand und schickte Eywa erneut zur Suche. Sie kam auf die Fährte des ersten Rehs und folgte dieser. Nach ca. 10 Minuten kam sie wieder zu mir zurück. Hat mir gut gefallen.

 

Ich konnte eine Rotte mit 30 Sauen beobachten, die durch den Bestand zogen. Eilig, aber ohne Hast führte die Bache ihre Familie durch den Altholzbestand, wohlwissend um ihre Sicherheit immer darauf bedacht, den Kamm des Hügels nicht zu verlassen. Ein seltener Anblick, den man so schnell nicht wieder vergißt. Was waren da für schöne Küchenschweinchen mit dabei. Doch ohne Kugelfang, keine Schußabgabe.

 

Nicht immer hat man Glück und kann einen guten Stand beziehen. Heute, am letzten Jagdtag war das Glück nicht auf meiner Seite. Mein Stand lies eine sichere Schußabgabe mangelns Schußfeld nicht zu und so hatte ich zwar mehrfach Anblick, konnte aber nicht schießen.

 

Eywa war in diesem Trieb Durchgehund bei einer Mitjägerin unserer Jagdgruppe.

Hier hatte Eywa guten Wildkontakt. Sie konnte einen Überläuferkeiler aus der Dickung werfen und ihn einem Schützen zutreiben, der das Keilerchen auch erlegen konnte, sie jagte mehrfach sichtlaut Rehe an, die sie zuvor aus der Dickung trieb. Braves Eywakind.

 

 

Drückjagd bei Stuttgart

Bei dieser Drückjagd war ich mit Eywa als Durchgehschütze eingesetzt. Gejagt wurde Rehwild, Schwarzwild, Raubwild. Im Gegensatz zu Bayern darf in BaWü eine Treiberwehr zu Drückjagdten eingesetzt werden. Unsere Treiberwehr bestand aus 6 Treibern, mit mir als Durchgehschütze und 3 Hunden. Einem Terrier, einem Wachtel und Eywa.

 

Das Gelände erwieß sich zu Beginn sehr schwer. Steile Hänge, tiefe Schluchten, Plateaus mit Sturmflächen voller Brombeeren und Pionierpflanzen, kleinere Bereiche von Buchenaltholz.

 

Im Altholzbereich suchte Eywa entspannt um uns herum, in den Dickungen und Sturmflächen suchte sie sehr engagiert und energisch.

 

An einer Dickung nach einer Altholzfläche hatte Eywa ihren ersten Wildkontakt quasi hautnah. Ein Reh sprang aus der Dickung und kollidierte mit Eywa. Diese wusste überhaupt nicht wie ihr geschah, hatte keine Ahung von welchem Zug sie da grad überrollt wurde und als sie ihre Knochen wieder sortiert hatte, jagte sie das Reh noch kurz an, drehte aber rasch bei.

 

Das war auch der einzige Kontakt zu Wild an diesem Tag.

 

Auf der Strecke lagen 6 Sauen, 6 Rehe und 4 Füchse.

 

Ein Fuchs musste nachgesucht werden und ich durfte Eywa hinter dem Nachsuchengespann führen. Sollte der Fuchs noch leben hätte Eywa ihren Härtenachweiß erbringen können. Die Nachsuche endete nach ca. 300 Metern an bzw. in einem großen Naturbau. Der Fuchs lag verendet im Eingang des Baues.

 

Verlängertes Drückjagdwochenende im Steigerwald

Eywa war als Durchgehhund mehr oder weniger fleißig unterwegs. Sie hat teilweise recht ordentlich gejagt, hat aber am letzten Tag deutlich Kondition gelassen.

 

Am ersten Tag konnte ich ein Reh erlegen, die anderen Tage hatte ich weniger Jagdglück. Ein Reh gefehlt, 2 weitere wegen äußerst ungünstigem Sonnenstand nicht erlegen können.

