26.08.12
860km Fahrt bei guter Wärme. Endlich, gegen 18.00 waren wir am Ziel. Einem 300 ha großem Tal in der Nähe von Gödöllö. Es gibt viele Teiche dort, mal viel Schilf, mal wenig. Dort finden große Prüfungen statt, jedes Jahr werden in dem Tal viele Jagdhunde ausgebildet. Eine Woche werden wir dort trainieren. Feld-Wald-Wasser.

Cloude und Bea waren schon da. Mit ihnen, Dundi, Csöpi und Zwergspitzoma Gomboc.
Vom ersten Augenblick an war klar: Martina-Bea-Cloude-Andrea, das gibt ein Dream-Team.
Ich freu mich sehr auf die kommenden Tage, doch jetzt muss ich erst mal 1500km weg schlafen...

26.08.2012
Ein fauler Sonntag liegt hinter uns. Spät gefrühstückt, schöne Hunderunde gelaufen, dann ein wenig im Garten gefaulenst, um 13.00 gut Mittag gegessen, bis 15.00 gute Gespräche geführt, dann bis 18.00 ans Wasser, ein wenig halb ernst gearbeitet, ein wenig gespielt und gefaulenst.

Am Abend kam der Rest der Truppe aus der Schweiz und aus Österreich an. Mit drei UD, einem UK, einem DL sind wir nun komplett und beginnen morgen das Training. Doch vorher gab es noch einmal lecker Abendessen, ein lecker „Absackerle“ eine heiße Dusche und dann hoffentlich 2-3 Mützen erholsamen Schlaf.

27.08.12
Aus und Vorbei mit der Faulenzerei. Um 6.30 hieß es: Aufgestanden, 7.00 Frühstücken, 8.00 Abfahrt ins Feld. Quersuche, Vorstehen, Schleppen. Dann Mittagspause, Nachmittags Wasserarbeit.

Die Suche war prinzipiell nicht schlecht, es gab nur, wieder einmal das Eywa typische Problem, oder ist das mehr ein Martina typisches??????
Ich „muss“ sie zu viel unterstützen. Meine Aufgabe für morgen: Hände auf den Rücken und Klappe halten!

Die Schleppen waren, vorsichtig ausgedrückt, ausbaufähig. Man könnte auch sagen, „sie bemühte sich, den Anforderungen gerecht zu werden“ Ob ich jetzt den Hund oder mich damit meine, das sei dahin gestellt....
Vorstehen war relativ okay. Eywa blieb im gesicherten Modus, trau-schau-wem. Hat aber schön geklappt. Vorstehen-Nachziehen-Trillern. Guuuuter Hund.

Nach der Mittagspause gings weiter mit Wasserarbeit. Erwähnte ich schon, das ich nach der Woche Ungarn mit mindestens 5kg + auf den Rippen nach Hause fahre? 3 x täglich Essen, das kann doch nicht gut gehen. Heute Mittag gab es Eine Art Eintopf und anschließend süße Buchteln. Gut, das meine Hosen samt und sonders über einen strapazierfähigen Gummizug verfügen :-)
Die erste Wasserarbeit lief perfekt. Ente gesucht-gefunden und gebracht, Schilfarbeit war nicht sooooo perfekt wie ich das gerne gehabt hätte. Eywa muss lernen auch im trockenen Schilf ausdauernd zu suchen. Verlorensuche im deckungsreichen Gewässer war nicht der Burner. Lag aber nicht an Eywa, sondern am Wasser. Am kaum vorhandenen Wasser. Eywa musste nicht schwimmen, sie konnte waten und tat dies durch den schlammigen Morast am Grund äußerst angewidert. Meine Güte, Mädchen halt....

Und schon war Schule aus. Noch ein wenig blödeln am Wasser, Eywa hat gelernt, das man auch von einem Steg springen kann um an die Gummiente zu kommen, ging es zurück ins Hauptquartier und es gab, man ahnt es schon, etwas zu Essen. Warum auch nicht, wir hatten heute ja „erst“ gefühlte 78990 Kalorien bekommen, das ist schon ein wenig knapp, oder? Lecker wars trotzdem. Es gab Graupen und Paprikagemüse mit Würstchen.

Der weitere Abend verlief feucht-fröhlich, ich habe selten so gelacht, ein kleines aber harmloses Wortspiel brachte uns beinahe an den Rand eines hysterischen Lachanfalles. Die „Absackerle“ mundeten gar prächtig und Gott sei Dank war es bereits recht kühl bis kalt, sonst wären wir sitzen geblieben bis zum Morgengrauen, welches dann mit Sicherheit ein wahrlich Grauen geworden wäre.

