Erste Schritte

April 2015

Die Ausbildung von Bille beginnt in kleinen und kleinsten Schritten. Erste Futterschleppen sind gemacht, das Revier wird erkundet, an der Reizangel darf Bille in Sauschwarte und Rehdecke beissen, zerren, schütteln.

 

 

 

Mai 2015

Was gibt es prägenderes, als gemeinsam die erste Beute zu "suchen" und zu finden?

Jährling, lag im Knall. Das Böckchen wurde noch 30m geschleppt und Bille durfte im Anschluss dann frei "nachsuchen" Das Reh fand sie ganz okay. etwas unheimlich war ihr der Bauwagen auf dem Wildacker und das Geräusch der nahen Windkrafträder
Billeèrste kleine "Nachsuche" 50 Meter Bergehilfe. Fand sie gut..

Juni 15

 

Führerfährten klappen immer besser und werden langsam ausgebaut. Konnte sie mich bis jetzt immer noch ein ganzes Stück mit den augen verfolgen bevor ich außer Sicht ging, werde ich für bei den nächsten Übungen früher unsichtbar werden. 

 

 

Führerfährte

Schleppenarbeit

So langsam erwacht die kleine Bracke. Sie findet Hasen und deren Spuren allmählich spannend und auch bei der Kunstfährtenarbeit hat sie bemerkt, das es neben der Fährte die sie arbeiten soll noch gaaaaaanz dolle andere Gerüche zu erkunden gibt....

 

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Ein Meilenstein ist erreicht. Bille hat am 29.6.15 zum ersten mal eine Hasenspur angenommen und spurlaut gearbeitet. Der Anfang ist gemacht!

 

 

Juli 15

 

Wir arbeiten grad an der Entfernung. Bille soll lernen, sich von mir zu entfernen damit sie durch Kreisen und suchen frische Fährten findet und arbeitet. Dazu ziehe ich ihr Hasenschleppen deren Anfang sie aber nicht gezeigt bekommt. Sie soll zufällig auf die Schleppe stoßen und diese arbeiten. Am Ende wartet immer der Erfolg auf sie. Hetzangelspiel ist die Belohnung.

 

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Zeitgleich zu allen anderen Ausbildungsschritten erfolgt auch die Gewöhnung an den Schuss. Schussfestigkeit wird gerne unterschätzt. Schnell ist durch eine unglückliche Fehlverknüpfung jede Menge Arbeit produziert. Was man mit dem Hund zu welchem Zeitpunkt übt, hängt sehr stark vom Hund ab. Es gibt da keinen Zeitplan, kein Drehbuch. Jeder Hund ist anders.

Die Reizangel ist uns eine große Hilfe denn Billes Beutetrieb wird immer deutlicher. Später wird hoffentlich auch noch die Hasenzugmaschine zum Einsatz kommen.

 

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Der Fährtenlaut kommt! 

 

 

 

August 2015

 

Schussfestigkeitstraining war ein toller Erfolg. Bille suchte wie wild ihren Dummy in der Wiese während ich geschossen habe. Keinerlei negative Reaktion auf den Schuss. Sehr schön, sehr schön

 

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Erster Schwarzwildkontakt. Vorerst noch durch einen Zaun getrennt, also nur Sichtkontakt. Ich hatte etwas Mühe, Bille davon abzuhalten sich durch den Zaun zu quetschen. Bille kann seeeeehr laut werden...

Mit der doch deutlichen Reaktion hatte ich ehrlich gesagt (noch) nicht gerechnet.

September/Oktober 2015

Bille hat ihre ersten jagdlichen Schritte als Stöberhund gemacht, sie hat im Urlaub ein Reh 45 Minuten brackiert. Schöner Fährtenlaut, guter Fährtenwille. Freilauf für Bille gibt es nur noch im "sicheren" Gelände. Im Wald bleibt sie angeleint. Unkontrolliert Jagen soll sie jetzt nicht mehr. Wir versuchen, soviele Hasenspuren wie möglich zu üben. Der Spurlaut ist gut, nur muss sie noch länger dran bleiben damit sie auf bei der AP eine gute Bewertung bekommt. Hat ja noch etwas Zeit. AP ist im Frühjahr und Bille ist erst 7 Monate alt

November/Dezember 2015

 

Bille konnte erste Erfahrungen auf Drückjagdten sammeln. Ihr Suchradius wird zunehmend weiter, der Fährtenlaut kommt auch bei etwas älteren Fährten immer zuverlässiger. Schade, das sie bisher noch nie so wirklich an Sauen kam. Ich hab zwar das ein oder andere mal welche gesehen, doch da war Bille grad nicht in meiner Nähe und das Einweisen auf weitere Distanzen klappt noch nicht sooooo gut...