 

Die Gemeinschaft der Truppe war wirklich super gut und ich freu mich rießig auf das nächste Drückjagdwochenende in den Revieren im und um den Steigerwald

 

 

Drückjagd in Sulzberg

Auf diese alljährliche Drückjagd freue ich mich immer wieder sehr. Jagen bei Freunden sorgt für viel Freude und Behaglichkeit.

 

Gejagt wurde auf Schwarzwild, Rehwild, Raubwild und Hase.

 

Ursprünglich war ich als Durchgeher mit Ewya eingeplant, da aber einige Schützen recht kurzfristig ausfielen, ich derzeit ein Problem mit meinem Knie habe und das Gelände am Nestelberg als schwer einzustufen ist, wurde ich als Schütze angesetzt.

 

Schon bald nach Beginn des Treibens hatte ich Anblick. Ein Kitz kreuzte die Rückegasse, an der mein Sitz stand. Mangelns Kugelfang blieb das Kitz unbehelligt. Eywa klemmte sich hinter das Kitz und arbeitete die Fährte ein Stück.

 

Erst Schüsse fielen, Hunde jagten an mir vorbei. Eine BrBr kam auf die Fährte des Kitzes und wurde sofort spurlaut. Ein älterer Wachtelhund war häufig bei mir und um mich herum. Der alte Herr ging die Jagd gelassen an, nahm sich ab und an eine Auszeit auf Eywa`s Decke.

 

Links vor mir plötzlich der agressive Standlaut eines Hundes. Sehen konnte ich gar nichts, die Bail befand sich auf der anderen Seite einer kleinen Dickung. Nachdem der Hund sich eine ganze Weile stark bemühte die Sau in Bewegung zu setzen, schrieb ich eine sms an den Jagdleiter: "Hund stellt auf 11 Uhr, bitte Verstärkung schicken". Da der Handyempfang am Nestelberg eher suboptimal ist, dauerte es eine Weile bis Anwort kam. In der Zwischenzeit hatte sich die Bail auf 14 Uhr verlegt, der Hund blieb hartnäckig am Stück und dann er erlösende Schuß. Der Laut des Hundes verstummte. Eine altkranke Sau konnte so zur Strecke gebracht werden.

 

Kurz vor Jagdende hatte ich erneut Wildkontakt. Eine Geis wechselte über den Weg. Sie blieb scheibenbreit auf 50 Meter Entfernung stehen, wie im Lehrbuch, besser gings gar nicht. Auch dieses Reh musste ich passieren lassen. Genau hinter der Geis stand ein Bagger, hinter dem Bagger saß irgendwo mein Mann.

Kein Kugelfang=keine Schußabgabe, so einfach ist das.

 

Schon war Jagdende. Alle Hunde waren gesund und munter wieder bei ihren Führern.

 

Die Strecke war geringer als erhofft. Wildsichtungen gab es einige, doch das Gelände um den Nestelberg ist tückisch, mit vielen Klingen und steilen Hängen, oft ist eine Schußabgabe nicht möglich weil kein Kugelfang vorhanden ist.

 

Die Hunde bemühten sich nach Kräften. Sehr große Erschwernis für die Vierbeiner war das Wetter. Bei knapp 20 Grad kamen viele der Hunde in dem schweren Gelände schnell an die Grenzen ihrer Kondition.

 

Nach einem für die Hunde kräfteraubendem Jagdtag, hingen 4 Rehe und 1 Sau in der Kühlung.

 

Ich freu mich, wenn es wieder heißt: "Such, vorran"

 

 

Keine richtige Jagd, aber jagdnah

Nach erfolgreicher Verlorensuche

Heute morgen beim Spaziergang: An einer kleinen Hecke steht Csillag vor, Eywa sekundiert. Als Eywa sich Csillag nähert, macht dieser einen schnellen Schritt nach vorne. Ein Habicht streicht ab, versucht seine geschlagene Beute mitzunehmen. Doch die junge Ringeltaube rutscht ihm aus den Fängen und landet in der Hecke.

