Aller Anfang muss nicht immer schwer sein. "Mit Geduld und Spucke, fängt der Frosch die Mugge"

 

Geduld, Konsequenz und ein Gespür für den Hund erleichtern die Anfänge des Apportierens.

Am Anfang steht die Neugier

Die meisten Hunde möchten ihre Umwelt gerne "begreifen". Mangelns Händen wird von Welpenbeinen an alles wird in den Fang genommen, darauf herum gekaut, durch die Gegend getragen. Diesen Umstand mache ich mir für die spätere Apportierausbildung zu nutze. Egal was der Welpe jetzt aufnimmt und trägt, alles wird in den höchsten Tönen belobt.

 

Die drei wichtigsten Grundregeln in der Ausbildung sind GENÜGEND ZEIT, RUHE und GEDULD. Es macht keinen Sinn mit dem Hund zu arbeiten wenn man selbst Ärger, Stress oder wenig Zeit hat. Hunde reagieren sehr sensibel auf die Stimmungslage ihres Menschen und schnell ist der Hund verunsichert, blockiert, und das wirft die Ausbildung um Wochen zurück.

 

Bis der Zahnwechsel abgeschlossen ist, erfolgt der Apport ausschließlich spielerisch. Grad, wenn Welpenzähne anfangen locker zu werden, kann beim Apport viel schief gehen. Der Hund nimmt einen Gegenstand unglücklich auf und verletzt sich dabei. Wenn es ganz unglücklich kommt, bricht der Welpe sich einen lockeren Milchzahn aus, hat Schmerzen und schon ist unter Umständen eine Verknüpfung entstanden, die man gar nicht brauchen kann.

 

Ist der Zahnwechsel abgeschlossen, beginnt der "Ernst des Hundelebens". Nun wird aus dem "alles anschleppen dürfen" Schritt für Schritt ein "alles anschleppen müssen".

 

Die ersten Schritte

Wie erklär ich`s meinem Hunde? Zuerst lernt der junge Hund meine Hand in seinem Fang zu dulden. Ich möchte erreichen, dass der Hund meine Hand in den Fang nimmt, sobald ich sie ihm anbiete. Über meine Hand ist es mir möglich, die Griffstärke des Hundes zu regulieren. Er darf nicht zu locker halten, aber wie ein Schraubstock zu machen oder knautschen darf er auch nicht.

 

Zu Beginn biete ich dem sitzenden Hund meine Hand auf Augenhöhe an, und erst wenn er aus dieser Position die Hand nimmt und mit angepasstem Griff ruhig festhält, beginne ich damit mein Hand immer tiefer zu halten. Erst dann, wenn der Hund die Hand vom Boden aus aufnimmt, fange ich an mit Apporteln zu arbeiten.

Über den Dummy
zum Apportierbock...
über den Apportiersack...
zum Fuchs...

Schleppenarbeit

Der Anfang

Was benötigt man für das Schleppentraining?

 

Einen Helfer, frisches Schleppwild, eine längere Leine, eine Ablaufschnur und ein Ritual das dem Hund signalisiert welche Arbeit ihn nun erwartet.

 

Die ersten Schleppen werden für den Hund sichtig ca 50 Meter lang und nur gerade aus gezogen.

 

Das Schleppwild wird so abgelegt das der Hund es ohne Probleme aufnehmen kann.

 

Zu den Ritualen vor der Arbeit: Ich möchte, das der Hund anhand bestimmter Abläufe schon vor der eigentlichen Suche genau weiß was er zu tun hat. So werden meine Hunde bei allen Arbeiten, die das Suchen mit tiefer Nase erfordern, am "Anschuss" abgelegt. Bei der Schleppenarbeit bekommen meine Hunde eine ganz bestimmte Halsung angezogen. Schon das Anziehen dieser Halsung macht dem Hund deutlich was ihn erwartet.

 

Nachdem der Hund die "Schleppenhalsung" um hat, nehme ich ihn an eine längere Leine und lege ihn 2-3 Meter vor dem "Anschuss" ab. Während ich den "Anschuss" untersuche, muss der Hund liegen bleiben. Nun hole ich den Hund zu mir und jetzt darf auch der Lehrling den "Anschuss" inspizieren. Hat der Hund den Abgang der Schleppe sicher, folge ich ihm, lasse dabei die Leine aber noch relativ kurz. Verliert der Hund die Schleppe, so bleibe ich stehen. Nimmt der Hund die Schleppe wieder an, so gehen wir weiter. Wenn nötig dann ermuntere ich den Hund zum Suchen.