Ich konnte ein Reh vor Bille erlegen. Die erste gemeinsame Beute. Kann es etwas schöneres geben?

Unsere erste gemeinsame Beute. :-)

März 2016

 

Letzter Übungstag.  Egal was bei der AP passiert, heut hat Bille gezeigt das sie es kann, das Brackieren vom Hasen  

Eigentlich sollte Bille für die anderen Teilnehmer "Art der Suche" demonstrieren. Warum der anwesende Richter da ausgerechnet uns als Demonstrationsgespann auserkoren hat ist mir ein Rätsel. Wahrscheinlich standen wir einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort :-) Letztendlich war der folgende Ablauf wohl purer Zufall, verfeinert mit einem Quäntchen Glück.

Ich schicke also Bille los zur "Art der Suche". Das haben wir zwar geübt, selten jedoch auf einer kurz geschorenen weil noch nix gewachsenen Wiese. Bille sausst erst mal los, bleibt verwundert stehen, orientiert sich kurz und beginnt dann halt mit tiefer Nase was auch immer zu suchen. Sie kommt bei ihrer Suche auf einen rauen Acker und wird laut. Ihr ganz typischer, "da war was, ist aber schon etwas her" Spurlaut. Mit eben diesem Laut tüftelt sie sich vorwärts und kommt über den rauen Acker und die kurz geschorene Wiese in eine Brache. In der Brache wird ihr Laut eifriger, die Spur wird "wärmer". Irgendwann sticht sie den Hasen und als dieser für Bille außer Sicht ist, wird die Stoppuhr wieder genullt. Arbeitszeit bis dahin etwa 4 Minuten. In diesem Revier kann man heute sehen wer in 3 Wochen zum Kaffee kommt, zwei Begleiter verfolgen die Brackade mit dem Fernglas. Bille arbeitet die Spur in 600m Entfernung laut Garmin. Ihr Laut ist klar und deutlich zu hören, laut den Begleitern mit dem Fernglas ist Bille sofort stumm wenn sie von der Spur abkommt und sofort wieder laut wenn sie die Spur wieder findet. Sie arbeitet den Hasen über verschiedenste Untergründe: Raue Äcker, Wiesen, Schotter, Teer. Nach knapp 7 Minuten Brackade, gemessen ab der zweiten Zeitnahme verliert sie die Spur entgültig und ich kann sie gerade noch abpfeifen bevor sie auf die frischen Fährten das 10 Kopf starken Rehsprungs kommt, der sich aufgrund des eifrigen Gebells doch vorsichtshalber in Richtung Naturschutzgebiet zurück zieht...

Für Bille blieb es heute bei dem einen Hasen. Es hätte nichts gegeben, was sie mit einem weiteren Hasen hätte besser machen können 
 

April 2016

 

Bille hat die AP mit einer sehr guten Leistung absolviert.
Art der Suche: 4
Schussfestigkeit: 4
Spurlaut: 4
Spurwille: 4
Spursicherheit:4

Art der Suche: Pfeilschnell mit tiefer Nase wurde sie in knapp 100m Entfernung laut. Ihr typischer "da war doch was, ist schon weng her" Laut. Sie wollte über den Schotterweg ins andere Feld wechseln, da waren schon vorher 4 Hasen bestätigt worden. Die konnten und sollten aber wegen der Nähe zu einer gut befahrenen Strasse nicht gearbeitet werden. Mit etwas Mühe konnte ich Bille einsammeln bevor sie einen der Hasen stach.

Schussfestigkeit: Schnell passiert, prüfen der Identität auch

Gesundheitscheck: Bille hat genau 50cm Stock, gut proportionierter Mittelschlag...