 

Sofort wird mir die Beute ordnungsgemäß geliefert und ausgehändigt.

Die Gelegenheit nutzend, verwende ich die Taube für eine Übungseinheit Verlorensuche von frisch erlegtem Federwild.



Entenjagd im Altmühltal

Heute waren Eywa und ich zu einer kleinen, aber feinen Entenjagd eingeladen. Ein paar Schützen, ein paar Hunde, so jage ich am liebsten auf Niederwild.

 

Im Ersten Trieb waren wider erwarten kaum Enten anzutreffen. 2 Enten wurden geschossen. Für Eywa gab es nicht viel zu tun. Sie überquerte das Flüßchen und suchte auf der gegenüber liegenden Uferseite nach einer beschossenen Ente. Da Eywa diese nicht fand, wurde Benno, der erfahrene KLM meines Bläserkollegen, beauftragt nach der Ente zu fahnden. Als Benno die Suche genau wie Eywa ergebnislos beendete, wurde noch die KLM Hündin des Beständers hinzu gezogen. Auch sie fand nicht.

 

Im Zweiten Trieb bekam Eywa dann ein klein wenig Arbeit. 2 Enten fielen tötlich getroffen auf die Wiese gegenüber, eine Ente trieb mit der Strömung ab. Ich schickte Eywa zuerst nach der Ente in der Strömung. Diese war schnell gefunden und gebracht. In der Zwischenzeit hatte Benno einer der auf der Wiese gegenüber liegenden Enten apportiert, so schickte ich Eywa nach der zweiten Ente. Es dauerte ein Weilchen bis Eywa auf die Idee kam, nicht nur durch die Schwarzach ans andere Ufer zu schwimmen und dort zu suchen, sondern auch mal die Böschung zu erklimmen und das dortige Gelände ab zu suchen. Dort fand eine glückliche Eywa doch tatsächlich eine Ente und schnell kam sie mit ihrem Fund zu mir zurück, braver Hund. Learning by doing und mit der Zeit kommt auch die Erfahrung.

 

Im Dritten Trieb waren die meisten Enten vorhanden. Dummerweise strichen diese in die einzig unbejagbare Richtung ab, so das nur 4 Enten zur Strecke kamen. Alle 4 fielen auf unsere Seite in die Wiese und mussten nur eingesammelt werden.

 

Die Läufe meiner Flinte blieben blitze-blank, doch das schmälerte den Erfolg der Jagd für mich keineswegs. Eywa hat gut gearbeitet, suchte lenkbar und besonnen, ging mir in keiner Situation aus der Hand.

 

Waidmannsheil, mein ungarisches Mädchen

 

 

Drückjagd im Veldenburger Forst

Alljährlich bin ich zur Drückjagd auf Schwarzwild im Nürnberger Land eingeladen.

Revierübergreifend wird auf ca. 10.000 ha Schwarzwild bejagd. Da ich heute einen Bodenstand erhielt, begleitete mich Eywa. Sie darf und soll die Erfahrung machen, am Stand auch bei Wildkontakt ruhig zu bleiben, nicht zu bellen oder gar in die Leine zu prellen.

 

Kurz nach Beginn der Jagd, zog eine Geis mit 2 Kitzen hinter uns durch. Eywa bekam Witterung aber keinen Sichtkontakt. Ihr Kopf flog in die Richtung der Rehe, der Rest vom Hund blieb ganz ruhig. Kurze Zeit später wechselten die 3 Rehe dann über das offene Feld in den mir gegenüberliegenden Wald. Wieder riß es Eywa`s Kopf in die verlockende Richtung, sie stand auch auf und stand witternd wie eine Statue. Ein herrliches Bild.

