Bille und die "laute Jagd"

Kapitel 1, Oktober 2017

Unsere Saison hat mit einer kleineren Drückjagd der bayerischen Staatsforsten im Frankenwald begonnen. Das Wetter war schon irgendwie surreal. Fast hätte man im T-Shirt sitzen können, so warm war es. Mein Stand war mitten in einer Dickung. Einer richtig netten Verjüngung die so dick war, das man das ratschen der Zweige an den Westen der Hunde meilenweit hören konnte. Selbst so kleine und wendige Hunde wie die Bille einer ist, hatten alle Pfoten voll zu tun um in der Dickung die gleichzeitig auch noch ein Steilhang war, überhaupt vorwärts zu kommen. Schon beim Angehen vom Sitz war klar, Sauen satt. Klar war aber auch, das der Stand mehr Tücken als Entzücken haben wird. Da mitten in der Dickung, kaum Schussfeld. Zwar Schneissen raus gearbeitet aber zu viel kann man ja auch net weg schneiden... 
Also erste Tat: Optik von groooooß auf kleeeeein runter schrauben. Um 10.00 gings los, Bille sausste ab und wurde nach kurzer Zeit laut. Ich konnte hören was sie jagte, ich konnte riechen was sie jagte, nur sehen, sehen konnte ich rein gar nix, erst mal. Selbst dann nicht als die laute Jagd keine 10 Meter um mich rum statt fand. Mal sah ich für nen Bruchteil Bille´s Weste, mal nen Pürzel einer Sau, mal den Spiegel eines Rehs. Ich weiß nicht wieviele Sauen ich "sah" bzw eben nicht sah aber es waren viele. Sehr, sehr viele. Ein paar mal verirrte sich so ein Schwarzkittel auch an den Rand meiner Schussschneisen aber keine Chance auch nur andeutungsweise an einen Schuss zu denken. 
Irgendwann dann ein Aufheulen von Bille. Kurz drauf kam sie zum Stand zurück, leicht geknickt und gar nicht fröhlich. Bille untersucht, nix gefunden, kein Parfum ala Sau am Hund. Keine Ahnung was und wer ihr zugestoßen ist. Sie suchte dann zwar weiter, war aber deutlich verhaltener als vorher. Was sie wohl erlebt hat? Schade das sie nicht reden können. Kurz vor Ende der Jagd zog sie noch mal los und wurde im Dickungshang unter mir laut. Hin und her ging die laute Jagd, obwohl Bille laut Garmin teilweise nur 15m neben mir vorbei sausste, entdeckte ich weder sie, noch was sie denn jagte. Irgendwann sah ich eine Geis aus der Dickung springen und im Gegenhang verschwinden. Dann sollte ja kurz drauf Bille dahinter erscheinen. Tat sie aber nicht. Sie bastelte immer noch laut im Hang umeinander. 15m links unter mir im Hang bewegt sich der Ahorn. Das kann nicht Bille sein. Die tüftelt laut noch ein Stückerl weg, aber grob auf mich zu. Ich glotz auf den Ahorn wie die Sau ins Uhrwerk und hätte das Kitz beinahe nicht gesehen. Dann musste es schnell gehen. Viel Sicht- und Schussfeld hatte ich ja nicht. Kurz vergewissert das Bille nicht im Gefährdungsbereich ist. Das war sie nicht, also nicht lang gefackelt. Das Kitz lag im Knall. Kurz drauf kam Bille laut den Hang hoch, stolperte quasi über ihr Kitz und bedachte mich mit einem vorwurfsvollen Blick ala "he, nun rennts ja nimmer weg"....
Pünktlich zum Jagdende machte ich Bille dingfest und brach mein Kitz auf. 
Alles in allem eine erfolgreiche, kleine Jagd. Am Ende lagen 12 Sauen, darunter ein richtig, RICHTIG dicker Keiler der schon stank wie Hulle  und aufgebrochen 123kg auf die Waage brachte sowie 7 Rehe.