Umsetzen zu den Hasen:
Feld soweit das Auge reicht, ein oder zwei kleine Feldgehölze, Wasser.
Autos an einem relativ kleinen Rapsacker abgestellt. Jo.... Noch in 150 Meter Abstand zu den Autos gab es alles an Niederwild was man sich vorstellen kann: Hasen satt, Rebhühner, Fasane, Enten, Gänse.
Bille bekam ihren Hasen als 4. Hund. Ich zitiere: "Wunderbarer Spurlaut, passionierter Spurwille, Spursicherheit sehr schön." Sie backierte den Hasen bis dieser samt Hund wieder an der wartenden Gruppe vorbei kam. Der Versuch sie jetzt abzupfeifen scheiterte natürlich. Am Wasser entlang ging die Laute Jagd Richtung Strasse. Genau an den abgestellten Autos brach sie dann ab und ich konnte sie einsammeln. Dauer der Brackade weit über die erforderliche Zeit. Aufgrund der sehr guten Leistung gab es für Bille keinen weiteren Hasen.
Ich bin mehr als zufrieden mit dem Brackengetier

 

 

 

 

 

Nach der Prüfung ist vor der Prüfung

 

Nix ist mit Faulheiten aller Art. Ich will mit Bille heuer die SP-FS versuchen und schon mal auf die GP hin arbeiten, da bleibt keine Zeit für süßes Nixtun. Wir steigen jetzt wieder aktiv in die Fährtenarbeit ein und erste Trainingseinheiten nach der AP-Vorbereitung zeigten schon, wir haben jede Menge Arbeit.... Bille hat nur JAGEN im Kopf, das wird dauern bis ich sie soweit riemenfest habe um mit ihr guten Gewissens eine Fährtenprüfung zu gehen...

 

 

Vorsorgeuntersuchungen sind ein Muss!

 

Mit exakt 15 Monaten ging es für Bille in die TK nach Nürnberg um die notwendige HD-Untersuchung durchzuführen. Die Narkose wirkte flott und ebenso flott war Bille wieder wach. Wir sind sehr zuversichtlich, das die für den DBV zuständige Auswertungsstelle Bille´s Hüften ähnlich gut findet wie der Röntgenarzt in der Klinik.

 

 

Die offizielle Auswertung Bille`s HD-Röntgenaufnahmen ist da! Bille`s Hüfte wurde mit A1 und somit HD-frei beurteilt. Wir freuen uns rießig :-)

 

 

Oktober 2016

 

Zur jährlichen Jahreshauptversammlung findet schon beinahe traditionell eine sehr anspruchsvolle Schweißprüfung für unsere Bracken statt. Dieses Jahr im schönen Werdenfelser Land. Die Fährte wird, ganz der Hauptwildart entsprechend, mit Rotwildschalen- und schweiß hergestellt. Die Fährte ist mindestens 1000m lang, hat eine Standzeit von mindezsens 20h. Es gibt 2 Wundbetten und 4 Tropfbetten zu finden, sowie 2 Haken zu arbeiten.

Am Vortag der Prüfung reisten mein Mann und ich entspannt nach Wallgau in unser gemütliches Gasthaus. Nach dem Abendessen und dem "Kennenlernabend" im Kulturzentrum in Krün wollten wir noch eine letzte kleine Runde mit Bille gehen. Diese Runde war, nennen wir es vorsichtig, "aufregend"....

Bille stand die kompletten 30 Minuten auf den Hinterbeinen im Geschirr hängend in der Schleppleine."Mach doch den dummen Strick ab, nun mach mich schon endlich looooos".

Ja, diese Prüfung könnte mehr als spannend werden..... Wechsel über Wechsel, Rotwildfährten- und losung nicht zu knapp, eine durchgeknallte Bracke. Dies und die 2 Cappucchino aus dem Kurzentrum sorgten nicht gerade für ausreichend erholsame Nachtruhe...

Der nächste Morgen begann sehr neblig doch trotz aller negativen Wetterprognosen, man sprach von einer _Regenwahrscheinlichkeit weit über 80%, wurde es ein angenehm sonniger Tag. Am Sammelplatz waren die üblichen Formalitäten rasch getan, die Fährten ausgelost. Wir losten uns in Gruppe I, Fährte Nummer 2.

Damit war ich zufrieden. Nicht der erste oder der letzte zu sein ist immer gut.Lange mussten wir nicht auf unseren Einsatz warten. Das erste Gespann, eine junge Steirerhündin kam gut und sicher über die Fährte. Jetzt gab es kein Zurück mehr für Bille und mich. Augen zu und durch. Der Anwechsel zum Beginn der Fährte lies mein mulmiges Gefühl vom Vortag erneut aufblühen. Bille war seeeehr begeistert drauf. "Mach den Strick ab, ich bekomms noch" und so weiter....