 

20 Minuten vor Ende der Jagd gab ich Eywa frei und schwub die wupp war sie für 10 Minuten in der Dickung hinter mir verschwunden. Weit weg war sie nicht denn ich konnte sie kruscheln hören. Dennoch freut es mich, das sie sich selbstständig ein kleines bißchen auf die Socken macht.

 

 

Entennachsuche

Gestern war die letzte große Entenjagd zu der Hundeführer als Stöber- und "Pick It Up" Teams eingesetzt werden. Leider bekam ich keinen Urlaub, so das ich am Jagdtag mit Eywa nicht als "Pick It Up" Team teilnehmen konnte.

 

Am Folgetag der großen Jagd werden kranke Enten nachgesucht. Dieser Tag ist für junge Hunde eine sehr gute Übung. Vor allem hat man viel Ruhe, es arbeiten wesentlich weniger Hunde als wie am Jagdtag, es wird nicht andauernd geschossen und es regnet keine Enten vom Himmel.

 

Diesen Nachsuchentag wollte ich nutzen um ganz in Ruhe mit Eywa zu arbeiten und um vor ihr endlich mal Beute machen zu können.

 

Doch merke: "Erstens kommt es anders, als man zweitens denkt..."

 

Csillag musste, besser gesagt, durfte auch mit, da bei uns tagsüber niemand zuhause ist und ich den Buben nicht den ganzen Tag alleine lassen kann. Gott sei Dank hatte ich ihn dabei, wie sich im Verlauf herausstellte.

 

Zunächst zogen wir los, zwei Jäger, zwei Hunde, zwei Flinten. Der eine ging links um den ersten Weiher, der andere rechts. Mein Mitjäger konnte nach einigen Mühen vor seinem Hund einen kranken Erpel erlegen. Auf meiner und Eywa`s Seite war nichts zu tun. Auf dem Rückweg, kurz vor dem Ende des Weihers -der Wind stand sehr gut- stand Eywa plötzlich vor. Ich schickte sie mit einem "Voran" in die Brennnesseln, sie sprang wie gewünscht ein und eine kranke Ente rettete sich aufs offene Wasser. Ich konnte zunächst wegen mangelndem Schussfeld nicht schießen doch dann hatte ich eine Lücke im Schilf in der die Ente auftauchte. Ich schoß, traf die Ente deutlich. Die tauchte ab und nicht wieder auf. Eywa suchte sich einen Wolf, völlig umsonst. Ich konnte es kaum fassen...

 

Mein Mitjäger sagte, dass das Ufer an dieser Seite stark unterhöhlt ist und Enten die sich dort hin flüchten sind verloren. Sehr ärgerlich, für die Ente die nun verludert, für den Hund  der leer ausging und für mich. Konnte ich doch schon wieder keinen Eindruck auf Eywa machen. Nach der vergeblichen Suche stellte Eywa das Arbeiten ein und wollte sich nicht mehr schicken lassen.

 

Als nächstes ging es darum, den dicken und schwierigen Schilfgürtel eines Weihers abzusuchen. Mein Mitjäger hatte mitbekommen das ich Csillag dabei habe und als ich ihm von Csillag`s Unverträglichkeit berichtete, wesswegen er auch im Auto bleiben musste, bot er mir sofort an, mit seinem Hund einen anderen Weiher abzusuchen, damit Csillag auch mal ein wenig arbeiten kann.

Ich bekam Eywa nicht ins dicke Schilf. Irgend etwas läuft da grad mächtig schief und ich weiß nicht was. Selbst als Csillag am Rand des Schilfgürtels eine geflügelte Ente hochmachte, ging Eywa nur halbherzig und ein paar wenige Meter mit. Leider konnten wir die Ente nicht erlegen. Ich konnte nicht schießén weil der Hund zu dicht an der Ente war und dann ging die Jagd hinein ins Schilf. Hund und Ente waren außer Sicht, Csillag kam dann wieder -ohne Ente. Wenn die Ente nicht krank genug ist, hat mein Hund in dem großen und schweren Schilfgürtel keine Chance.