28.08.12
Ich habe mich verliebt. Verliebt in Hubi. Hubi, ein bildhübscher, Rauhaarmann in schwarz-rot. 13 Monate alt und ein Bild von einem Teckel....
Hubi darf mit in die Schweiz, mit zu Bea, in ein neues, jagdliches Zuhause. Wenn es Csillag nicht gäbe dann würde Hubi nicht in der Schweiz, sondern in Mitteleschenbach landen :-)

Der Morgen begann mit einem tüchtigen Schrecken. Beim Gassigang, Bea war sehr mutig und hatte Hubi abgeleint, zeigte Eywa die Kröte links im Wald Wild an. Csöpi, die Dackeldame gab Gas und wurde schnell laut, Hubi der Neuzugang ebenso laut hinter her, gefolgt von Dundi, dem UD. Der bzw die einzige, die blieb war Eywa. Während Dundi und Csöpi recht schnell wieder auf der Bildfläche erschienen, blieb „mein“ Teckelmann wie vom Erdboden verschwunden. Man konnte ihn zwar ab und an wunderbar spurlaut hören, zu Gesicht bekamen wir ihn aber nicht mehr. Vorläufig zumindest nicht....

Depremiert schlichen Bea und ich zurück, immer wieder pfiffen wir, doch Hubi blieb verschollen. Dann plötzlich kam er angallopiert. Freudig, auf seinen kurzen Beinchen kam er um die Ecke und begrüßte alle umstehendeUmstehenden begeistert. Danach hatte der Dackelmann vor allem eines: Tierischen Kohldampf.

Nach der ganzen Aufregung, schmeckte das Frühstück gleich doppelt gut. Bestens gestärkt ging es zur Feldarbeit. Schleppen waren angesagt. Ja, ich sag mal nix über Eywa`s „Leistung“ Hoffentlich gibt sich das bis zur VGP denn sonst spiel ich da nicht mit. Keine einzige Schleppe hat auf`s erste mal geklappt, alles musste zwei und drei mal gemacht werden. Dafür waren die Frei-Verloren-Suchen- okay....

Um 10 ging es ans Wasser. Eywa musste hart arbeiten und kam nach gut 45 Minuten endlich zum verdienten Erfolg. Schussfestigkeit kein Problem. In der Mittagspause schlief die Motte wie ein Stein. Nachmittags ging es erneut ins Feld. Vorstehn-Nachziehen-Durchstehen-Schussruhe war das Thema. Eywa fand die Henne, stand vor, zog nach, stand durch und blieb auch beim Schuss völlig ruhig.

Zum Abschluss gab es noch Verlorensuche der Ente im Schilf. Jo, das war harte Arbeit. Und es gibt sie doch, die Schokovizsla. Eywa war so einer, nachdem sie mit der Ente wieder aus dem Schilf kam. Zumindest war sie ein halber Schokovizsla. Vielleicht eher ein schlecht durch gemischter Schokovizsla. Die untere Hälfte schwarz, die obere rot.....

Der Abend verlief relativ gesittet, die Nacht war angenehm lang und so konnten wir alle ein wenig ausschlafen


29.08.12
Die Zeit vergeht viel zu schnell, über die Hälfte der Trainingswoche ist schon vorbei und das Ende naht.
Doch das Ende ist noch ein Stück weit weg und für Schneckchen gab es heute erst mal eine Übernachtfährte zu arbeiten. Länge ca 500 Meter, Standzeit Übernacht, Witterungsbedingungen tagsüber sehr warm und staubtrocken (seit 6 Wochen kein nennenswerter Niederschlag), Nachts sehr kühl bei 5 Grad.
Bewuchs waren Akazien und Pappeljungwuchs, sowie einige Kiefern. Thema war, Fährt ein völlig unbekanntem Gebiet mit gut Wild, Schwarz- Rot- und Rehwild, fremder Fährtenleger. Art der Fährte Rinderblut und Rotwildlauf. Schneckschen hat richtig gut gearbeitet. Hat mir gut gefallen.
Im Anschluss Feldarbeit: Suche und Vorstehen-Nachziehen-Durchstehen-Gehorsam am Schuß.
Zum Abschluss Frei-Verlorensuche von Fasan und Ente.
Es gab rein gar nichts auszusetzen.
Mir merkte man die Hitze langsam an. Kopfschmerzen, leichter Sonnenbrand, zu wenig Flüssigkeit aufgenommen.....

Schon war Mittagspause, die viel zu schnell verging. Nachmittags stand Wasserarbeit an. Nun ja, ich habe schon besseres von Eywa gesehen, aber auch schon schlechteres. Schneckchen ist ein klein wenig beleidigt mit mir. Ich hab sie angepflaumt und das hätte ich mal besser bleiben lassen.
Shit happens, abhaken und morgen ist ein neuer Tag...
Abends wurde gegrillt, es war sehr lecker und sehr reichlich. Die anderen sitzen noch draußen, ich muß ins Bett weil mir die Augen schon andauernd zu fallen und ich ein klein wenig, aber nur ein klitzeklein wenig müde bin.....
Noch 2 Tage Training, dann Prüfung, dann noch einmal schlafen und schon geht’s wieder nach Hause. Unglaublich wie die Zeit rast, wenn sie das nicht soll.
Mal schauen wie die Prüfung Samstag läuft.....

