Muss aller Anfang immer schwer sein?

Eywa mit 9 Wochen bei der ersten Wassergewöhnung

Je früher der Welpe ans Wasser gewöhnt wird, desto leichter hat man es später in der Ausbildung.

 

Zu Beginn wähle ich ein Gewässer mit möglichst flachem Einstieg damit der junge Hund nicht den Halt verliert und sicher ins Wasser gehen kann. Die Situation ist neu für ihn denn er sieht plötzlich nicht mehr wo er hin läuft. Natürlich gibt es auch äußerst taffe Welpen, die sich ohne mit der Wimper zu zucken in die Fluten werfen, die Regel ist das aber nicht.

 

Wieder ganz wichtig, wie eigentlich in allen Bereichen der Ausbildung: RUHE-AUSREICHEND ZEIT-UND VIEL GEDULD.

Zuviel Druck und man kann dem Welpen das Wasser ein für alle mal gründlich verleiden!

 

Hilfreich ist auf jeden Fall der Einsatz einer Reizangel mit dem entsprechendem Anreiz am Ende. So eine wild umher flatternde Entenschwinge hat schon so manch zögerlichen Welpen dazu veranlasst, all seine Scheu vor dem unbekannten Element über Bord zu werfen und schnell war das Eis gebrochen, der Knoten geplatzt.

Spielen macht Spaaaaaß
Schwimmen auch

Apportieren aus dem Wasser

Schwimmdummy mit Gänseschwinge

Wenn der Apport an Land sitzt, beginnt das Apportieren aus dem Wasser.

Warum erst wenn der Apport an Land sicher klappt?

Macht der Hund beim Apportieren an Land Probleme, so kann ich einwirken. Ich kann direkt am Hund und mit dem Hund am Apportel arbeiten. Ist der Hund im Wasser, bin ich als Mensch an Land ziemlich chancenlos...

 

Bevor es nun ans Wild geht, wird auch im Wasser der Apport zuerst mit Dummys geübt.

Man kann die Dummys relativ einfach etwas "wildiger" gestalten indem man mittels Kabelbinder Enten- oder Gänseschwingen daran befestigt.

 

Die ersten Male darf der junge Hund zusehen, wenn ich den Dummy ins Wasser werfe. Jedoch darf er nicht Hals über Kopf einfach los stürmen, sondern muss solange ruhig neben mir sitzen bleiben bis ich ihn mittels Kommando frei gebe. Fiept der Hund, ist unruhig oder springt gar bellend in die Leine, so wird er diesen Dummy NICHT apportieren dürfen. Vielmehr bringe ich den Hund weg vom Wasser, notfalls ins Auto und lasse den erfahrenen Althund den Dummy apportieren.

Bei der Jagd sind kreischende, heulende, bellende und sehr unruhige Hunde ein Unding, und Steadyness muss von Anfang an geübt werden.

 

Bald schon darf der junge Hund das Werfen des Dummys nicht mehr sehen. Warum? Der Hund soll auch dann ins Wasser gehen wenn vorher kein optischer Reiz den Hund dazu animierte. Er muss auf Kommando das Wasser annehmen und nicht nur weil etwas geflogen kam.

 

Ich sorge imme dafür das der Hund im Wasser auch etwas findet was er bringen kann. Er muss lernen das es Beute gibt wenn ich ihn schicke.

 

 

"Such voran, weiter!"

Der nächste Schritt ist das Schicken über eine offene Wasserfläche. Nach Möglichkeit wähle ich zu Beginn dieses Trainings ein Gewässer, das nicht zu breit ist.

Ich verstecke, für den Hund nicht sichtig, im gegenüberliegenden Uferbereich im Abstand von 5 Metern ein paar Dummys. Ich setze nun den Hund am Ufer an und schicke ihn mit dem Kommando: "Such voran und weiter" ins Wasser. Der Hund soll lernen, solange gerade "weiter" zu schwimmen, bis er einen anderen Befehl erhält.

Äußerst hilfreich ist es, wenn der Hund zuvor an Land schon gelernt hat, auf Richtungspfiff und wegweisende Handzeichen zu reagieren.

 

Welches Kommando man für das Überqueren offener Wasserflächen verwendet, bleibt der Fantasie überlassen. Ich habe mich für "weiter" entschieden, da ich dieses Kommando auch an Land verwenden kann. Dem Hund muss es egal sein, ob zu Lande oder im Wasser. "Weiter" heißt "weiter", egal wo!

 

 

Stöbern im Schilf

Der Hund soll lernen ausdauernd im Schilf zu stöbern. Als erstes muss der Hund Schilf kennen lernen. Um ihm diesen Schritt zu vereinfachen, werfe ich für den Hund sichtig eine tote Ente oder einen Dummy nicht allzuweit ins Schilf hinein und schicke den Hund unmittelbar hinterher. Nach ein paar Versuchen darf der Hund das Werfen der Ente oder des Dummys nicht mehr eräugen. Bei den ersten Versuchen wird die/der für den Hund nicht sichtig auszubringende Ente/Dummy noch nicht sonderlich schwer versteckt, der junge Hund soll zu Beginn des Trainings im Schilf relativ schnell zum Erfolg kommen. Nach und nach wird der Schwierigkeitsgrad gesteigert.

 

DER JUNGE HUND MUSS IMMER ZUM ERFOLG KOMMEN.

 

Darum habe ich für den Notfall immer eine zweite Ente, einen zweiten Dummy dabei, damit die Übung unter Garantie erfolgreich endet und der Hund nie aufhört zu arbeiten, ohne etwas gefunden zu haben.