 

Die Gunst der Stunde nutze Eywa aus, um sich in einen äußerst toten Fisch zu wälzen. Nachdem sie schon so unlustig gearbeitet hatte, glaubte ich nicht daran das es noch schlimmer kommen könnte... Toter Karpfen ist wirklich sehr schlimm, noch schlimmer als ein streikender Vizsla....

 

Csillag konnte dann doch noch Beute machen. Er fand eine bereits verendete Ente im dicken Schilf und brachte sie äußerst stolz. Mit Hilfe der toten Ente gelang es mir dann, Eywa noch 3-4 mal ins Wasser zu bekommen, in der Hoffnung sie würde etwas von ihrer übelkeitserregenden Panade verlieren. Passend zum Tag, gelang mein Plan nicht wirklich. Fischpanade haftet auf Vizslafell unglaublich gut...

 

Die Weiher im Erlengrund waren unsere letzte Station. Eywa streikte nun komplett, lies sich nicht mal mehr ins offene Wasser schicken.

 

Mein Mitjäger hatte dort mehr Erfolg, er und seine Hündin konnten nach hartnäckiger Jagd 3 geflügelte Enten erlegen. Doch auch ich hatte Waidmannsheil. Ich konnte eine Ratte erlegen. Csillag wurde auch noch einmal fündig, er fand noch einen bereits verendeten Erpel. Danach war auch bei Csillag die Luft raus. Er ist halt kein junger Hund mehr und die älteren Knochen zwicken und zwacken.

 

Die Bilanz dieses Tages: Vier geflügelte Enten erlegt durch meinen Mitjäger, zwei tote Enten gefunden von Csillag, null Enten für Eywa und eine Ratte für Martina.

 

Mein Auto riecht, genau wie Eywa, immer noch nach sehr totem Fisch und wie ich mit Eywa`s Einbruch am Wasser umgehe, umgehen soll, weiß ich auch noch nicht.

 

 

Entenjagd

Die vorletzte große Entenjagd der Saison 2011.

 

Das Wetter war so wie man sich einen Herbst im schlechtesten Fall vorstellt. Kalt, nass und windig...

 

Der erste Trieb blieb für Eywa beutelos. Sie war zwar an einer geflügelten Ente dran, erwischte diese auch am Stoß, doch die Federn rissen aus, der Erpel tauchte immer wieder ab und irgendwann verlor Eywa ihn ganz. Er wurde wenig später von einem anderen Hund am gegenüber liegenden Ufer gefangen.

 

Im zweiten Trieb war ich mit Eywa zum Verloren suchen und Apportieren eingeteilt.

Unser Einsatzgebiet war ein ca. 150 Meter langen Uferstreifen, dessen Deckung aus kleineren Schilfbereichen, überhängenden Weiden und im Wasser liegenden Erlen bestand.

 

In diesem Trieb konnte Eywa 4 geflügelte Enten nachsuchen, fangen und bringen.

 

Im dritten Trieb waren wir den Stöberern zugeteilt. Da Eywa jedoch nicht so stöbert ich ich mir das vorstelle, suchten wir uns ein Eckchen aus, welches nicht sooooo dickes Schilf hatte. Eywa suchte im Uferbreich und im Randbereich des Schilf`s nach geflügelten Enten. 2 geflügelte fand sie im Schilf, 2 konnte sie aus dem Schilf verendet apportieren und 2 fing sie im hinter dem Weiher gelegenen Hopfengarten. Eine davon versteckte sich in einem Holzstoß.