30.08.12
Jessas Maria wohin verschwindet nur die Zeit? Heut war der letzte volle Trainingstag.
Nach einem, wie immer, sehr reichhaltigem Frühstück, ging es direktamente hinaus ins Feld. Auf dem Programm stand für Eywa als aller erstes, Fuchsapport. Sehr zu meiner Überraschung, klappte das trotz geruchlich sehr intensivem Füchslein, auf`s erste mal. Erst freier Apport, dann Schleppe.
Nach der Fuchsschleppe gab es die Kaninchenschleppe. Das funktionierte, zum ersten Mal in dieser Trainingswoche, richtig gut. Frei-Verloren-Suche von Ente und Kaninchen war auch okay.

Es folgte Suche und Vorstehen. Eywa war es zu warm. Die Suche war ein klein wenig verhalten, nix schneller Galopp, eher gemächliches Arbeitstempo. Sie fand, stand vor, zog nach, es wurde geschossen, wieder zog sie nach, super gut. Und schon war wieder Mittagspause.
Gleich nach dem Essen, ging ein Teil des Trupps ans Wasser, einfach nur blödeln und spielen, vom Steg ins Wasser springen (Eywa und Csöpi, nicht wir versteht sich), Frösche jagen (Dundi), Das Uferschilf durchstöbern (Hubi) oder einfach nur im angenehmen Schatten rum faulenzen.

Ab halb drei, wars dann vorbei mit der Faulenzerei. Wieder einmal stand Wasserarbeit auf der Agenda. Heute war ich mit Schneckschen zufrieden. Sie lies sich einweisen und kam dann auf dem anderen Weiher auch zu ihrem verdienten Erfolg.

Abends waren wir im Nachbardorf lecker essen. Wow, es war einfach nur gut und unglaublich reichlich. Ab morgen ist Schluss mit der Völlerei, dann weht wieder ein anderer Wind...

31.08.12
Heute Training light. Für Eywa gab es eine Suche und eine Federwildschleppe. Die Suche war okay, die Federwildschleppe dagegen.....
Na ja, was solls. Wird morgen schon nicht gleich in einer Katastrophe enden. Nachmittags werden wir nur just for fun an den Weiher gehen. Seele baumeln lassen, bissle blödeln. Bald ins Bett, morgen früh um 4.30 ist die Nacht um....

01.09.12
Der Tag der Wahrheit. Prüfung. Ich hasse Prüfungen. ÖTV (HZP) stand an. 2 Stunden Fahrt bis kurz vor die rumänische Grenze. Zum Glück war die Anzahl der zu prüfenden Hunde überschaubar. Denn neben der Tatsache, das ich Prüfungen hasse, hasse ich auch die blöde Warterei von einem Fach zum nächsten. Je mehr Hunde, desto mehr Warterei... Oder, je weniger Hunde desto besser.

Heute waren es 8 die zur Gesellenprüfung gebeten wurden. In unserer Gruppe ging es los mit der Suche. Gesucht wurde auf einem abgeernteten Maisacker mit Hasen satt. Als Eywa und ich mit der Suche begannen, war es bereits schon wieder unglaublich warm, der Acker staub trocken. Eywa bekam für Nase, Suchenstil und Nasengebrauch je volle Punktzahl.
Dann hieß es wieder, „Geduld ist eine Tugend, die es zu erlernen gilt...“
Weiter ging es mit den Schleppen. Feder- und Haarwild. Es lief so, wie es sich schon im Training abzeichnete. Suboptimal. Okay, die Bedingungen waren wegen der andauernden Dürre (7 Wochen Hitze ohne nennenswerte Niederschläge) nicht gerade easy going, doch es hatten alle Hunde die gleichen Erschwernisse. Nicht nur Eywa bekam Abzüge, auch andere, sichere Hunde mussten dort Federn lassen....

Nach den Schleppen ging es für Eywa und mich ans Wasser und somit an die lebende Ente. Der Teich mit seinen 2 Schilfbereichen hatte es in sich. Die Dürre sorgte für niederen Wasserstand, so das erst mal eine morastige Sumpffläche überquert werden musste, ehe es ins freie Wasser und dann ins Schilf ging. Viele Hunde vor uns hatten ihre liebe Müh und Not, einige Enten blieben auf dem Teich und erfreuen sich noch immer bester Gesundheit. Die Enten waren samt uns sonders schwere Enten, tauchten was das Zeug hielt und machten es den Hunden im Schilf wahrlich nicht einfach.

