Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nur noch schwer

Aus Erfahrung klüger geworden, habe ich mit Eywa schon ab der 9. Lebenswoche mit der Fährtenarbeit begonnen.

 

 

 

 

Die Ausbildung auf der Kunstfährte

Den Anfang bei der Fährtenarbeit machen Futterschleppen.

Es wird z.B ein Stückchen Pansen, Herz, Lunge o.ä über eine zu Beginn der Ausbildung kurze Distanz geschleppt, der Welpe darf dabei noch zusehen. Nun darf er diese Schleppe ohne Wartezeit arbeiten. Der Riemen/die Leine ist noch kurz, damit der Welpe nicht zu weit von der Schleppe abkommt. Driftet der Welpe ab, bleibe ich kommentarlos stehen und helfe dem Hund nicht sofort. Findet der Lehrling seine Schleppe wieder, lobe ich kurz und wir gehen weiter. Findet sich der Hund nicht wieder zurecht, helfe ich dem Hund natürlich weiter.

 

Am Ende der Schleppe darf der Hund das Schleppgut fressen. Es spricht nichts dagegen jeden 2.Tag eine Futterschleppe zu arbeiten, jedoch sollte der Schwierigkeitsgrad und die Standzeit der Schleppe je nach Lernerfolg zügig angpasst werden.

Eywa und ich untersuchen den "Anschuss"
Eywa hat die Fährte aufgenommen und zieht los
Über Stock und über Steine
Gleich sind wir am Ziel

Der Fährtenschuh

Schon nach 2-3 Futterschleppen beginne ich damit, den Fährtenschuh in die Ausbildung einzubringen.

 

Um eine Fährte halten zu können, braucht ein Hund keinen Schweiß (Blut). Durch die Bodenverwundung, die ein Lebewesen bei seiner Flucht erzeugt, werden Pflanzen beschädigt und Bodenstruktur verändert. Mikroben zersetzen zerstörte Pflanzen und Bodenbewohner. Der dabei entstehende Geruch, in Verbindung mit dem Individualgeruch, ein Sekret aus den Zwischenzehendrüsen des flüchtenden Lebewesen , dient unseren Hunden als Leitfaden.

 

In den Fährtenschuh werden Schalen vom Wild eingespannt. Diese Schalen sorgen mit jedem Schritt vom Fährtenleger für die nötige Bodenverwundung.

 

Nun lege ich Futterschleppen und trage dabei die Fährtenschuhe mit den entsprechenden Schalen. Das Schleppgut wird nicht mehr durchgängig gezogen, es erfolgen immer größere Abschnitte ohne dass das Schleppwild den Boden berührt. Am Ende der Fährte liegt nun nicht mehr das Schleppgut, sondern die Schalen aus dem Fährtenschuh. Das Schleppgut darf der junge Hund als Belohnung für seine Arbeit am Ende fressen.

 

Rasch wird im nächsten Schritt das geschleppte Futter abgebaut. Dafür werden auf der Fährte Verweiserdöschen ausgebracht. Über diese Döschen soll der Hund zum einen lernen, mir etwas Interessantes zu zeigen (verweisen), zum anderen dienen diese Anfangs auf kurzen Abstand zueinander ausgelegten Döschen dazu, die Motivation des Hundes weiter zu suchen, aufrecht zu erhalten. 

 

Standzeit und andere Schwierigkeiten

Wenn der junge Hund die ersten Fährten mit dem Fährtenschuh gemeistert hat, beginne ich die Standzeit der Fährte vom Legen bis zum Arbeiten zu erhöhen. Von einer Stunde auf vier, von vier auf acht, von acht auf vierzehn und vor da an über die Nacht.

 

Erst wenn der Hund Übernachtfährten sicher arbeitet, kommen andere Schwierigkeiten und Kniffe dazu. Die Länge der Fährte wird gesteigert, verschiedene Untergründe eingebaut, Winkel, Haken, Schlaufen, Rückwechsel und Widergänge eingefügt, Fährten in wildreichen Gebieten gelegt, Verleitungen eingebaut.