 

Im vierten und letzten Trieb war Eywa schon ziemlich müde und abgekämpft. Daher suchte ich mir einen Schützenstand mit wenig Schilf, so das Eywa im Bedarfsfall mal eine Ente von offener Wasserfläche holen konnte, ohne sich durchs dschungelartige Schilf kämpfen zu müssen. Eine Ente viel mit lautem Platsch 20 Meter vor Eywa ins Wasser. Das war der perfekte Abschluss für meine Kleine, dachte ich. Die Ente flüchtete krank ins Schilf am linken Ufer. Dort wartete schon ein KLM auf seinen Einsatz. Dieser schwamm zu der Stelle an der die Ente ins Wasser gefallen war, schwamm dann aber weiter und suchte weit draußen auf offener Wasserfläche.

 

So ging ich mit Eywa nach links ans Ufer und schickte sie voran. Schnell stand sie vor und nach meinem aufmunternten "Apport" sprang sie ein und griff die Ente. Der Rest des Triebs verlief für Eywa ohne weitere Beute. Eywa war auch am Ende ihrer Kondition und Konzentration.

 

Eywa konnte 9 geflügelte Enten fangen, 2 tote Enten bergen und zur Krönung brachte sie mir noch eine schon etwas ältere Ente.

 

Soweit bin ich zufrieden mit Eywa´s gezeigter Arbeit. Sie ist ja noch jung und lernfähig. Nächste Woche gehen wir in aller Ruhe, mit wenig Hunden und wenig Schützen noch einmal zur Entenjagd.

 

 

Entenjagd in Sulzberg

Meine Freundin hat seit diesem Jahr auch ein klein wenig Wasser im Revier. Ein Stückchen vom Kocher und 2 seiner Altarme.

 

An einem dieser Altarme wassern regelmäßig Enten und so nutzen wir das trockene Wetter für einen kleinen, aber feinen Entenstrich. Da an dem Altarm nur wenig Deckung für Schützen vorhanden ist, kann immer nur ein Schütze dort jagen und so fungierte ich heute als Hundeführer.

 

Für Eywa war es etwas Neues, still und mucks-mäuschen leise neben mir zu sitzen und zu warten. Ich war erfreut, wie gut das klappte.

 

Wir sahen der Sonne zu, die langsam aber unaufhaltsam am Horizont verschwand und dann hörten wir das typische "Singen" anfliegender Enten.

 

Ein Schuß und 2 Enten lagen auf dem Wasser. Da es nun schon sehr finster war und desshalb an weitere Schüsse nicht zu denken, schickte ich Eywa voran um die Enten zu apportieren. Beide Enten brachte meine Kleine souverän. Leider war es für Fotoaufnahmen schon zu finster.

 

 

Entenjagd in Oberbayern

Endlich war es soweit und Eywa durfte mit zu einer Entenjagd nahe Manching.

Zum Ersten Mal sollte sie so eine Jagd erleben. Viele Hunde, viele Enten, viel Wasser, sehr viel Schilf.

 

Gejagt wurde auf einem rießen großen Teichgut, mit einigen sehr großen Seen, vielen mittelgroßen Seen und kleineren Teichen.

Eins kann ich sagen, Klein Eywa ist, auch bei Jagden mit sehr viel Wild und vielen Hunden, ein sehr angenehmer und bestens sozialisierter Jagdhelfer. Sie macht keinem anderen Hund das Wild streitig, legt es nicht drauf an Ärger zu bekommen und das allein macht schon mal sehr viel Spaß im Umgang mit ihr.

Anwesend waren ca. 20 Schützen und in etwa so viele Hunde samt ihren Führern. Die Hundeführer bildeten 2 Gruppen: Die Stöberer und die Apportierer. Ich sortierte mich und Eywa zu Beginn der Jagd erst mal zu den Apportierern.

Schon im ersten Treiben sah man deutlich den Unterschied zwischen den "alten Hasen" unter den Hunden und den "Greenhorns". Eywa war erst mal völlig planlos. Rannte hin und her, konnte es nicht fassen das es Enten regnete. Vor lauter wie-was-wo, passierte es ihr, das ihr die "alten Hasen" eine Ente nach der anderen einfach vor der Nase weg apportierten.