Ich bin gespannt wie sich Bille bei der nächsten Jagd präsentiert. Vieleicht hat sie heute ja doch von einer Sau eine geschallert bekommen und ist nicht, wie zuerst vermutet, mit dem Hund vom Durchgeher aneinander geraten denn eigentlich waren die zu weit weg von uns bzw Bille war nicht so weit oben im Hang.... Wer weiß das schon so genau? Manchmal wär ne Kamera am Hund echt nicht verkehrt

Kapitel 2

 

Wir haben ein wunderschönes Jagdwochende bei Freunden in Niedersachsen verbracht. Freitag eine Bewegungsjagd der Niedersächsischen Landesforsten im Revier Niederhaverbeck. Das Wetter machte es spannend. Ich vertraute auf mein Glück und lies den Schirm im Auto. Normalerweise schüttet es dann wie aus Eimern.... Dieses mal blieb es bei ein paar einzelnen Regentröpfchen und etwas Wind. Da haben wir schon bei weit aus schlechteren Bedingungen gejagt. Bille startete sehr engagiert, wurde rasch laut und jagte auf etwa 400m Entfernung wohl, wie mir später berichtet wurde, Rotwild. An meinem Stand kam ein Reh vorbei gesaust, keine Möglichkeit auch nur an einen Schuss zu denken. Als Bille irgendwann von ihrem ersten Ausflug zurück kam, stolperte sie über die mittlerweile gut 20 Minuten alte Rehfährte. Es riss sie förmlich um 90 Grad rum, sie wurde sofort laut und ab ging die Post. Die Durchgeher kamen von unten nach oben durch und als die grad weg waren, kam Hundelaut von unten auf mich zu. Bille´s Laut war nicht dabei, die war grad anderweitig unterwegs.... So konzentrierte ich mich natürlich in die Richtung aus der der Laut kam. Die Jagd ging hin und her, auf und hab, kreuz und quer. Aber nie bekam ich zu Gesicht wer da was jagte und irgendwann löste sich das Ganze auf. So drehte ich mich wieder nach vorne und sah ihn noch, den dicken, DICKEN Keiler wie er gemächlich spitz von mir weg in der Dickung verschwand.... Keiler aller Altersklassen wären frei gewesen so auch dieser Basse und ich hab meinen Lebenskeiler verpennt.... Jo mei, kann passieren.... Bille kam später auch auf die Fährte des Keilers, jagte diesen aber nur kurz an. Die Jagdzeit war da schon zu 3/4 um und Bille hatte einiges an Strecke zurück gelegt. Sie legte eine kurze Pause am Stand ein, zischte aber gut 30 Minuten vor Ende der Jagd noch mal los. Wieder wurde sie im hinteren Teil meines Standgebietes laut doch dieses mal war alles anders. Zuerst war Bille normal spurlaut. Ihr typischer Spurlaut ging schnell in den für sie typischen Sauenhatzlaut und kurz darauf in agressiven Standlaut über. Entfernung der Bail zu mir: 280m. Den Revierleiter konnte ich telefonisch nicht erreichen, die Nummer der für unseren Bereich zuständigen Hundeführer stand leider nicht auf dem Standzettel. 280m ist zu weit um ohne Erlaubnis den Stand zu verlassen um dem Hund zu helfen. So blieb mir nichts anderes übrig als abzuwarten. Irgendwann brach Bille ab und kam zu mir zurück. 

Das Ende der Jagdzeit kam und mir lies das keine Ruhe. Also lies ich Bille laufen und sie führte mich zielsicher zu dem Punkt an dem sie vorher Standlaut gab. Wieder sausste sie los, wieder Standlaut. Vor-zurück-hin-her-rein-raus sprang die Bracke und irgendwann sah ich, was sie da stellte. Ich schluckte 2 mal denn das war kein Küchenschweinchen mehr, das war ein richtiges Schwein was da vermutlich krank im Wundbett saß. Ich musste die Bail umschlagen, da ich von meiner Position aus kein Schussfeld hatte. Mit dem Umschlagen bekam die Sau aber Wind von mir und flüchtete. Da konnte ich sehen das die Sau krank war, sie lief sehr unrund, konnte aber nicht genau erkennen wo der Schuss saß. Schießen konnte ich auch nicht da ich null Kugelfang hatte und Bille zu dicht dran war. Bille keifend hinterher aber sie schaffte es nicht die Sau zu binden. Ich hab mir das Wundbett der Sau angesehen und markiert, leider keinerlei Schweiß entdeckt und das ganze Geschehen am Sammelplatz bei der Nachsuchenkoordination gemeldet. Schnell war ein Nachsuchenführer gefunden. Auch ihm schilderte ich noch einmal was passiert ist. Er lies sich von mir einweisen und lud mich ein, ihn zu begleiten. Man muss nicht lange spekulieren ob ich die Einladung angenommen habe. Natürlich nehme ich jede, JEDE Gelegenheit einen Profi bei der Nachsuche zu begleiten gerne an und dieses Gespann waren absolute Profis mit langjähriger Erfahrung und einer schon fast unheimlichen Bierruhe. Ruhig und gelassen suchte die BGS Hündin das Wundbett und Umgebung ab. Dann marschierte sie los und wir hinterher. Irgendwann verwies sie einen kleinen Tropfen Schweiß. Stecknadelkopfgroß. Soweit so gut, wenigstens hab ich mir nicht nur eingebildet das die Sau krank weg ist. Mit einer traumhaften Sicherheit und Ruhe ging die Hündin weiter. Nicht einen Moment der Unsicherheit, nicht einen Augenblick hatte man den Eindruck, das sie die Fährte nur mühsam halten konnte. Ihr Führer musste nur dafür sorgen, das der Riemen immer wie geschmiert lief. So folgten wir der Hündin, Meter für Meter für Meter. Plötzlich zeigte die Hündin eindeutig: "Mach den Strick ab und zwar sofort" Wie der Blitz schoss sie nach vorne. Spurlaut-Hatzlaut-Standlaut. Wieder Hatzlaut, wieder Standlaut. Die Sau lies sich nur mühsam binden. Wir näherten uns im Bogen unter Wind der Bail und irgendwann passte die Distanz von uns zur Sau, der Abstand vom Hund zur Sau, der Schusswinkel. Sicher konnte der Nachsuchenführer die kranke Sau erlösen. Es war ein Keiler, Lebendgewicht etwa 120kg, aufgebrochen 85kg. Die Nachsuche ging über 3km, zusätzlich 500m Hatz. 