Eywa hatte eine andere Taktik als viele der anderen Hunde. Während sich einige mit Getöse ins Wasser und ins Schilf warfen, bewegte sich Eywa mit Bedacht, langsam und leise durch den Modder, das offene Wasser und ins Schilf hinein. Kurz vor dem Zugriff tauchte die Ente ab und unter dem Schwimmsteg wieder auf. Da begann dann der für Eywa anstrengende Teil der Arbeit. Schießen konte man die Ente nicht, sie schwamm ja unter dem Steg umher. Es dauerte eine Weile ehe Eywa die Ente schlußendlich fangen und sauber apportieren konnte. Eywa bekam für ihre Arbeit am Wasser eine äußerst verdiente 4 mit Stern (entspricht in etwa der 4h) für die Wasserarbeit.

Lange ausruhen konnten wir uns nicht, wir wurden zur Frei-Verloren-Suche bestellt. Das ging rucki zucki. Das Üben vom Einweisen an Land hat sich bezahlt gemacht. Während viele Hunde in der stehenden Hitze und ohne hilfreichem Wind relativ lange suchen mussten, lies sich Eywa in die Richtung die mir angegeben wurde einweisen, fand und brachte den Fasan innerhalb von 30 sec.

Als letztes Fach gingen wir zum Vorstehen. Mittlerweile war es 13.45 und glutheis. Es ging kaum ein Lüftchen, die Hitze flirrte über den staubtrocknen Feldern.

Eywa war der erste Hund derer, die bei der Suche am Morgen nicht das Glück hatten und bei angenehmen Temperaturen an Wild kamen und somit noch einmal antreten mussten.

Zum Glück wurde die Suche nicht mehr bewertet, denn für eine halbwegs flotte Suche war es einfach zu heiß. Eywa zeigte in an einer Hecke relativ rasch Wild an, zog nach und stand schließlich sicher und fest eine Henne vor. Großes Lob der Richter, Hände schütteln, Prüfung beendet.

Alle Hunde haben die ÖTV (HZP) bestanden. Besonders gefreut hat mich, das der UD aus unserer Übungstruppe den Suchensieg eingefahren hat.

Müde und kaputt traten wir den lange Heimweg nach Babapuzsta an. Die Flasche Champagner haben wir uns redlich verdient. Den Abend, unseren letzten, gemeinsamen Abend, liesen wir entspannt, gemütlich aber auch ein wenig wehmütig ausklingen. So schnell war die Zeit verflogen, so viel Spaß hatten wir miteinander, aus Fremden wurden Freunde, ich denke, das kann ich einfach so sagen.
Eines ist jetzt schon sicher: Das war zwar die erste gemeinsame Trainingswoche, aber unter Garantie nicht die letzte :-)

02.08.12
Das letzte gemeinsame Frühstück. Einer der Kollegen war schon am frühen Morgen aufgebrochen, er hatte am weitesten zu fahren und wollte so der Hitze entgehen.
Dieses Frühstück verlief ein wenig schweigsamer, als die der vergangenen 7 Tage... Zimmer wurden geräumt, Auto`s beladen, ein letzter Kontrollgang, ein letztes Good by und schon zerstreuten wir uns in alle Richtungen.

Aber, da nichts einfach so funktionieren kann wenn Frau Schneider eine Reise tut, kam was kommen musste: Wir furen los und ich gab meinem Navi an: „Los, Plappermaul, bring uns heim“

Es dauerte eine Weile, dann erschien: „keine Route gefunden“ Wie jetzt? Hat er mir das Plappermaul übel genommen? Na dann. Navi ausschalten-einschalten. Keine Änderung der Dinge. Weiterhin „keine Route gefunden“

Tja, ein Blick genügte. Speicherkarte weg. Einfach weg. Weg wie: nicht mehr da! Was ist da passiert? Ich weiß es nicht. Die Spiecherkarte war noch da, als wir von der Prüfung zurück fuhren. An der Schranke zu Babapuzsta schaltete ich das Navi aus, packte es, wie immer, in die Mittelkonsole. Ich habe das Auto-wie jeden Abend- vor dem Jagdhaus geparkt und -wie jeden Abend- abgeschlossen. Wie eine Speicherkarte auf dem Weg von der Windschutzscheibe zur Mittelkonsole aus dem Navi unauffindbar verschwinden kann, ist und bleibt uns ein Rätsel. Das die Fahrt quer durch Budapest mehr als abenteuerlich war, brauche ich wohl nicht detailiert erwähnen, oder?

Nun sind wir wieder daheim. Mein Schneckschen ist seeeehr müde und hat sich ihren Urlaub jetzt redlich verdient. Wir werden jetzt erst mal mindestens eine Woche faulenzen...

Impressionen der Trainingswoche

Bilder der Prüfung