Den Anschuss hat Bille, wie es seit neuestem Prüfungsbestandteil ist, selbstständig gefunden und verwiesen. Auch die ersten Meter war sie richtig gut auf der Fährte unterwegs. Dann folgte ein Geländewechsel von Jungwuchs zu einem lehmigen alten Forstweg. Rotwildfährten ohne Ende, da hüpft das Brackenherz in die Höh, während das vom Hundeführer in die Hosentasche oder tiefer flutscht. Wir brauchten ein Weilchen um den Knoten zu lösen, letztendlich Tat uns Bille aber den Gefallen und entschied sich dafür, die ihr aufgetragene Arbeitsanweisung zu erfüllen. Bille verwies Schweiß und ein Wundbett. Sie war für mich gut lesbar, Bille wusste zu jeder Zeit wo die Fährte lang ging, zeigte aber aucxh deutlich das es seeeeehr viel spannendere Abenteuer zu erleben gäbe, wenn man sie denn liesse.... 

Mir gelang es wie durch ein Wunder äußerlich weitestgehend gelassen zu bleiben, innerlich war ich aber wie ein Teekessel ein paar mal kurz vor dem Siedepunkt mit Pfeifton. Dann war es geschafft und wir kamen ans Stück. Ich glaube, man konnte die abstürzenden Felsbrocken noch bei uns zuhause hören, so laut haben die gerumpelt als ich das Stück liegen sah. Bille hat mich zum Stück geführt aber auf dem WEg dorthin hat sie mich auch mindestens 10 Jahre altern lassen, die kleine Hexe. Die neuen grauen Haare auf meinem Kopf sind ihr Verdienst.....

Unsere Fährte ging durch Jungwuchs, Beerkraut, Grasflächen, alte Fahrwege, Rückegassen, Hang auf und Hang ab. Ich bin mit Bille´s Leistung zufrieden. Sie ist halt kein "Schweißhund" und ihr kleines mutiges Herz gehört der Lauten Jagd und dafür hat sie ihre Sache echt gut gemacht.

Glücklich und erleichtert nahmen wir Prüflinge am Abend im Rahmen der Hauptversammlung unsere Zeugnisse entgegen

Bille vom Sauerländerhof und ich haben zusammen die SP-FS im I. Preis bestanden. Hundeführerherz, was willst du mehr?????

Oktober 2017

 

"Und brauchbar ist sie jetzt auch"

 

Zum Abschluss von Bille´s Ausbildung fehlte nur noch die Gebrauchsprüfung. Am 8.10 war es soweit, früh morgens fuhren wir Richtung Osten nach Rödental bei Coburg um unds an der Meisterprüfung der Bracken zu versuchen.

Diese Prüfung besteht aus Revierführigkeit, Schweißarbeit und der Lauten Jagd, also stöbern.

Die Prüfung kann im Baukastensysthem absolviert werden, eine SP oder SP-FS im Vorfeld absolviert , kann übernommen werden. Also fehlten Bille und mir "nur" die Revierführigkeit und die Laute Jagd. 

Revierführigkeit besteht aus Gehorsamsfächern. Leinenführigkeit im Stangenwald, Folge frei bei Fuß, Ablage mit Schuss, Verhalten am Stück, Standtreiben. 

Ich wusste, Ablage mit Schuss und Standtreiben wird eine enge Geschichte. Bille ist voll bejagt und mehr als "schussfreudig"... Es wurde richtig, RICHTIG eng und das Standtreiben haben wir gerade eben so bestanden....

Bei der Lauten Jagd, Bille war in der Vierergruppe der vorletzte Hund, suchte Bille einen weiträumigen Hang mit gut Dickung ab. Sie fand und zeigte dort leider nur eine Rehfährte an die der erste Hund erfolgreich gearbeitet hat.

Wir setzten um und mittlerweile goss es wie aus Eimern. Im zweiten Durchgang hat Bille eine Dickungsfläche durchsucht und sie wurde fündig. Sie jagte einen Keiler lange, gut und energisch. 2 mal kam sie mit dem Kerl bei den Richtern vorbei. Auf ihrem Rückweg stolperte sie noch über eine frische Rehfährte, auch diese wurde noch laut gearbeitet. Alles in allem zeigte Bille knapp 30 Minuten Laute Jagd.

Hundeführerherz, was kann es schöneres geben als das Geläut des eigenen Hundes im Hang zu hören?

Bille vom Sauerländerhof hat die Gebrauchsprüfung als 2. bester von 11 geprüften Hunden mit 171 Punkten bestanden. Besser war nur noch ihre Schwester Branja.

Ob ich stolz bin? Na klar, wie Bolle

Angenehmer Nebeneffekt: Mit Bestehen der GP ist die Bracke automatisch als brauchbarer Hund per Defination zur Jagd und Nachsuche auf Schalenwild einzustufen und darf entsprechend eingesetzt werden