Bille hat an diesem Tag 23km Strecke gemacht. Sie hat sich die Pfoten wund gelaufen und ist scheinbar in irgend einem Gestrüpp abgetaucht das eine allergische Raktion bei ihr auslöste, denn am Abend hatte sie von der Kehle abwärts, über die ganze Brust, die Flanken und den Bauch alles voller Pusteln. Sah fast ein wenig aus wie Stiche. Keine Ahnung wo sie sich da schon wieder kopfüber rein gestürzt hat....

Kapitel 3, November 2017

 

zurück im wunderschönen Fichtelgebirge. Kaiserwetter, nachdem sich der Nebel widerwillig verflüchtigt hat. Eine große Schützengesellschaft mit und ohne Vierläufer war schon vor Ort und nachdem der "Papierkram" zügig erledigt war, die Schützen ihren Anstellern zugeteilt und alle Autos auch in den richtigen Reihen standen, gings los ins Revier. Unserer Anstellergruppe was die größte und Andre und ich die beiden letzten Schützen die eingewiesen wurden. So blieb bis zum beginn der Jagd um 10.00 gar nicht mal mehr soooo viel Zeit, zumal wir noch ein ganzes Stück bis zu unseren Ständen zu gehen hatten. Bille war BEGEISTERT und wäre am liebsten AUF DER STELLE und ohne Rücksicht auf etwaige Betriebsbremsen am Ende der Leine durch gestartet. Als ich als erster von uns beiden an meinem Sitz ankam, hatte ich ausreichend Training für diesen Vormittag.... Andre musste noch rund 150m weiter stapfeln.

 

Punkt Jagdbeginn, ich wollte grad runter um Bille zu starten, nahm eine Rotte Sauen den, aus ihrer Sicht, falschen Weg. Auch bei Andre kamen sie passend und er konnte einen Überläufer und einen Frischling erlegen. Bei mir kamen die Sauen so ungünstig das ich wegen nicht vorhandenem Kugelfang nicht schießen konnte. Bille, angebunden unten am Bsum, wäre fast geplatzt. Als dann noch frech und dreist, völlig tiefenentspannt ein Fuchs vorbei schnürte, platzte sie einfach. 

 

Zum Glück durfte sie gleich darauf los saußen. Ich rechnete ja damit das sie die Fuchsspur aufnimmt, doch die wollte sie scheinbar nicht. Sie sausste in die Richtung in der sie noch ganz kurz die Sauen hat sehen können. Jetzt wenn sie neben ihren 10000 volt auch ab und an ihr Hirn einschalten würde, ja dann würde das ein ganz tolles Braxxilein. Aber, sie ist ja noch jung und dumm. Voll Power stürzte sie also los, in Richtung Saufährte und prallte fast mit einer Geiß und ihren beiden Kitzen zusammen. Jo, da war was los. Bille konnte sich letztendlich dann doch noch für eine der drei Fährten entscheiden. Bei dem beinahe Zusammenprall hat sich das Trio getrennt und Bille war leicht überfordert welche der drei Fährten nun die korrekteste sei. Als sie sich dann entschieden hatte war sie erst mal weg und unterwegs.