In einen kleinen und wie ich fälschlicher Weise annahm, problemlosen Streifchen Schilf, kam Eywa an eine geflügelte Ente. Hier musste Eywa Durchhaltewillen und Passion zeigen, denn die Ente war nicht sehr krank, tauchte immer wieder ab und obwohl das Schilfchen nur 6 x 1 Meter maß, musste Eywa 20 Minuten ackern bis sie den Erpel dann letztendlich doch in einer Unterwasseraktion fangen konnte. Braver Hund.

In diesem ersten Treiben fand Eywa noch 3 Enten und brachte diese vorschriftsmäßig.

Fasziniert konnte ich ein paar "alte Hasen" beobachten, die sich über eine sehr weite Distanz auf den cm genau einweißen ließen. Auch ein Vizsla Rüde war unter den "alten Hasen". Nun weiß ich, woran Eywa und ich auf jedenfall noch arbeiten müssen.

Im Zweiten Treiben wurden den Stöberern zugeteilt. Auch hier zeigte sich Eywa`s Unerfahrenheit deutlich. Es ist halt schon ein Unterschied, ob ein Hund bei einer HZP alleine hinter einer Ente stöbert, oder ob in ein und dem selben Gebiet mehrere Hunde mit Erfahrung hinter vielen Enten stöbern. Eywa hatte genug damit zu tun, den tieffliegenden Stöberern auszuweichen als selbst zu stöbern. Da sie ja keinen Ärger möchte, riskierte sie lieber keine Haue und hielt sich mehr am Rand auf.
Stolz brachte sie mir einen äußerst grenzwertig riechenden, sehr toten Karpfen, den die Kröte natürlich nicht auf ein einfaches "Aus" ablegte. Nein, sie bestand darauf, mir ihren Fund persönlich und nur in die Hand abzugeben. Braaaaaver Hund, würg.

Das Dritte Treiben war für Eywa Weihnachten, Ostern und Geburtstag auf einmal. Gejagd wurde an mehreren kleinen Teichen, optimal für einen jungen Hund. Jedem Schützen wurden 1-2 Hundeführer zugeteilt, die sich erst mal im Hintergrund hielten. Eywa durfte zusammen mit ihrem Vizsla Freund jagen und wurden, als die Hundeführer den Befehl erhielten die Hunde zum Apportieren zu schicken, abwechselnd geschnallt.
Hier brachte mir Eywa einige tote Enten und konnte auch noch geflügelte Enten erfolgreich nachsuchen.

Das letzte Treiben wurde wieder auf einem großen See angehalten. Es gab viel dickes Schilf, durch das Stege zu den einzelnen Schützenständen führten. Die Enten hielten sich in dem sehr schweren Schilfgürtel auf. Teilweise war das Zeug so dicht, das nicht mal 40kg Griffonrüde es schaffte sich da durch zu manövrieren. Und die Enten wussten das ganz genau. Hier wurde am wenigsten erlegt. Eywa konnte auf offener Wasserfläche eine Ente apportieren die, für unsere bescheidenen Verhältnisse, sehr weit auf offener Wasserfläche lag. Der Wind stand gut, sie ließ sich gut schicken, bekam schnell Wind von der Ente und paddelte los.

Danach war Eywa ziemlich k.o, die Nachsuchen im Schilfgürtel wurden dann von den "alten Hasen" erledigt. Eywa fehlt halt noch die Erfahrung und auch die Kondition. Kein Wunder, wo soll sie die auch her haben, in ihrer ersten richtigen Saison????

Ich war soweit zufrieden mit ihrer Arbeit, wir dürfen wieder kommen und Erfahrung und Kondition werden sich schon noch einstellen.

Eywa (r) und Boi (l)
Eywa (r) und Boi (l)
Eywa

Bläßhuhnjagd November 2010