 

Sind wir am Schleppwild angekommen, darf bzw soll es der Hund zügig aufnehmen. Geimeinsam laufen wir rasch zum Beginn der Schleppe zurück. Erst dort lasse ich den Hund sitzen und mir das Schleppwild aushändigen.

 

 

 

Schritt für Schritt zur freien Schleppe

Für die freie Schleppenarbeit ist sicheres Apportieren Voraussetzung. Wenn der Hund im Apport noch nicht entsprechend gut trainiert wurde, sollten keine freien Schleppen gearbeitet werden. Die Möglichkeit, das der Hund mit dem Schleppwild "spielt", es eingräbt, anschneidet oder knautscht, darf dem Hund keinesfalls gegeben werden!

 

Nachdem der Hund das Prinzip der Schleppenarbeit verstanden hat, geht es nun daran den Hund auf das freie Arbeiten der Schleppe ein zu arbeiten.

 

Die ersten Schleppen lasse ich nur gerade aus ziehen, Länge 50-70 Meter. Den Hund lege ich kurz vor dem Anschuss ab. Ich untersuche den Anschuss und hole dann den Hund dazu. Die normale Führleine wird gegen die Ablaufleine getauscht. Diese wird durch die Halsung gezogen, so das ich beide Enden der Ablaufleine in der Hand habe. Jetzt darf der Hund den Anschuss untersuchen. Wenn der Hund beginnt die Schleppe zu arbeiten gehe ich 20-30 Schritte mit und erst wenn ich das Gefühl habe, das sich der Hund sicher auf der Schleppe befindet, lasse ich ein Ende der Ablaufleine los, so das die Leine durch die Halsung ablaufen kann.

 

Nimmt der Hund das Wild auf und ist auf dem Rückweg, lobe ich kräftig und bewege mich rückwärts zum Anfang der Schleppe zurück.

 

Nach und nach wird die Länge der Schleppen gesteigert und stumpfe Haken eingebaut. Erst wenn der Hund 350 Meter lange Schleppen, deren Verlauf ich als Hundeführer einsehen kann, sicher und sauber arbeitet, werden die ersten kurzen Schleppen im Wald gezogen.

 

 

 

Frei-Verloren-Suche 

 

Gerade bei der Jagd auf Flugwild ist es fast immer so, dass das beschossene Wild nicht wie ein Stein senkrecht nach unten vor des Jägers Füße fällt, sondern vom Schuss bis zum Verenden noch eine undefinierbare Distanz zurück legt.

 

Um in Besitz des Wildes zu gelangen, sind Hunde erforderlich, die die Frei-Verloren-Suche beherschen.

 

Die Frei-Verloren-Suche ähnelt der Quersuche. Der Hund soll unter guter Ausnutzung des Windes ein Gebiet selbstständig in Schlangenlinien absuchen und gefundenes Wild dem Jäger zutragen.

 

Bei den ersten Verloren-Suchen die der junge Hund unternimmt, wird ausreichend Beute zum Bringen ausgelegt. Beim Auslegen ist darauf zu achten, das der Hund keine Witterung der menschlichen Fährte bekommt. Der Hund soll mit hoher Nase und ohne "Hilfestellung" durch die menschliche Fährte zum Erfolg kommen.

 

Nach und nach werden die Apportel reduziert und das Suchengebiet erweitert.

 

Im weiteren Training der Frei-Verloren-Suche wird der Hund nicht mehr nur ein Stück Wild suchen, sondern 2-3 oder auch 4 Stück Wild. Der junge Hund wird lernen sich nicht auf des erste gefundene Stück Wild zu fixieren, er soll sich immer wieder schicken lassen.

 

Wie bei der Schleppenarbeit auch, habe ich für meine Hunde ein Ritual vor der Suche. Für alle Arbeiten mit hoher Nase wie z.B. Quersuche, Frei-Verloren-Suche, Buschieren oder Stöbern bekommen meine Hunde eine breite, gelbe Signalhalsung angelegt. Während bei Arbeiten, die den Einsatz der tiefen Nase erfordern, meine Hunde immer abgelegt werden, so erfolgt bei Arbeiten mit hoher Nase der Start immer aus der Sitzposition.