 

In dem schweren Gelände hatten es die Hunde nicht einfach, (schnell) vorwärts zu kommen. Steilhänge in Kombination mit Naturverjüngung schloss das eigentlich aus. Bille war Luftlinie nie weiter als 600m von mir weg, hat teilweise aber länger als20 Minuten an ein und dem selben Stück gejagt. Sie hat mehrfsch Rehwild gefunden und (hoffentlich) auch vor die Schützen unserer Anstellergruppe gebracht, sie hat Andre "gesagt" wo seine erste Sau lag. Sie hat mir ein Reh gebracht das ich schießen konnte und sie mir nun hoffentlich allmählich glaubt das ich, obwohl nur Zweibeiner, sehr wohl ein würdiger Jäger bin, in ihren Augen...

 

Gegen Ende der Jagd merkte man deutlich, das wir "Flachlandjäger" sind. Mit jedem mal wo Bille den Steilhang wieder hoch zu unserem Stand kam, krabbelte sie langsamer und mühevoller bergan. Die Pausen am Stand wurden länger. Doch jedesmal wenn ich nur drüber nachdachte Bille jetzt einfach dingfest zu machen, tingelte sie wieder los, suchtre in dem Steilhang nach aktuellen Fährten. Mal fand sie und jagte, mal fand sich nichts und kam zurück. 

 

12.30 "Hahn in Ruh" Gott sei Dank ging der komplette ewig lange Rückwechsel bergab. So nahm ich das Reh an die Leine und lies Bille frei laufen. Bille am Strick plus Reh im Schlepptau, wir wären jetzt noch unterwegs zum Auto....

Ich sah das Auto schon. Ich sah auch das Bille sehr interessiert die Schlappohren anhob und ihr "Moooooment, ich riech was" Gesicht machte. Ich holte noch Luft um sie zum Bleiben zu verdonnern. Keine Chance. Auf meinem Shirt steht "MEINE Bracke haut nicht einfach so ab", MEINE Bracke geht arbeiten" Irgendwie passend, oder? Nur das sie sich teilweise so gar nicht an die vorher abgesprochenen Arbeitszeiten hielt, die kleine Hexe. Na ja, nicht umsonst sind wir in der GP nur um haaresbreite nicht bei den Gehorsamsfächern raus geflogen....

Ich glaube sie jagte noch ein Reh, zum Glück war das Garmin noch an. Also lud ich mein Zeugs ins Auto, lies die beiden roten pieseln und wartete auf Andre und/oder Bille. In der Zeit brach ich noch mein Reh auf. Mittendrin tauchte dann Bille wieder auf, fast zeitgleich mit Andre dessen beide Sauen noch geborgen werden mussten. So kam es dann auch, das wir die letzten waren die am Sammelplatz eintrafen. Alle anfallenden Nachsuchen waren bereits vergeben. Auch schön, in dem Gelände sind Nachsuchen nicht wirklich ein Spaziergang.

 

Es war ein guter und erfolgreicher Jagdtag. Alle Hunde heil zurück, alle Schützen unversehrt Bille hat gut gejagt, wir hatten Waidmannsheil und ich konnte ein von Bille gejagtes Reh erlegen. 

Herz, was willst du mehr?

Kapitel 4

 

Die vierte Jagd der Saison am Rande der schwäbischen Alb. Schweres Gelände, Klingen, Steilhänge. Wieder kein Spaziergang für die Hunde. Bille sauste zügig los, fand schnell eine Fährte und jagte das Reh knapp 15 Minuten. Sie brachte es an einem besetzten Stand vorbei, jedoch so rasant, das an einen Schuss nicht zu denken war. Mehrfach jagte Bille laut doch leider konnte nichts vor ihr geschossen werden. In dem schweren Gelände legte Bille bissl über 11 km zurück. Jetzt hat sie erst mal bis zum kommenden WE frei. Dann geht es munter weiter mit der lauten Jagd

Kapitel 5

 

Die erste Jagd der Saison im schönen Steigerwald. Die Bedingungen hätten widriger nicht sein können. Sehr windig mit starken Böen, Regen aus allen Richtungen und mit 4 Grad deutlich kälter als die letzten Tage. Das Wild lag sehr fest und die Hunde mussten fast drauf treten bevor sich da freiwillig etwas bewegte. Daher gab es kaum frische Fährten und die Hunde taten sich allgemein schwer. Bille hat wohl mehrfach Rehe aus einer Dickung bei meinem Nachbarschützen vorbei gebracht, doch da Bille fast auf die Rehe drauf springen musste bevor sie flüchteten, kamen sie dem Nachbarschützen viel zu schnell. Alles in allem hat Bille schon besser, aber auch schon viel schlechter gejagt. Sie war 14km in 2 Stunden unterwegs, weiteste Distanz zu mir waren 700m.

Heute trug sie zum ersten mal ihre neue Schutzweste. Ich hatte nicht den Eindruck das sich Bille in irgend einer Art und Weise durch das ungewohnte Kleidungsstück beeinträchtigt gefühlt hat

Kapitel 6

 

Nachdem ich ja, wie allgemein bekannt, das Herz schon mal auf der Zunge trag scheue ich natürlich auch nicht davor zurück über Jagdtage zu berichten, die nicht optimal verlaufen sind. 

Bille..... Bille war/ist extremst komisch grad. Mir ist gestern schon aufgefallen das sie zu Beginn einer Jagd richtig Gas gibt und im weiteren Verlauf immer kürzer in ihrem Aktionsradius wird. Heute hat sie gleich zu Beginn recht ausführlich einen Fux brackiert und als sie von dem Ausflug zurück kam war es, als hätte man von der Bracke den Stecker gezogen. Und zwar den Stecker, der für irgendwelche Synapsenzusammenschlüsse im Hirn verantwortlich ist.... Energie ohne Ende aber scheinbar 0,00 Plan was damit anzufangen ist. Mein Anrüden "hopp, wo is die Sau/Reh/what ever, los schnapp sie dir" wurde mit Gekreisch und Gejodel quittiert. Sie ist losgeschossen, gigantische 50 Meter weit und hat rum genölt. Mein erster Gedanke war, die neue Weste zwackt irgendwo. Bin ja net ganz blöd und hab die alte vorsichtshalber dabei. Also, Hund untersucht (ohne Befund) aber trotzdem vorsichtshalber Westentausch. Das gleiche Resultat. Hund will net jagern gehen. Ab und an ging sie dann mal 200-300m, fand auch eine Fährte der man wohl laut folgen konnte. Schön wäre gewesen sie wäre dran geblieben. Aber Bille hat konsequent nach spätestens 5 Minuten abgebrochen. Sie ist jetzt kein Hund der ne Stunde an einem Reh dran bleibt oder an einer Sau aber Abbruch nach 5 lächerlichen Minuten????? Das kenn ich so gar nicht von ihr. 
Da sie nicht jagern wollte, bitteschön, wurde sie halt am Baum fest gebunden. 30 Minuten Bedenkzeit für die Bracke. In diesen 30 Minuten kam ein krankes Schwein bei mir vorbei, ich konnte es erlösen. Alaarrrrm von der Bracke unter ihrer Fichte. Normaler Weise interessiert sich Bille für totes Wild nicht länger als erforderlich.Heute, heute hat sie dann, als meiner Meinung nach die 30 Minuten Bedenkzeit beendet waren und ich sie wieder geschnallt hab, konsequent und hartnäckig meine Sau verbellt... 


Also, Hund erneut auf die "stille Treppe" bzw unter ihre Fichte gesetzt. Beim letzten Versuch sie zum jagen zu bewegen ging sie doch tatsächlich 500m weit weg. Ich hab sie mal ganz kurz spurlaut gehört und dann erst wieder als sie von meinem Nachbarschützen angemault worden ist weil sie sein Reh aufessen wollte. BILLE WOLLTE DAS REH FRESSEN. Ja spinnt die????? Was zum Henker, ist mit dieser Bracke los???? 
Was mach ich nun? Mein Plan: Die Jagdten nächste Woche Di-Do sind für Bille gestrichen. Freitag und Sonntag starte ich einen Versuch, werde sie aber entweder nur in der ersten, oder erst in der zweiten Hälfte des Triebes schnallen. Sie wird von Beginn an in der alten Weste laufen, damit ich beurteilen kann ob es vieleicht damit was zu tun hat.
Vieleicht wird sie auch früher als gedacht heiß. "Kurz" vor der Hitze wird sie schon mal was merkwürdig....
Oh Mann, graue Haare. Ich bekomm graue Haare. Diese Bracke macht mich fertig.

Kapitel 7

 

Heimatnahe Jagd. Im Großen und Ganzen hat Bille akzeptabel gearbeitet. Sie hat mehrfach Fährten gefunden und laut verfolgt und sie hat ein laufkrankes Reh gefangen. Heut mal ein dickes Lob an die unbekannte Dachsbracke. Der Kerle hat HERVORAGEND gearbeitet. Das war richtig richtig gut und wenn Bille auch nur annäherungsweise so ähnlich wird dann bin ich schon hoch zufrieden.